Makrofotografie - Welches Equipment brauche ich?

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Kleines ganz groß abzulichten, ist überaus reizvoll – auch deshalb, weil man Dinge sichtbar macht, die unserem Auge ansonsten oftmals verborgen sind. Es ist also alles andere als verwunderlich, dass früher oder später jeder Fotobegeisterte die Makrofotografie für sich entdecken will. Inspiriert zum eigenen fotografischen Handeln werden wir zudem durch beeindruckende Makroaufnahmen. Diese weiß man in ihren Qualitäten oftmals erst dann richtig zu würdigen, wenn man sich selbst einmal in der Makrofotografie versucht hat. Aus unserer Sicht hätten Makrofotografen eine viel intensivere Anerkennung verdient, als jene, die ihn mitunter zuteilwird. Dass dem oftmals so nicht ist, steht sicherlich im Zusammenhang mit ihren Motiven wie Spinnen, Schmetterlingen, Fliegen und Co. – alles Tiere, die in der Beliebtheitsskala nicht auf dem ersten Platz rangieren. Für uns sind die fotografischen Leistungen gar nicht hoch genug einzustufen. Gute, ja überzeugende Makroaufnahmen, setzen nicht nur ein Gespür für die Motive voraus, sondern auch entsprechendes Equipment.

Kameraausrüstung

Mit dem Smartphone kann man natürlich den Blümchen ganz nah auf die Pelle rücken und die eine oder andere mehr oder weniger brauchbare Aufnahme einfangen. Bei Insekten mit ihrer Fluchtdistanz wird einem dies hingegen nicht gelingen. Die Smartphone-Aufnahmen sind mit ihrer durchgängigen Schärfe natürlich jenen Aufnahmen von Spiegelreflex- oder kompakten Systemkameras nicht gleichzusetzen. Bessere Bildergebnisse liefern da schon Kompaktkameras, die mit einem Makromodus ausgestattet sind. Dieser ist für den Einstieg eine Option, liefert bessere Bildergebnisse als es Smartphones vermögen. Sofern es die Optik der Kamera zulässt, kann man sich der Nahlinsen bedienen. Diese erlauben jedoch keine große Arbeitsentfernung – man muss mit ihnen also sehr nah an das Motiv herangehen, um es formatfüllend abzulichten. Möchte man sich die Makrofotografie mit ihren unbegrenzten Möglichkeiten erschließen, dann ist für uns eine Spiegelreflex- oder kompakte Systemkamera mit einem Makroobjektiv zwingend erforderlich. Natürlich kann man auch auf die kostengünstigeren Zwischenringe zurückgreifen. Mit diesen verringert man die Nahdistanz und erhöht dadurch den Vergrößerungsgrad. Zwischenringe haben keinen Einfluss auf die optische Qualität, jedoch reduzieren sie die Lichtmenge, was nicht günstig ist.

Fotozubehör: Was sollte es sein – was muss es sein?

Ein Stativ gehört für uns zum grundlegenden Zubehör eines jeden Makrofotografen. Damit man sich als Fotograf alles offen hält, sollte es auch für das Fotografieren in Bodennähe geeignet sein. Als unerlässlich erachten wir zudem den Fernauslöser. Mit ihm lassen sich Erschütterungen durch das Auslösen der Kamera vermeiden. Immer verbreiteter sind inzwischen Infrarot-Fernauslöser – Kabelfernauslöser leisten aber auch sehr gute Dienste. Kommen wir zum Licht – je nach Bedingungen und fotografischer Intentionen – bietet sich der Einsatz eines separaten Blitzgerätes an. Es gibt spezielle Blitzgeräte für die Makrofotografie, die mit Preisen ab € 500,— nicht ganz kostengünstig sind. Die Investition lohnt sich aber in jedem Fall dann, wenn man der Makrofotografie intensiv nachgehen möchte. Eine schattenfreie Ausleuchtung ist mit einem LED-Ringblitz möglich. Gerade Einsteiger in die Makrofotografie greifen darauf gern zurück, weil dieser ab € 36,— kostengünstiger ist als ein Ringblitz, der ab € 200,— angeboten wird. Interessant ist auch der Ringblitzadapter für alle, die sich keinen Ringblitz anschaffen möchten. Ihn gibt es ab rund € 100,— und damit lässt sich ein auf den Blitzschuh aufgestecktes Blitzgerät in einen Ringblitz verwandeln. Als unerlässlich erachten wir in der Makrofotografie auch den Reflektor. Diesen gibt es in unterschiedlichen Ausführungen, wie beispielsweise in Weiß, Silber, Gold. Dadurch kann man auf die Lichtwirkung Einfluss nehmen. Da Reflektoren nun nicht die Welt kosten und bereits ab Euro 15,— schon zu haben sind, empfiehlt sich die Anschaffung dieser drei. Dies bringt auch den Vorteil mit sich, ihre Wirkungsweise testen zu können und dann für jede Situation bestens gewappnet zu sein. Ein Plamp (Gelenkarm) ist mit um die € 30,— nicht sonderlich teuer, dafür aber ein wichtiger Helfer, um beispielsweise den Reflektor in Position zu halten. Inwieweit ein Winkelsucher für einen wichtig ist, hängt vom Kameraequipment ab. Gestattet die Kamera Live-View und ist sie mit einem stufenlos schwenk- und neigbaren LCD-Display ausgestattet, dann braucht man ihn nicht.

Fotografieren in der Praxis 08 / 2015

3 Kommentare

MAKROAUFNAHMEN Die mache mit meiner Sony RX10 locker aus der Hand, indem ich aus ca. 1 Meter Entfernung mit etwas Zoom fotografiere! So erreiche ich auch eine schöne Freistellung des Motivs.

juergen

von juergen
18. November 2015, 12:26:32 Uhr

Eine sehr kompakte wenn auch etwas zu wenig detaillierte Übersicht über die Ausrüstung für Makrofotografie. Wünschenswert wäre noch eine Beschreibung der Einsatzbereiche für die Ausrüstung, z.B. wozu ein Reflektor dient. Die verwendeten Fotos sind übrigens nicht repäsentativ für die Makrofotografie. Der Reiz der Makros liegt ja gerade darin, dass man die Motive mit bloßem Auge niemals so detailreich und klar mit allen Einzelheiten sehen kann. Das ist bei Hirschkäfer, Schwalbenschwanz und vier großen Mohnblüten wohl kaum der Fall. Alle drei sind mit der Standardausrüstung ohne spezielles Makrozubehör problemlos nahezu Formatfüllend darstellbar.

Hans Bechheim

von Hans Bechheim
10. August 2015, 13:38:59 Uhr

Bei diesem Beitrag möchte ich noch auf den Service der Firma Novoflex aus Memmingen hinweisen. Durch ihre Tipps (vor 25 Jahren) und damaligen !! Zubehörteile bin ich auf die Makrofotografie gestossen. Heute ist es einfacher und es gibt noch viel mehr Zubehör, welches dafür das Leben erleichtert! Dazu kommt, dass man heute das Ergebnis ja sofort auf dem Display sehen kann. Ich habe früher eine Woche auf die Diaentwicklung gewartet.

Detlev Motz

von Detlev Motz
05. August 2015, 09:13:16 Uhr

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