Makrofotografie: Pusteblume - Mehr als eine Blume

Der Löwenzahn, vielfach umgangssprachlich als Pusteblume bezeichnet, ist nicht nur unter Kindern äußerst beliebt, sondern auch ein sehr gefragtes Fotomotiv. Das dem so ist liegt an seiner Wandelbarkeit im Laufe seines Lebenszyklus gerade in der letzten Phase. Zudem lassen sich durch das fotografische Spiel mit den vielfältigen Möglichkeiten wunderbare inszenierte Bilder schaffen, wie die hier veröffentlichten Wettbewerbsbeiträge zum Fotowettbewerb „Blende“ eindrucksvoll zeigen. Jede einzelne Aufnahme ist nicht nur ein sehenswertes Spiegelbild der Natur, sondern auch für die Wunderwelten die diese hervorbringt. Auch in der Netzgemeinde liegen gepostete Pusteblumen-Aufnahmen ganz vorne geht man nach der Anzahl der Likes. Es spricht also alles dafür, sich dem Fotomotiv Löwenzahn hinzugeben – jetzt ist die beste Zeit.

Albert Eibel, Magie in Kunst BLAU auf weiss oder kleiner Falter ganz gross, Blende-Fotowettbewerb
Albert Eibel, Magie in Kunst BLAU auf weiss oder kleiner Falter ganz gross, Blende-Fotowettbewerb

Verfügt man über eine kompakte System- beziehungsweise Spiegelreflexkamera sowie über ein Makroobjektiv mit einer Brennweite von 50 bis beispielsweise 90 mm, so sind das rein technisch gesehen schon einmal die besten Voraussetzungen. Ein Stativ ist natürlich Pflicht verhindert es Unschärfe durch Handunruhe. Zudem bleibt bei einer Belichtungsreihe der Ausschnitt immer gleich. Da in Bodennähe fotografiert wird, sollte sich das Stativ möglichst bodennah einstellen lassen. Auch, wenn mit Stativ fotografiert wird, so ist ein Fernauslöser empfehlenswert. Schon das Auslösen der Kamera kann zu Verwacklungen und somit unscharfen Aufnahmen führen.

Julia Schäfer, Wunschblume, Blende-Fotowettbewerb
Julia Schäfer, Wunschblume, Blende-Fotowettbewerb

Die Pusteblume wegen der mitunter herausfordernden Fotoposition, beispielsweise in die eigenen vier Wände zu entführen, ist nicht ratsam. Oftmals reichen leichte Erschütterungen und das Gesamtkunstwerk Pusteblume ist dahin. Damit man als Fotograf nicht auf dem Boden robben muss und gegebenenfalls einen steifen Nacken bekommt, gibt es nützlichen Zubehör, wie den Winkelsucher. Der sorgt für entspanntes Fotografieren und das ist eine weitere Voraussetzung für überzeugende Fotos, kann man sich doch absolut dem Fotospaß hingeben.

Loreen Ruckick, Sonnenschirmchen, Blende-Fotowettbewerb
Loreen Ruckick, Sonnenschirmchen, Blende-Fotowettbewerb

Eine weitere Zutat für überzeugende Fotografien ist, für optimale Ausleuchtung zu sorgen. Die Sonne steht nicht immer so, wie man sie braucht und zudem fotografiert man in Bodennähe. Als Fotograf hat man verschiedene Optionen. Ein Makroblitz garantiert die beste Funktionalität und damit Ausleuchtung des Motivs. Eine Alternative stellen Ringblitze dar. Erhältlich sind auch Ringblitzadapter, die zwar nicht über die speziellen Ringblitzfunktionen verfügen, aber eine kostengünstige Alternative sind. Hilfreich ist auch ein Diffusor. Richtig positioniert wird der Hintergrund weiß und die Pusteblume erscheint wirkungsvoll als Silhouette. Eine lohnenswerte Alternative ist, die schwarze Abdeckung des Reflektors hinter der Pusteblume aufzustellen. Die weißen Verbreitungseinheiten heben sich wirkungsvoll vor dem schwarzen Hintergrund ab. Sinnvoll ist in jedem Fall eine Belichtungsreihe.

Hans König, Vergänglichkeit, Blende-Fotowettbewerb
Hans König, Vergänglichkeit, Blende-Fotowettbewerb

Hat man weder Diffusor noch Reflektor zur Hand, so ist auf den Hintergrund zu achten, der in Unschärfe verschwimmen und so nicht von der Pusteblume ablenken sollte. Sehr beliebt ist das Fotografieren gegen den blauen Himmel. Sofern die Kamera über Filter verfügt, ist es lohnenswert diese einzusetzen. Die Pusteblume erfährt dadurch eine ganz andere, nie dagewesene künstlerische Anmutung.

Antje Blömer, Vom Winde verweht..., Blende-Fotowettbewerb
Antje Blömer, Vom Winde verweht…, Blende-Fotowettbewerb

Ist das Kunstwerk Pusteblume im Kasten, so bietet sich zu guter Letzt eine Sequenz von Aufnahmen an, wenn die Samen weggepustet werden und am Ende nur noch der einsame Stängel übrig bleibt. Hier bietet sich in jedem Fall die Serienbildfunktion an.

„Blende“ – Der Fotowettbewerb für Fotobegeisterte jeden Alters

„Blende“, ist der Wettbewerb für Fotobegeisterte aller Altersgruppen. Seit Jahrzehnten ist „Blende“ ein Trendbarometer für den Stand der Fotografie und damit ein wichtiges Zeitdokument. Die jährliche Gemeinschaftsaktion von Tageszeitungen und der Prophoto GmbH begeistert Teilnehmer, Veranstalter und Bildgenießer gleichermaßen.

„Blende“ bietet allen Amateurfotografen ein Forum und die große Chance, ihre Schaffenskraft zum Besten zu geben. Dazu gehört auch, mit Gleichgesinnten zu den thematischen Vorgaben in den Wettstreit zu treten. Dabei wachsen die Teilnehmer über sich hinaus und geben Zeugnis über ihr kreatives fotografisches Potential. Ihre Bilder sind allesamt fotografisch konservierte Augeneindrücke, die durch ihre Teilnahme an „Blende“ zudem den Raum der privaten Betrachtung verlassen und den öffentlichen Schauplatz betreten. Nur die Präsentation der „Blende“-Bildeinsendungen in den Galerien auf unserer Homepage erscheint uns ausbaubar. Deshalb zeigen wir – vielfach mit Unterstützung der „Blende“-Fotografen – auf, was notwendig ist, um zu so sehenswerten Aufnahmen, wie hier veröffentlicht, zu gelangen. Damit soll nicht zum Kopieren inspiriert werden, sondern motiviert werden zum eigenen Spiel mit Zeit und Blende. Übrigens: Der Stratschuss zu „Blende 2017“ ist inzwischen gefallen. Weitere Informationen: https://www.prophoto-online.de/fotowettbewerb-blende/blende-2017-startschuss-zur-43-runde-gefallen-10010700

Fotografieren in der Praxis 04 / 2017

1 Kommentare

Danke für die Anregungen

Andreas

von Andreas
04. Mai 2017, 08:39:51 Uhr

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