Warum in der Makrofotografie Wassertropfen das i-Tüpfelchen sind

Abblenden schafft meist wirkungsvollere Tropfen

© Fotograf: Pauline Guenther, Crying Flower, Blende-Fotowettbewerb
Pauline Guenther, Crying Flower, Blende-Fotowettbewerb

Es gibt Motive wie beispielsweise Blätter und Blüten, die ihre besonders eindrucksvolle Erscheinung oftmals erst in Kombination mit Tau und Tropfen visuell entfalten. Der Regen hat aus fotografischer Sicht betrachtet keine Schattenseiten, denn er lädt zum fotografischen Experiment mit Licht, Farbe sowie Struktur ein und verleiht als einzelne Regentropfen verteilt seinem Motiv vielfach einen frischeren Charakter, was den Aufnahmen auch zugutekommt. Und wenn der Regen ausbleibt, dann zaubert man ihn sich einfach aus der Sprühflasche wie ausgedienten Deo- oder Parfümzerstäubern selbst. Regentropfen als Motiv sind wahrlich nicht neu. Möchte man bei Fotowettbewerben wie „Blende“ mit seinen Fotografien sozusagen aus der Masse herausstechen, dann kommt es auch auf die Bildkomposition und eine „frische“ Interpretation an. Hier ist es auf dem Weg zum fotografischen Erfolg lohnenswert, auch mal fotografische Regeln zu missachten. Dazu gehört beispielsweise ein Bildaufbau der nicht dem Goldenen Schnitt folgt. Lohnenswert ist auch der Einsatz der kamerainternen Filter, die den Aufnahmen eine ganz andere künstlerische Note verleihen können. Und warum Regentropfen nur im Zusammenhang mit Blättern und Blüten thematisieren und nicht mal mit einem Pferdehaar beispielsweise.

© Fotograf: Bianca Koch, Regentropfen im Pferdehaar , Blende-Fotowettbewerb
Bianca Koch, Regentropfen im Pferdehaar , Blende-Fotowettbewerb

Was brauche ich an Fotoequipment

Stehen Regentropfen im Mittelpunkt des Aufgenommenen, dann bewegt man sich im Bereich der Makrofotografie und die setzt entsprechendes Fotoequipment voraus, mit dem „Kleines“ ganz groß abgebildet werden kann. Den größten fotografischen Spielraum, der durch entsprechendes Zubehör noch erweitert werden kann, garantieren kompakte System- und Spiegelreflexkameras durch den Einsatz von Makroobjektiven, Zwischenringen, Nahlinsen, Balgengeräte oder Umkehrlinsen. Wer sich also dem Reiz der Makrofotografie hingeben möchte, der kommt um entsprechende technische Ausstattung nicht herum. Für welche technische Lösung man sich entscheidet, hängt von den eigenen Ansprüchen, den Einsatzgebieten und vom Budget ab.

Worin liegen die größten fotografischen Herausforderungen?

© Fotograf: Karl-Otto Wichmann, Sprühregentropfen auf Wiesenbocksbart, Blende-Fotowettbewerb
Karl-Otto Wichmann, Sprühregentropfen auf Wiesenbocksbart, Blende-Fotowettbewerb

Die größte Herausforderung, bei denen das Hauptmotiv Wassertropfen sind, ist die Festlegung der Schärfeebene. Regentropfen umhüllen das Motiv – es entstehen neue Details, die man bei der Gestaltung berücksichtigen muss. Damit die Tropfen wirkungsvoller erscheinen, ist es ratsam stärker abzublenden. Auf dem Weg zum Bilderfolg ist es ratsam, mit der Schärfeebene zu spielen, denn sie entscheidet schlussendlich über die Bildwirkung. Nicht zu vernachlässigen ist natürlich auch das Licht.

© Fotograf: Heike Thurn, Auf Regen folgt Sonnenschein!, Blende-Fotowettbewerb
Heike Thurn, Auf Regen folgt Sonnenschein!, Blende-Fotowettbewerb

Wird in der Makrofotografie mit natürlichem Licht fotografiert, so sollte das Motiv seitlich oder von hinten beleuchtet sein. Seitlich einfallendes Licht verstärkt die Oberflächenstrukturen und Details. Dreidimensional anmutende Aufnahmen sind das Ergebnis. Zu starkes Licht von der Seite sollte man aus unserer Sicht jedoch vermeiden. Es kann gegebenenfalls die Tiefen zu sehr betonen und zu starke Kontraste hervorbringen. Diesen könnte man mit der HDR-Funktion – über die immer mehr aktuelle Kameramodelle verfügen – entgegentreten. Ist es das Ziel, Umrisse, Formen und komplexe Details hervorzuheben, dann ist dafür von hinten einfallendes Licht optimal. Wichtig ist dabei, die Belichtung im Blick zu haben, die situationsbedingt auch mal in die Irre geleitet werden kann. Den besten Überblick gibt das Histogramm – gegebenenfalls ist eine positive Belichtungskorrektur notwendig. Auftretendes Streulicht lässt sich mit der Gegenlichtblende reduzieren.

Nicht immer sind die Lichtbedingungen so, wie man sie sich wünscht. Wird das Motiv frontal beleuchtet, so steht man – wie oben bereits ausgeführt – sich quasi selbst im Licht und beschattet es. Damit dies nicht der Fall ist, hat man mehrere Optionen. Entweder man ändert seinen Kamerastandpunkt oder man fotografiert mit einem Fernauslöser. Eine weitere Option ist der Einsatz eines Blitzgerätes oder eines Reflektors.

Blende – Der generationsübergreifende Fotowettbewerb für Fotobegeisterte jeden Alters

Blende, ist der Wettbewerb für Fotobegeisterte aller Altersgruppen. Seit Jahrzehnten ist Blende ein Trendbarometer für den Stand der Fotografie und damit ein wichtiges Zeitdokument. Die jährliche Gemeinschaftsaktion von Tageszeitungen und der Prophoto GmbH begeistert Teilnehmer, Veranstalter und Bildgenießer gleichermaßen.

Blende bietet allen Amateurfotografen ein Forum und die große Chance, ihre Schaffenskraft zum Besten zu geben. Blende schärft mit seinen jährlich wechselnden thematischen Vorgaben die Sinne. Die eingereichten Wettbewerbsbeiträge, zu „Blende 2017“ gingen über 80.000 Fotografien ein, sind allesamt fotografisch konservierte Augeneindrücke, die durch die Teilnahme an „Blende“ den Raum der privaten Betrachtung verlassen und den öffentlichen Schauplatz betreten.

Blende-Teilnehmer sind mit ihren eingereichten Wettbewerbsbeiträgen nicht nur wichtige Botschafter für die Fotografie. Sie treten den Beweis an, wie lohnenswert es ist, die Welt in der man sich aufhält aktiv wahrzunehmen.

Weitere Informationen zu Blende.

Fotografieren in der Praxis 08 / 2018

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