Mollige vor der Kamera – Die Kleidung macht‘s

© STphotography - Fotolia.com
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Viele mollige Frauen genieren sich vor der Kamera. Sie schämen sich wegen ihrer Figur und wollen sich deshalb nicht fotografieren lassen. Das ist schade, da so schöne Urlaubserinnerungen oder Momente mit der Familie nicht festgehalten werden können. Dabei gibt es keinen Grund, warum sich nicht auch Mollige vor der Kamera wohl fühlen sollen. Denn Kurven sind heute sehr gefragt und mit dem richtigen Outfit und Styling lassen sich die Problemzonen leicht kaschieren.

Diese Frauen machen es vor

Lange Zeit musste Ashley Graham Kritik über sich ergehen lassen. Denn mit der Konfektionsgröße 44 entspricht sie nicht dem Standard eines Topmodels. Trotzdem zierte sie 2015 die Bikini-Ausgabe der „Sports Illustrated“ und ist damit das erste Plus-Size-Model, dem diese Ehre zuteilwird. Einige Jahre zuvor hatte schon Kate Upton für das Magazin posiert. Zwar trägt diese nur Kleidergröße 36/38, passt mit ihrer üppigen Oberweite aber dennoch nicht in das übliche Beuteschema der Modeindustrie. Auch die Geschichte von Crystal Renn zeigt, dass man nicht unbedingt hungern muss, um ein Model zu sein. Denn die 28-Jährige begann ihre Karriere als schlankes Model, entschied sich dann jedoch gegen weitere Diäten und den Fitnesswahn. Heute gehört Renn zu den erfolgreichsten Plus-Size-Models der Welt. Weitere Models, die für ihre Übergröße berühmt sind, finden Sie zum Beispiel hier.

Die Kamera nicht scheuen

© Dron - Fotolia.com
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Man muss ja nicht gleich ein Model sein, trotzdem sollte jede Frau sich vor der Kamera wohlfühlen. Denn wer sich wohlfühlt, der sieht auch gut aus. Einige Dinge sollten Frauen mit Übergröße dennoch im Hinterkopf behalten, wenn sie fotografiert werden. Besonders auf die Haltung sollte geachtet werden. Hängende Schultern und ein rausgestreckter Bauch führen nicht zu zufriedenstellenden Bildern. Im Stehen sollten Frauen mit Übergröße darauf achten, sich nicht frontal zur Kamera zu stellen. Am besten eignet sich ein Winkel von etwa 45 Grad zum Fotografen. Dadurch kommen die eigenen Kurven besser zur Geltung. Die Arme sollten dabei nie einfach herunterhängen. Stützt man diese in die Hüften, kann man ein paar überschüssige Pfunde kaschieren. Der Rücken sollte stets gerade sein. Dies gilt auch für Bilder im Sitzen. Dabei sollten die Beine gekreuzt werden und die Arme locker auf den Oberschenkeln aufliegen. Dadurch lässt sich zusätzlich etwas Bauchfett verbergen.

Diese Kleidungsstücke sind Trumpf für Mollige

Insgesamt ist es für Mollige stets ratsam, den Körper vor der Kamera länger wirken zu lassen. Das macht gleichzeitig schlanker. Weit geschnittene Hosen und Röcke beispielsweise können helfen, Beine und Taille dünner wirken zu lassen. Besonders ein weit ausgestellter Midirock kann die Problemzonen Po, Hüfte und Oberschenkel geschickt kaschieren.

Jede Frau sollte ihre Vorzüge zur Geltung bringen. Das gilt auch für kurvige Frauen. Bei ihnen bietet es sich an, das Dekolleté besonders zu betonen. Dies gelingt am besten mit einem V-Ausschnitt. Wem seine große Oberweite eher unangenehm ist, kann zu sogenannten Minimizer-BHs greifen. Mit diesen kann die Brust bis zu einer Körbchengröße kleiner wirken. Allerdings sollte hier auf jeden Fall die passende Größe ausgewählt werden, sonst kann es schnell passieren, dass die Brust verformt wirkt. High Heels sind nicht nur etwas für schlanke Frauen, sondern auch für Mollige ein Trumpf. Denn sie machen die Beine lang und schlank. Für alle, die sich schnell ein bisschen schlanker schummeln wollen, gibt es die sogenannte Shapewear. Diese figurformende Unterwäsche kaschiert kleine Problemzonen und ist angenehm zu tragen. Mode für Frauen mit Übergröße bietet beispielsweise der Online Shop von Peter Hahn.

Auf diese Kleidungsstücke sollten Frauen mit Übergröße verzichten

© Peter Atkins - Fotolia.com
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Es gibt aber auch Kleidungsstücke, die Frauen mit Übergröße vor der Kamera meiden sollten. Bootcut-Jeans in Verbindung mit Ballerinas zum Beispiel lassen Frauen kleiner und kräftiger wirken. Auf diese Kombination sollten mollige Frauen also lieber verzichten. Besser: Trägt man zu den Bootcuts hohe Schuhe, wie High Heels oder Keilsandalen, lässt sich der Effekt umkehren. Die Beine wirken dann länger. Wer gerne Blazer trägt, sollte zu langen Stücken ohne Taillierung greifen. Diese sind für Damen mit Übergröße vorteilhafter, da sie den Körper strecken. Wie bereits erwähnt, sollten Frauen mit üppiger Oberweite diese auch hervorheben. Taschen auf Brusthöhe oder Oberteile mit Rüschen oder Volants sind jedoch zu viel des Guten. Dadurch wirkt der Oberkörper nämlich wuchtig. Schmeichelhafter sind daher schlichte Oberteile. Auch bei Querstreifen sollten mollige Frauen vorsichtig sein. Denn diese ziehen den Körper eher in die Breite.

Stylingtipps für mollige Damen

Da die meisten molligen Frauen ein eher rundliches Gesicht haben, bietet es sich an, dieses etwas in die Länge zu ziehen. Das gelingt beispielsweise mit einer schicken Hochsteckfrisur. Einzelne verspielte Strähnen, die locker ins Gesicht fallen, machen das Gesicht noch schmaler. Bei langen Haaren sollte man darauf achten, dass die Haare an den Seiten nicht zu viel Volumen haben. Das rundet das Gesicht weiter ab. Ein Seitenscheitel ist deshalb in der Regel besser geeignet als ein Mittelscheitel. Beim Make-Up können Mollige vor allem mit dunklen Akzenten glänzen. Ein Doppelkinn kann zum Beispiel kaschiert werden, indem der Übergang von Kinn zu Hals dunkler geschminkt wird.

Fotografieren in der Praxis 09 / 2015

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2 Kommentare

Ich bin Hobbyfotograf und mag griffige Frauen . Dieser Artikel ist gut und ich werde die Tipps beim nächsten fotografieren garantiert dabei haben .

von Wolfgang
16. Dezember 2015, 18:03:21 Uhr

Vielen Dank für diesen sehr interessanten Artikel! Ein Freund von mir macht hin und wieder für einen Kunden Shootings mit molligen Modellen und hatte mir schon einige Tipps dazu mitgegeben. Hier habe ich wieder etwas dazu gelernt. :-)

von nubinou
18. September 2015, 12:29:14 Uhr

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