Nachtfotografie - Der Mond ist aufgegangen …

© Fotograf: Michael Otto, Reiher im Abendlicht, Blende-Fotowettbewerb
© Fotograf: Michael Otto, Reiher im Abendlicht, Blende-Fotowettbewerb
Ob klein oder groß – die Begeisterung für den Mond ist bei allen da, verbunden mit sehnsuchtsvollen Blicken und bisweilen schlaflosen Nächten. Der Mond ist übrigens der einzige natürliche Satellit der Erde und umkreist die Erde im Verlauf von durchschnittlich 27 Tagen, 7 Stunden und 43,7 Minuten. Wegen seiner Helligkeit, klaren Form, aber auch wegen seiner scharfen Begrenzung ist der Mond als Einstiegsmotiv in die Astrofotografie bestens geeignet. Im Gegensatz zu anderen Mondphasen ist dieser gleichmäßig beleuchtet.

Mit einem Smartphone braucht man dem Mond nicht fotografieren – das ist schade um den Strom, den man verbraucht. Eine Profifotoausrüstung ist jedoch auch nicht notwendig, um den Mond wirkungsvoll in Szene zu setzen. Empfehlenswert sind hochwertige Kompaktkameras mit einem großen Zoombereich sowie Kameras mit Wechseloptik, also kompakte System- und Spiegelreflexkameras, mit einem Teleobjektiv. Empfehlenswert sind ein 300-mm-Teleobjektiv für APS-C-Kameras beziehungsweise 500 mm für Kameras mit Vollformatsensor.

© Fotograf: Traugott May, Vollmond, Blende-Fotowettbewerb
© Fotograf: Traugott May, Vollmond, Blende-Fotowettbewerb
Versuchshalber mit meinem neuen Tamron-Tele 1600 mm und Einbein-Stativ habe ich einen Schuss gewagt. Das Ergebnis war für mich überwältigend.
Sternenklar sollte die Nacht sein, wenn der Mond in den fotografischen Fokus gerückt wird. Ein stabiles Stativ ist Pflicht, denn bereits kleinste Erschütterungen lassen sonst die Mondaufnahmen hoffnungslos verwackeln.

Um den Kontrast der Mondfläche zu steigern, empfiehlt sich das Fotografieren mit einer Taukappe beziehungsweise einer Gegenlichtblende. Nützlich sind zudem Fernbedienungen/Fernauslöser zum Auslösen der Kamera. Schon das Auslösen der Kamera kann zu Erschütterungen führen, die unscharfe Aufnahmen zur Folge haben. Ist es nicht möglich, die Kamera mit einem Fernauslöser zu betreiben, so kann bedingt der Selbstauslöser helfen. Ist er einmal aktiviert, so läuft der Aufnahmemechanismus nach vorgegebener Zeit ab.

Kontrastreiche Aufnahmen vom Mond, der mit einer großen Helligkeit aufwartet, setzen die Wahl einer geringen ISO-Zahl voraus, die unserer Ansicht nach eher bei 400 oder 200 liegen sollte als bei ISO 800. Ratsam ist ein Test. Die Belichtungszeit, dazu gleich mehr, sollte in keinem Fall zu lang gewählt werden.

© Fotograf: Iris König, Ist das der Mann im Mond?, Blende-Fotowettbewerb
© Fotograf: Iris König, Ist das der Mann im Mond?, Blende-Fotowettbewerb
Ist das der Mann im Mond – oder handelt es sich um den ballspielenden Sohn vom Mann im Mond?
Aufnahmen vom Mond sind im Prinzip Tageslichtaufnahmen, denn er wird von der Sonne angestrahlt. Hilfreich sind spezielle Apps, die Auskunft über Uhrzeit und Position von Mondauf- und -untergang ebenso geben wie zu den Phasen. Die Kameraeinstellungen ähneln jenen der Alltagsfotografie – die Belichtung variiert je nach jeweiligen Umständen. Belichtungsreihen sind aus diesem Grund ratsam, da die Mondhelligkeit, neben der Phase, auch von der Klarheit der Atmosphäre und seiner Höhe über dem Horizont abhängt. Überzeugende Vollmondaufnahmen mit einem Teleobjektiv gelingen in der Regel bei Blende 10, ISO 100 sowie einer Belichtung von 1/350 Sekunde. Beim Halbmond verlängert sich diese Zeit auf 1/125 bis 1/180 Sekunde und für die schmale Sichel benötigt man etwa 1/60 Sekunde. Je feiner die Details abgebildet werden sollen, desto knapper muss die Belichtung gewählt werden. Bei zu langer Belichtung werden die Feinstrukturen des Mondes überstrahlt. Grund hierfür ist, dass jedes Objekt aus unzähligen kleinen Lichtpunkten zusammengesetzt ist. Je länger belichtet wird, desto größer wird der Lichthof um eine Lichtquelle. Dies führt zur gegenseitigen Überstrahlung von Details bei Überbelichtung.

Überaus beliebt ist in der Mondfotografie der Einsatz von Filtern. Diese reduzieren die einfallende Lichtmenge und erhöhen den Kontrast auf der Mondfläche. Das Neutralgraufilter, auch Mondfilter genannt, reduziert die einfallende Lichtmenge, ohne die Farben zu verfälschen. Der Einsatz eines solchen Filters kommt also einem starken Abblenden eines Kameraobjektivs gleich. Solche Filter dämpfen das Licht sehr stark, da sie auch für die Mondbeobachtung konzipiert sind. Die Belichtungszeit verlängert sich deshalb erheblich.

Fotografieren in der Praxis 02 / 2015

3 Kommentare

Korrektur zum Bild: Falsch= Tamron-Tele 1600mm .......................................... Richtig = Tamron-Tele 600mm .............................................. Meine Aufnahmedaten: F = 10 ISO = 1250 Zeit= 1/1600 sek. Spotmessung .............................................. Gruß >> Traugott May

Traugott May

von Traugott May
04. Februar 2015, 21:01:40 Uhr

"Der Einsatz eines solchen Filters kommt also einem starken Abblenden eines Kameraobjektivs gleich. Solche Filter dämpfen das Licht sehr stark, da sie auch für die Mondbeobachtung konzipiert sind. Die Belichtungszeit verlängert sich deshalb erheblich." Kapiere ich nicht. Wozu ein Neutralgraufilter, um dann durch lange Belichtungszeit wieder mehr Licht zu sammeln? Bei langen Belichtungszeiten kann auch die scheinbare Mondbewegeung durch die Erdrotation zu Bewegungsunschärfe führen.

Jürgen Sonnemeyer

von Jürgen Sonnemeyer
04. Februar 2015, 16:35:54 Uhr

Hallo, das Foto "Reiher im Abendlicht" von Michael Otto ist ein Sandwich, also 2 Dias und gescannt. Einfach aber wirkungsvoll. Ich habe das selbst so praktiziert. LG www.diablaich.de

Erich Blaich

von Erich Blaich
04. Februar 2015, 12:26:01 Uhr

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