Nachtfotografie - Nachtfahrt mit imposanten Impressionen

© Fotograf: Petra Büttgen, Leben auf der Autobahn, Blende-Fotowettbewerb
© Fotograf: Petra Büttgen, Leben auf der Autobahn, Blende-Fotowettbewerb
Wenn einer eine Reise tut, dann ist er vielfach auch mit dem Auto unterwegs und kann während seiner nächtlichen Fahrt eindrucksvolle visuelle Impressionen einfangen, die es kein zweites Mal gibt. Vorrang hat natürlich bei dieser Art der Fotografie, sich und andere nicht in Gefahr zu bringen, denn noch so tolle Aufnahmen sind das nicht wert. Sofern man nicht allein unterwegs ist, kann man natürlich auch wunderbar seinen Beifahrer beschäftigen, dann vergeht die Autofahrt wie im Nu.

Im Netz nimmt die Anzahl an Aufnahmen an wellenförmigen Leuchtspuren im Sekundentakt zu. Es scheint sich hier ein Trendthema zu entwickeln. Keine veröffentlichte Aufnahme gleicht hier der anderen, und das macht diese Aufnahmen so besonders, die ein toller sehenswerter Blickfang sein können. Der Zufall spielt natürlich Regie, denn die Bildergebnisse sind nur bedingt vorhersehbar. Es kommt schlichtweg auf die Anzahl der vor einem fahrenden Autos mit ihren Rücklichtern sowie auf die Länge der Belichtungen an.

Möchte man aus dem Auto heraus fotografieren, so gibt es spezielle Stative – angefangen von welchen mit einem Saugnapf, über den das Stativ an der Armatur befestigt werden kann, bis hin zu einem Galgen aus Kohlefasern. Dieser wird mit Magneten unter dem Fahrzeug befestigt. Dass diese Konstruktion nicht ganz preiswert ist, kann man sich vorstellen. Alternativ gibt es noch spezielle Stativhalterungen fürs Auto. Die Investitionen für solche speziellen Stativsysteme lohnen sich ab dem Moment, wenn das aus dem Auto heraus Fotografieren keine einmalige Angelegenheit ist. Von Eigenkonstruktionen gerade außerhalb des Fahrzeugs raten wir grundsätzlich ab. Entsprechen diese nicht den Sicherheitsbestimmungen und lösen sich diese, dann kann es zu schweren Unfällen kommen und die Kameraausrüstung ist auch geschrottet.

© Fotograf: Thomas Kögl, Im Tunnel, Blende-Fotowettbewerb
© Fotograf: Thomas Kögl, Im Tunnel, Blende-Fotowettbewerb
Möchte man zunächst erst einmal hineinschnuppern, dann kann man auch auf sein Dreibeinstativ zurückgreifen. Voraussetzung ist natürlich, dass sich die Beinlängen unterschiedlich einstellen lassen (zwei längere hinter dem Fahrer-/Beifahrersitz und ein kürzeres auf dem Rücksitz). Wir empfehlen, das Stativ zu sichern. Manche raten dazu, es durch Sitzverstellung einzuklemmen. Je nach Material der Beine kann man diese dadurch auch sehr schnell verbiegen. Wir würden das Stativ eher mit Kabelbinder/Strick sichern. Wichtig ist, dass das Stativ samt Kamera bei einer Vollbremsung nicht zu einem lebensgefährlichen Geschoss wird. An Zubehör benötigt man zudem einen Fernauslöser, über den die Kamera auch vom Beifahrer bequem aktiviert werden kann. Manche greifen auch noch auf Graufilter zurück – darin sehen wir keine Sinnhaftigkeit, außer man fotografiert am Tag und möchte die Belichtungszeit verlängern. Aber das macht nicht unbedingt Sinn, denn tagsüber hat man nicht die hohe Anzahl an Lichtquellen.

Als Fotograf hat man die Option, die Instrumentenkonsole mit einzubeziehen oder die Leuchtspuren davon losgelöst abzulichten. Ist Erstere der Fall, dann muss die Scharfstellung auf die Instrumentenkonsole erfolgen – danach wird der Autofokus ausgeschaltet. Als Kameraeinstellungen bietet sich die Blendenautomatik oder die manuelle Betriebsart an. Die Belichtungszeit sollte zwischen 15 und 30 Sekunden liegen. Wichtig ist, der Kamera einen nicht so hohen ISO-Wert mit 100 oder 200 vorzugeben. Liegt die Empfindlichkeit höher, kann das Bildrauschen, je nach Kameramodell, störend auftreten.

Fotografieren in der Praxis 11 / 2015

2 Kommentare

Klaus D. hat natürlich recht, wenn er meint, nur der Beifahrer sollte fotografieren. Für den, der es selber durchführen will, ist der Artikel im Weiteren irreführend. So ist der Absatz über den Gebrauch eines Statives völlig überflüssig. Man muss die Aufnahme aus der Hand machen! Die Verzerrung durch rüttelnde Bewegungen des Fahrzeugs wird durch die Massenträgheit der Arme und der Kamera eher gedämpft, ist aber immer noch ausgeprägt. Ein gravierender Fehler ist das aber nicht. Unüberlegt ist aber die Angabe der Belichtungszeit mit 15 bis 30 Sekunden. Richtig sind eher 1/4 bis 1 Sekunde. Und das sind mit hoher Wahrscheinlichkeit auch die Belichtungszeiten der obigen Aufnahmen von Petra Büttgen und Thomas Kögl. Hier ein nächtliches Foto von mir bei der Durchfahrt Rastplatz Basel, aus der Hand durch die Frontscheibe im Bus: Belichtungszeit 1 Sek. und Iso 100: https://flic.kr/p/dxZvjz . Gruß Christian C.

Christian Credner

von Christian Credner
29. November 2015, 13:36:42 Uhr

Grundsätzlich eine gute Idee, aber richtig sicher nur für Beifahrer oder in öffentlichen Verkehrsmitteln.

Klaus D.

von Klaus D.
25. November 2015, 19:46:16 Uhr

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