Närrisches Treiben in Bildern

Närrisches Treibent Bildgalerie betrachten “Närrisches Treibent”
Heinrich Hüwel

Helau oder Alaaf, die Kamera - ob analog oder digital - sollte nicht fehlen, bei den vielfältigen Motiven, die das "närrische Treiben" in der Faschings- beziehungsweise Karnevalszeit zu bieten hat. Personen, ob maskiert und/oder verkleidet, werden im Mittelpunkt des Aufgenommenen stehen. Das besondere Bild möchte eingefangen werden. Das gelingt am besten dann, wenn die Plätze mit ihren Aktivitäten - aber auch die Seitenstraßen - zu den unterschiedlichsten Tageszeiten aufgesucht werden, denn das Licht ist entscheidend für die Bildwirkung.

Aber nicht nur der Umzug hat seine photographischen Reize, sondern auch die Faschingssitzung im Festsaal. Da geht es meist hoch her, die Menschen feiern ausgelassen und auch unweit der Büttenrede und des Bühnenspektakels bieten sich einem eine Vielzahl an Motiven, ob es nun die Kellner und Kellnerinnen mit ihren vollen Getränketabletts sind, das Garderobenpersonal zwischen den Mänteln und Jacken, die verspäteten Ankömmlinge in Hetze, der Tratsch und das Nachschminken auf der Damentoilette.

Kompakte Autofokuskameras mit Zoom, um Entferntes nah heranzuholen, sind bestens geeignet, um das "närrische Treiben" im Bild festzuhalten. Ihr Vorteil liegt im Kompakten, das heißt im Kleinen. Sie passen in jede Tasche und ohne großen Aufwand sind sie schnell aufnahmebereit. Natürlich sind auch Spiegelreflexkameras bestens geeignet, doch sie sind kompakter und schwerer - der photographische Spielraum ist natürlich gegenüber den Kompaktkameras größer. Der automatische Autofokus bietet den großen Vorteil der automatischen Scharfstellung, wodurch man sich auf das Motiv konzentrieren kann. Ein breites AF-Meßfeld erhöht übrigens die Scharfstellgenauigkeit. Wer analog photographiert, der sollte mit Filmmaterial nicht geizen, denn das besondere Bild ist nicht gleich nach dem ersten Betätigen des Kameraauslösers im Kasten. Für den Digitalphotographen gilt, Ersatzspeicherkarten mitzunehmen. Bei der Vielzahl an Motiven, die sich einem in der stimmungsvollen und närrischen Zeit bieten, kommt man schnell auf 60 bis 100 Aufnahmen oder mehr. Diese wollen natürlich in einer guten Bildqualität, das heißt hohen Auflösung gespeichert werden, damit man bei den späteren Vergrößerungen den gewünschten Spielraum hat. Volle Akkus beziehungsweise Batterien sind neben Ersatzakkus oder -batterien ein Muß. Gerade in der kalten Jahreszeit wird mehr Energie benötigt als an warmen Tagen. Da sowohl die analogen als auch die digitalen Kameras wahre technische Wunderwerke sind, sollte man sie vor Feuchtigkeit schützen. In keinem Fall sollte man die Kamera an einem verregneten Rosenmontag zu Hause lassen, denn auch Schmuddelwetter hat seinen Reiz und kann besondere Bilder hervorbringen. In der digitalen Photographie spielt die Auslöseverzögerung nach wie vor eine Rolle und durch die kalte Jahreszeit soll sie verstärkt werden. Verringern kann man die Auslöseverzögerung, indem der Auslöser halb gedrückt wird und die Kamera auslösebereit ist. Über Personen, die eventuell durchs Bild laufen, darf man sich nicht ärgern, denn vielfach können sie den Reiz einer Aufnahme ausmachen. Mit dem Kamerastandpunkt sollte in jedem Fall gespielt werden, möchte man das besondere Bild einfangen. Aufnahmen aus der Hüfte oder über die Köpfe hinweg - wie es die Lomographen gerne machen - haben ihren Reiz und auch ihre Berechtigung. Wie immer in der Photographie gilt auch in der Faschings- beziehungsweise Karnevalszeit: Nah ran an das Motiv, möchte man das Gesehene richtig in Szene setzen.

In erster Linie werden es Personen sein, die abgelichtet werden, ob im Festsaal oder am Straßenrand stehend und den Umzug bewundernd, ob auf dem Umzugswagen in Aktion oder beispielsweise in einer Seitengasse fernab des hektischen Treibens verweilend. Besonderes Augenmerk gilt der richtigen Belichtung des Gesichtes. In Räumen und an trüben Tagen oder bei Gegenlicht ist es ratsam, den Vorblitz - zur Vermeidung von roten Augen - und den Blitz zuzuschalten. Auf den Hintergrund muß ebenfalls geachtet werden, soll er vom eigentlichen Motiv nicht ablenken. Gerade bei Festumzügen und Karnevalssitzungen ist es kein leichtes, den störenden Hintergrund auszuschließen. Aus diesem Grund sollte man - sofern man sich überwinden kann - die Person oder Personengruppe fragen, ob sie sich, fernab vom Gewühl, in Pose stellen möchte. Als kleines Entgegenkommen freuen sich die Akteure vor der Kamera über die Zusendung eines Abzuges.

Eingangs hatten wir bereits erwähnt, daß Kameras technische Wunderwerke sind. Wer lange Freude an seiner Kamera haben möchte, der sollte diese beispielsweise nicht gedankenlos auf den Tisch legen, denn wie schnell kippt ein Glas um oder ein Langfinger greift zu. Sofern nicht photographiert wird, sollte man die Kamera in der Kameratasche - ist oftmals im Lieferumfang enthalten - aufbewahren. Die Optik gilt es schützen, denn sie ist der Garant für "scharfe" Aufnahmen. Sollte sie verschmutzen, so gibt es spezielle Reinigungssets, mit der sie gesäubert werden kann. In keinem Fall darf der Optik mit einem Papiertaschentuch zu Leibe gerückt werden, denn die kleinen Holzpartikel verkratzen die Vergütung. Bei Digitalkameras ist auf das Display zu achten. Sowohl beim Anvisieren von Motiven als auch beim späteren Betrachten der geschossenen Aufnahmen ist ein zerkratztes Display mehr als störend.
 

Fotografieren in der Praxis 02 / 2004

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