Naturfotografie - Dramatisch faszinierend

© Fotograf: Thomas Buchmann, Seljalandsfoss, Blende-Fotowettbewerb
© Fotograf: Thomas Buchmann, Seljalandsfoss, Blende-Fotowettbewerb
Magazine, Ansichtskarten, Reiseprospekte sind voll davon: Aufnahmen mit grandiosen Naturimpressionen. Wenn dann der fotografierende Tourist dann auch einmal so ein Bild machen möchte, dann wird das vielfach irgendwie nichts. Es fehlt die Farbe, die Brillanz, manchmal Schärfe und oft die Dramatik. Und fast immer liegt es am Licht. Denn gute Landschaftsaufnahmen werden nicht in der grellen Mittagssonne gemacht – von weiß getünchten Häusern in der griechischen Ägäis einmal abgesehen.

Zeit heißt das Zauberwort. Eine tief stehende Sonne bringt mehr Farbe ins Bild, lässt die Landschaft dramatischer und durch Schatten auch viel plastischer erscheinen als ein Planet, der senkrecht vom Himmel sticht. Die besten Bilder entstehen entweder am Morgen beziehungsweise am Abend oder wenn die Sonne mit Regen die Plätze am Himmel tauscht. Der Fotograf sollte also rechtzeitig vor Ort sein und dann geduldig auf das richtige Licht warten.

Damit dann auch noch ein grandioses Bild dabei herauskommt, helfen einige einfache Tricks. Zu allererst wäre da das Stativ. Lange Belichtungszeiten, beispielsweise bei einem Wasserfall, lassen sich anders gar nicht ohne Verwacklungen fotografieren. Und das Stativ steht am besten nicht so, dass der Fotograf die Sonne im Rücken hat. Gerade bei tief stehendem Licht sollte die Sonne seitlich stehen, Wasser kommt vor allem bei leichtem Gegenlicht besser zur Geltung. Zudem sollte auf die wichtigen Gestaltungsregeln geachtet werden: Hauptmotiv in den goldenen Schnitt, also etwa auf einer Drittelposition zum Bildrand, außerdem sollte eine Tiefenstaffelung ins Bild kommen. Diagonal ziehende Wolken vermitteln Tiefe, eine Straße die schräg ins Bild verläuft ebenso.

Ein weiteres entscheidendes Kriterium, ob so ein Bild gelingt, ist die richtige Farbe. Idealerweise wird also im RAW-Format fotografiert, dann kann später zu Hause am Computer die gewünschte Bildwirkung nachjustiert werden. Als Anhaltspunkt ist eine Einstellung für normales Tageslicht (etwa 5.500 Kelvin, das entspricht in etwa dem Licht am späten Vormittag) ganz brauchbar, in der Abendsonne wirkt dann bereits alles wärmer.

Wer einer Landschaft im Dunst ein wenig auf die Sprünge helfen möchte, kann mit einem Polarisationsfilter zu besseren Ergebnissen kommen. Ein Polarisationsfilter hilft auch, weiße Wolken vor weißem Himmel besser darzustellen. Wenn Wasser im Bild ist und es für lange Belichtungszeiten zu hell ist, kann ein Neutralgraufilter helfen. Diese gibt es in verschiedenen Stärken.

Übersichtsaufnahmen sollten übrigens durchgängig scharf sein. Dazu muss entsprechend weit am Objektiv abgeblendet werden, mit einem Stativ macht die daraus resultierende längere Belichtungszeit aber keine Probleme. Außerdem versteht es sich fast von selbst, eine möglichst niedrige ISO-Einstellung zu wählen, um maximale Bildqualität zu erreichen.

Fotografieren in der Praxis 08 / 2014

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