Naturfotografie - Herbstimpressionen im Nebel

© Fotograf: Irmgard Waffenschmid, Schönes Hohenlohe, Blende-Fotowettbewerb
© Fotograf: Irmgard Waffenschmid, Schönes Hohenlohe, Blende-Fotowettbewerb
Jede Jahreszeit hat ihre Reize – wir lieben aus fotografischer Sicht den Herbst mit seiner unerschöpflichen Vielfalt an Motiven, ob nun im Kleinen mit den Pilzen, den herabfallenden Blättern etc., oder im Großen mit im Nebel verhangenen Landschaften. Stimmungsvolle Aufnahmen sind garantiert, selbst dann, wenn es draußen neblig-trüb ist. Gerade, wenn es nachts schön kühl ist und am Tag die Temperatur auf angenehme Grade ansteigen, dann ist uns in unseren Breiten ein Indian Summer garantiert. Warum also in die Ferne schweifen – tolle Herbstimpressionen liegen vor unserer Haustür. Und einmal Hand aufs Herz – es tut uns auch körperlich gut. Wie lasen wir kürzlich im Netz: „Ich brauche keine Therapie – Ich geh‘ einfach fotografieren“. Also jetzt kein Trübsal blasen, weil der tolle Sommer vorbei ist und die Tage kürzer werden.

© Fotograf: Isabell Daniel, Eingehüllt!, Blende-Fotowettbewerb
© Fotograf: Isabell Daniel, Eingehüllt!, Blende-Fotowettbewerb
„Der frühe Vogel fängt der Wurm“ ist eine Redensart, die wir sicherlich alle kennen und die zum Ausdruck bringen soll, möglichst früh damit anzufangen, Dinge zu erledigen, denn dann sind die Erfolgsaussichten wesentlich besser. Diese Redensart sollte für alle Fotobegeisterten, die den Herbstnebel für sich thematisieren, Programm sein. Das bedeutet, sich frühzeitig auf den Weg zu machen, heißt es doch, rechtzeitig vor Ort zu sein, um die im Nebel liegende Landschaften wirkungsvoll ablichten.

Herbstnebel sammelt sich in der Regel in Senken und Tälern. Unser Tipp: Suchen Sie sich also vielleicht einen etwas erhöhten Standort, so dass Sie den Übergang vom Nebel zum klaren Himmel fotografieren können. Der aus dem Nebel ragende Kirchturm ist ein bekanntes Motiv. Oder suchen Sie sich als Hauptmotiv eine Burg, die über dem Nebel wacht. Auch, wenn Sie eine im Nebel gehüllte Landschaft fotografieren, denken sie daran, dass der Betrachter auch irgendetwas sehen muss. Einfach eine Wiese mit Nebel kann natürlich durch die Weite wirken. In der Regel ist es aber besser, ein Hauptmotiv ins Bild zu nehmen. Nur wenn es etwas zu sehen gibt, erzählen Ihre Bilder eine Geschichte und sind voller Emotionen.

© Fotograf: michael schröder, der Herbst, Blende-Fotowettbewerb
© Fotograf: michael schröder, der Herbst, Blende-Fotowettbewerb
Überzeugende Nebelimpressionen lassen sich mit Bridgekameras – auch als Superzoomkameras bezeichnet – sowie mit kompakten System- und Spiegelreflexkameras einfangen. Wir empfehlen den Einsatz von kurzen bis mittleren Teleobjektiven, mit denen sich hervorragend die Perspektive verkürzen lässt. Die Bildelemente rücken näher zusammen, wodurch sie sich, im Nebel liegend, besser zur Geltung bringen lassen. Die automatische Fokussierung kann mitunter schwierig sein, weswegen man sich für die manuelle entscheiden sollte. Sofern die Kamera darüber verfügt, sollten Sie den LiveView-Modus wählen – damit können Sie exakt scharfstellen.

© Fotograf: Silvana Schäfer, Elbsandsteingebirge, Blende-Fotowettbewerb
© Fotograf: Silvana Schäfer, Elbsandsteingebirge, Blende-Fotowettbewerb
Ratsam ist in jedem Fall eine Belichtungsreihe, denn Nebel kann den Belichtungsmesser der Kamera täuschen, der gern zu Unterbelichtung neigt. Fotografieren Sie mit der Zeitautomatik, so sollten Sie eine positive Belichtungskorrektur vornehmen. Im manuellen Modus kann die mögliche Unterbelichtung durch die Wahl einer längeren Verschlusszeit kompensiert werden.

Ratsam beziehungsweise empfehlenswert ist auch das Spiel mit dem Weißabgleich, denn möglicherweise erhalten die Aufnahmen das gewisse Extra, wenn die in Nebel gehauchte Landschaft nicht naturgetreu abgelichtet wird.

Liegt Nebel vor, dann sind die Lichtverhältnisse nicht eindeutig, weshalb man das RAW-Format wählen sollte. Einige Kameras bieten die Option, der Parallelaufzeichnung von JPEG und RAW. Damit hält man sich natürlich alles offen und muss seine Bilder – wie beim RAW – nicht mehr im Nachhinein bearbeiten. Weiß man definitiv, dass man seine Bilder nicht bearbeitet, dann macht es natürlich keinen Sinn, das RAW-Format zu wählen. Der Vorteil des RAW-Formates ist, dass diese Bilder noch Reserven haben, deren man sich beraubt, wenn nur das JPEG-Format gewählt wird. So kann der „ausfressende“ Himmel vielleicht noch gerettet werden, Schatten haben doch noch Zeichnung. Da RAW-Bilder größer sind, ist es wichtig, auf die Fototour ausreichend Speicherkarten mitzunehmen.

Und als letzten Tipp sollte man so viele Aufnahmen wie nur möglich machen, denn innerhalb kürzester Zeit sind die Bildveränderungen rasant. Es lohnt sich also, die Serienbildfunktion zu aktivieren.

Fotografieren in der Praxis 10 / 2015

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