Mehr aus sich und seiner Kamera herausholen - Nützliches Stativzubehör für noch mehr Fotofreude

Die Kamera ist das Neueste vom Neusten und bei der Anschaffung hat man nicht gespart – nahezu beste Voraussetzungen für den kreativen Fotospaß am laufenden Band. Nahezu deshalb, weil das kreative fotografische Spiel und Experiment nicht nur eine Kamera voraussetzt, sondern auch entsprechendes Fotozubehör. Natürlich kann man sich – ist kein Stativ zur Hand – beispielsweise auch mal damit behelfen, die Kamera bei der Wahl einer längeren Belichtungszeit auf einer Mauer abzulegen. Doch zum einen ist nicht in jeder Aufnahmesituation so eine Mauer in der Nähe und zum anderen ist diese nur ein Notbehelf. Ein Stativ ist also ein fester Bestandteil jeder Fotoausrüstung. Und man wird feststellen, je intensiver man der Fotografie nachgeht, dass es sehr praktikabel ist, zwei oder drei unterschiedliche Stative in seinem Fotofundus zu haben. Das schwerere Dreibeinstativ, wenn man mit dem Auto unterwegs ist und es auf ein paar Gramm mehr nicht ankommt, dass leichtere für Flugreisen und Wanderungen und das Einbeinstativ (Monopod), das bei Fototouren nahezu nicht ins Gewicht fällt. Hat man ein oder mehrere Stative, dann müssen diese Transportiert und auch geschützt werden – denken wir hier nur an die Safaritour, an den Segelturn oder wenn man in den Bergen unterwegs ist.

Mehr aus sich und seiner Kamera herausholen - Nützliches Stativzubehör für noch mehr Fotofreude

Transporttaschen für Stative

Entscheidet man sich für ein größeres, stabileres Stativ, wird man um die Anschaffung einer separaten Stativtasche mit eigenem Tragegriff und zusätzlichen Schulterriemen nicht herumkommen. Dabei ist es ratsam, bei der Anschaffung einer Tragetasche nicht vordringlich den Preis, sondern die Qualität sowie die Ausführung im Fokus zu haben. Die Tasche sollte nicht nur für zusätzlichen Tragekomfort sorgen, sondern auch Schutz vor Transportschäden bieten. Auch, wenn die meisten Stative weitgehend stoß-, druck- und rüttelfest sind, gegen alle Transporteinflüsse sind Befestigungsklemmen, Kurbeln, Wasserwaage oder Zusatzstreben nicht immer gefeit. Wie weit hier für effektiven Schutz gesorgt werden soll, kann nur der Fotograf, abhängig vom Einsatzzweck, entscheiden. Manchmal reicht ein einfacher Stativsack mit Tragegurt, der verhindert, dass hervorstehende Teile sich verhaken und dadurch beschädigt werden können. In vielen Fällen ist es jedoch ein gepolsterter Stativköcher, der von Fotografen bevorzugt wird. Wer beim Stativtransport absolut sicher gehen möchte, dass sein Stativ unbeschadet am Ziel ankommt, der wird sich einen stabilen, druckfesten Stativköcher anschaffen, der auch lange Reisen im Fluggepäck oder im Safarifahrzeug übersteht.

Zusatzgewichte – Wertvoll, um Vibrationen entgegenzuwirken

Ist das Stativ erst einmal aufgestellt, lässt sich die Auszugshöhe – sofern vorhanden – über die Mittelsäule feinjustieren. Manche Mittelsäulen lassen sich auch umdrehen, so dass der Stativkopf nach unten zeigt, um so eine besonders niedrige Aufnahmeposition zu erreichen. Am unteren Ende sollte sich möglichst ein Haken befinden, an dem sich zur weiteren Stabilisierung der Ausrüstung Zusatzgewichte anbringen lassen, die die Vibration, zum Beispiel auf hoher See, zusätzlich dämpfen.

Stativablagen – Flexibel alles schnell griffbereit

Wer unterwegs mit Kleinzubehör, wie Filtern, Filter- oder Objektivadaptern, Sonnenblenden und Ähnlichem, hantieren muss, wird froh sein über zusätzliche Ablagemöglichkeiten, hat man so alles sofort griffbereit. Praktisch sind da die diversen Stativablagen aus flexiblen, reißfesten Materialien, die sich zwischen den Stativbeinen anbringen lassen.

Immer sicherer Stand – Keine Ausrutscher mehr!

Fast noch problematischer als starke Bodenunebenheiten erweisen sich für die präzise Ausrichtung der Ausrüstung spiegelglatte Böden. Nicht nur, dass manche Stativfüße darauf keinen Halt finden, auch die Gefahr die Parkett- oder Steinböden zu beschädigen, ist nicht unerheblich und kann einen teuer zu stehen kommen. Für solche Gelegenheiten bieten die Stativhersteller spezielle Stativfüße mit Gumminoppen oder Hafttellern an. Praktisch sind sogenannte zusammenklappbare Stativspinnen, die sich zur gefahrlosen Aufstellung als Unterlage für das Stativ verwenden lassen. Manche verfügen über Rollen, die Kamerafahrten für Videoaufnahmen ermöglichen. Umgekehrt kann es auch sein, dass der Fotograf ein Ausrutschen seines Stativs, beispielsweise auf einer festen Grasnarbe oder einem Holzsteg, verhindern möchte. In solchen Situationen können Spikes als Füße weiterhelfen. Mit diesen Stahlspitzen lassen sich die Stativbeine sicher auf entsprechendem Untergrund positionieren. Die meisten Hersteller von Stativ-Spikes bieten für Gelegenheiten, wo die Stahlspitzen Kratzer verursachen könnten, auch Gummikappen zur Abdeckung der Spitzen an, so dass nicht immer gleich die Füße neu montiert werden müssen.

Tellerfüße gegen Einsinken

Outdoor-Fotografen werden genauso häufig mit Situationen konfrontiert sein, wo der weiche Boden zu schnell nachgibt und die Stativbeine darin einsinken. Das kann beispielsweise im weichen Waldboden oder am Sandstrand der Fall sein. Bei diesen Gelegenheiten helfen Tellerfüße weiter. Ihre breite Auflagefläche verhindert das Einsinken der Beine in den weichen Boden.

Der breite Blick über den Teller

Unerlässlich für perfekte Panoramen sind Panoramaköpfe oder, wenn es preiswerter sein soll der Panoramadrehteller. Dieser erlaubt eine präzise steuerbare Verstellung der Kamera in fest definierten Winkelschritten. Die Winkelschritte lassen sich bei diesen Geräten häufig auch über einen Rastungswähler festlegen. Für die genaue Ausrichtung der Kamera auf dem Stativ eignen sich auch sogenannte Nivellierplatten oder Nivellierkalotten. Sie sind nicht nur eine praktische Hilfe zur waagerechten Ausrichtung von Panoramaköpfen, sondern empfehlen sich allgemein als Unterbau zur perfekten Ausrichtung von Stativköpfen.

Auslegerarme für Zubehör

Grundsätzlich sind die meisten Stative für die Aufnahme von Kameraausrüstungen ausgelegt. Doch oftmals werden zusätzliche Halterungen für Blitzgeräte, Mikrofone oder auch externe Monitore benötigt. Für solche Aufgaben bieten zahlreiche Stativhersteller sogenannte Auslegerarme für ihre Stative oder die anderer Hersteller an, an denen sich zusätzliches Zubehör befestigen lässt.

Schnelle Lösung

Ein schneller Wechsel der auf dem Stativ montierten Ausrüstung kann immer wieder erforderlich sein. Das lässt sich durch sogenannte Schnellwechselsysteme beschleunigen. Diese bestehen aus den Wechselplatten, die unter die Kamera geschraubt werden und dort verbleiben, und dem Plattenhalter, der auf den Stativkopf montiert wird. Mit nur einem Hebelgriff lässt sich die so auf dem Stativ befindliche Ausrüstung lösen oder festklemmen. Die meisten Stativhersteller bieten eigene Systeme an. Es gibt aber auch herstellerübergreifende Lösungen, mit denen sich alle Stativköpfe ohne Schnellkupplung aufrüsten lassen.

Fazit

Allein die Ausführungen – und sie sind nicht vollständig -, was es alles an praktischem Fotozubehör für Stative gibt, zeigen auf, dass es sich lohnt, sich mit dieser Thematik auseinanderzusetzen. Um für die jeweilige Fotosituation bestens gewappnet zu sein, aber auch seinem Ziel nach noch besseren visuellem Impressionen noch näher zu kommen, bedarf es der Anschaffung von entsprechendem Fotozubehör. Nichts ist ärgerlicher, wenn man zwar über die perfekte Kamera verfügt, aber man feststellen muss, dass diese alleinig nicht ausreicht, um die Kamerafeatures für das perfekte Bild nutzen zu können.

Fotografieren in der Praxis 12 / 2017

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