Nützliches Zubehör für Objektive

Nützliches Zubehör für Objektive
Kameras für Wechseloptik sind seit Jahren gefragt und dementsprechend steigt die Zahl ihrer Anhänger stetig. In diese Kategorie fallen kompakte (auch vielfach als spiegellos bezeichnet) System- und Spiegelreflexkameras. Der große Vorteil dieser Kameras ist, dass situationsbedingt das Objektiv gewechselt werden kann, vom Fishey-Objektiv bis hin zum Super-Teleobjektiv. Rund um das Auge der Kameras gibt es aus unserer Sicht sehr nützliches Zubehör, dass nicht nur die Objektive schützt, sondern ihren Funktionsradius erweitert und das Fotografieren mit ihnen erleichtert.

Objektivdeckel

Objektivdeckel schützen die Frontlinsen und sind ein Muss, wenn nicht fotografiert wird. Wir alle haben sicherlich in unserer Fotolaufbahn schon einmal den Verlust eines Objektivdeckels zu verzeichnen gehabt. Als richtig gute Erfindung erachten wir bei einer Neuanschaffung Objektivdeckel, die sich über eine Schnur mit der Kamera/Tragegurt beispielsweise verbinden lassen. Möchte man dem Verlust von vornherein vorbeugen, so kann man auch nachrüsten. Es wird hier eine Halterung mit Schnur/Gumiband an den Objektivdeckel geklebt. Schnur/Gummiband werden je nach Ausstattung beispielsweise am Tragegurt befestigt.

Reinigungssets

Objektive sind die Augen der Kamera. Sind sie schmutzig, dann hat dies selbstredend natürlich negativen Einfluss auf die Bildqualität. In jede Fototasche beziehungsweise -rucksack gehört für uns ein Reinigungsset. Diese bestehen in der Regel aus Mikrofasertuch, Wattestäbchen, Blasebalg mit und ohne Pinsel sowie Reinigungsflüssigkeit, mit der sich fettige Verschmutzungen oder Wasserränder entfernen lassen. Jede Reinigung sollte natürlich mit Bedacht erfolgen, denn oberstes Gebot ist, die Frontlinsen nicht zu beschädigen. Manch ein Fotobegeisterter führt auch Druckluft mit sich – bitte hier nicht jene aus dem Baumarkt verwenden, sondern nur welche, die für die Reinigung von Objektiven ausgelegt ist.

Filter

Filter schützen das Objektiv vor Schmutz und/oder führen zu einer gewünschten Bildwirkung. Beim Kauf sollte nicht gespart werden, denn nur mehrfach vergütete, hochwertige Filter verhindern beispielsweise ungewollte Reflexionen, die die Abbildungsqualität des Objektivs deutlich verschlechtern. Weit verbreitet ist die Nutzung von UV-Filtern, die gern zum Schutz des Forntglases eingesetzt werden. Polfilter – auch als Polarisationsfilter bezeichnet – eliminieren Spiegelungen auf nichtmetallischen Oberflächen, erlauben das Fotografieren durch Glasscheiben und durch Wasserflächen. Beim Einsatz des Polfilters wird das Bild klarer, Kontraste und Kanten treten deutlicher hervor. Graufilter – auch als ND-Filter bezeichnet – sind neutral eingefärbt, damit die Farbwiedergabe nicht verfälscht wird. Sie kommen dann zum Einsatz, wenn es darum geht, die Belichtungszeit künstlich zu verlängern. Gerade, wenn das Aufnahmelicht zu hell ist und die Abblendmöglichkeit des Objektivs nicht ausreicht, so greifen Fotografen auf Graufilter zurück, weil sich mit ihnen Überbelichtungen vermeiden lassen. Der Handel hat, je nach Aufnahmesituation, unterschiedliche Graufilter im Angebot. So kommen Graufilter mit niedriger Neutraldichte (ND 0,6 und 0,9) dann zum Einsatz, wenn der Fotograf bei hellem Sonnenlicht mit weit geöffneter Blende arbeiten möchte, um ein Motiv freizustellen. Möchte man hingegen fließendes Wasser ablichten, so wird der Fotograf je nach Fließgeschwindigkeit auf einen Graufilter mit einer Neutraldichte (ND) von 3,0 zurückgreifen.

Nahlinsen

Mit Nahlinsen lassen sich Objekte im Abbildungsmaßstab bis 1:1 ablichten – normale Objektive erzielen maximale Abbildungsmaßstäbe im Bereich von 1:7 bis 1:10. Die Stärke von Nahlinsen wird in Dioptrien angegeben. Nahlinsen verlängern prinzipiell den Objektivauszug, aber nicht mechanisch, sondern durch Verkürzung der tatsächlichen Brennweite des eingesetzten Objektivs. Im Gegensatz zum Einsatz von Zwischenringen oder Balgengeräten muss keine Belichtungskorrektur berücksichtigt werden. Abbildungsmaßstäbe bis etwa 1:4 sind mit Nahlinsen in guter Qualität erreichbar, darüber hinaus lässt die Abbildungsleistung vor allem im Randbereich meist nach.

Makro-Zwischenringe

Makro-Zwischenringe werden zwischen Kamera und Objektiv geschraubt und gelten als Option, wenn man noch nicht über ein Makroobjektiv verfügt. Mit diesen verringert man die Nahdistanz und erhöht dadurch den Vergrößerungsgrad. Zwischenringe haben keinen Einfluss auf die optische Qualität, jedoch reduzieren sie die Lichtmenge, was nicht günstig ist.

Fish-Eye-Vorsatz

Mit einem Fish-Eye-Vorsatz lassen sich, ob in der Makro-, Panorama-, Landschafts- oder beispielsweise Sportfotografie, tolle kreative Effekte. Ist man noch nicht im Besitz eines Weitwinkelobjektivs, so hilft ein Weitwinkelvorsatz den Brennweitenbereich des Objektivs zu verkürzen.

Ringleuchte

Die Ringleuchte ist ein wertvolles Zubehör, wenn man Insekten und Blüten perfekt ausleuchten möchte. Diese wird einfach auf das Objektiv geschraubt und leuchtet das Motiv gleichmäßig aus. Kleinste Blütenblätter können so traumhaft zur Geltung gebracht werden.

Stativschellen

Stativschellen verringern die Gefahr verwackelter Aufnahmen, wenn man eine Kombination aus Kamera und schwerer und/oder langer Brennweite auf ein Stativ montiert. Trotz Stativ wird ein solcher kopflastiger Aufbau schnell instabil, unter Umständen kann er sogar nach vorne umkippen. Mit einer Stativschelle wird diese Gefahr gebannt, denn nun wird das Objektiv durch sie gehalten und mit ihr auf dem Stativgewinde befestigt. In Folge dessen wird das gesamte Gewicht wesentlich besser verteilt und Stativgewinde sowie Objektivbajonett sind auch nicht mehr so großen Belastungen ausgesetzt.

Objektivhalter

Objektivhalter sind die ideale Hilfe für den schnellen Objektivwechsel. Sie werden in unterschiedlichen Ausführungen angeboten. Mit beispielsweise zwei Bajonettanschlüssen und einem Schultergurt ausgestattet, bietet er die Möglichkeit des schnellen Objektivwechsels, ohne dass man die Kamera oder eines der Objektive aus der Hand legen muss. Das an der Kamera befindliche Objektiv wird vom Bajonett genommen und auf die freie Bajonettseite des Lens Holders gesteckt, mit einem weiteren Handgriff wird das zweite Objektiv von der Objektivhalterung genommen und an der Kamera befestigt.

Objektivadapter

Nahezu jeder Kamerahersteller hat seine eigene Bajonetlösung zum Anschluss von Objektiven. Möchte man nun Objektive eines anderen Herstellers nutzen, dann muss auf Objektivadapter zurückgegriffen werden. Voraussetzung für die Adaption systemfremder Objektive ist, dass sie ein größeres Auflagenmaß, darunter versteht man den Abstand zwischen Sensoroberfläche und Objektivauflage, besitzen als die Kamera, an die sie adaptiert werden sollen. Da die Objektivadapter zwischen Objektiv- und Kamerabajonett montiert werden, verlängern sie praktisch wie ein Zwischenring das Auflagenmaß. Daher sind mechanische Qualität und die Präzision der verwendeten Adapter von eminenter Bedeutung für die zu erwartenden Bildergebnisse. Schon minimale Differenzen können Qualitätseinbußen verursachen.

Fotografieren in der Praxis 12 / 2015

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