Fototipp: Osterfeuer - wenn es knistert und funkelt

René Stang, Osterfeuer - Gemeinsamer Austausch unter Freunden und die es werden könnten. Blende-Fotowettbewerb Bildgalerie betrachten René Stang, Osterfeuer – Gemeinsamer Austausch unter Freunden und die es werden könnten. Blende-Fotowettbewerb

Vor lauter Ostereinern und Osterhasen, die schon seit etlichen Wochen die Regale der Supermarktketten füllen, tritt oftmals aus dem Fokus, dass Ostern neben Pfingsten und Weihnachten, als das älteste und höchste Fest der Christenheit gilt. Verbunden mit dem Osterfest sind zahlreiche Bräuche die allesamt lohnende Fotomotive sind. Das Osterfeuer zählt sicherlich zu den visuell imposantesten – wenn Kinder Ostereier bemalen oder sie suchen, so darf die Kamera aber ebenso wenig fehlen, wie wenn die Familie an diesen Tagen zusammenkommt. Da wird es spätestens mal wieder Zeit für eine Gruppenaufnahme, die in keiner Familienchronik und in keinem Fotojahrbuch fehlen darf. Aber zurück zum Osterfeuer als Fotomotiv, das übrigens bereits in heidnischer Zeit praktiziert wurde. Mit dem Osterfeuer versuchte man die Sonne magisch auf die Erde herab zu ziehen. Es verwundert also nicht, dass Osterfeuer oftmals gigantisch an Größe sind, was sie als Fotoobjekt noch reizvoller macht. Die ersten christlichen Osterfeuer gab es um 750 in Frankreich, seit dem 11. Jahrhundert sind sie im deutschsprachigen Raum verbreitet.

Imposante Osterfeuer-Aufnahmen, wie sie auch immer wieder von „Blende“-Teilnehmer zum Wettbewerb eingereicht werden, gelingen nur mit einer Kamera, da die beste Aufnahmezeit die Dämmerung und die Dunkelheit ist. Das Smartphone liefert unter diesen Lichtbedingungen keine zufriedenstellenden Bildergebnisse weswegen es getrost in der Jacken- beziehungsweise Hosentasche verbleiben kann. Die Kameraeinstellungen können manuell vorgenommen werden oder man greift – sofern die Kamera darüber verfügt – auf den Nachtmodus zurück. Einige Kameras bieten auch den Kameramodus Kerzenschein – hier muss man einfach schauen, welcher Modus näher an den Wunschbildern dran ist.

Ohne Stativ wird es kritisch, das Osterfeuer ohne Bewegungsunschärfe einzufangen. Einem Dreibein- beziehungsweise Vierbeinstativ ist der Vorzug vor dem Einsteinstativ zu geben. Mit letztgenanntem Stativtyp ist man zwar sehr flexibel und die Gefahr von Stolpern über die Beine ist mit ihnen auf ein Minimum reduziert. Der Nachteil ist, dass die Wahrscheinlichkeit mit zunehmender Belichtungszeit steigt, dass es beim Einsatz eines Einbeinstativs zur Verwacklungsunschärfe kommt. Wichtig ist, dass Stativ und Kamera eine Einheit bilden. Das bedeutet, dass beides aufeinander abgestimmt sein muss denn ist die Kamera für das Stativ zu schwer, dann geht dieses sprichwörtlich in die Knie.

Ist das Osterfeuer das Hauptmotiv so gehört der Kamerablitz ausgeschaltet. Dieser würde jedes noch so stimmungsvolle Osterfeuer zunichtemachen. Um die Belichtungszeit zu reduzieren gilt es, die ISO-Zahl zu erhöhen, auch, wenn das je nach Kameramodell möglicherweise mit Bildrauschen einhergeht. Dieses fällt aber nicht so ins Gewicht, denn die Rauschpixel vertragen sich perfekt mit dem real vorhandenen Funken- und Ascheflug. Auch, wenn eine offene Blende eine geringe Schärfentiefe mit sich bringt, sollte man sich dafür entscheiden, denn das verkürzt die Belichtungszeit. Um beim Auslösen der Kamera mögliche Erschütterungen zu vermeiden ist der Einsatz eines Fern- beziehungsweise Drahtauslöser ratsam. Auch, wenn die Kamera über das Feature verfügt, über das Tablet beziehungsweise Smartphone gesteuert werden zu können, so sprechen die Begebenheiten bei einem Osterfeuer mit den Menschenmengen etc. dagegen. Lohnenswert ist es übrigens mit dem Weißabgleich zu spielen, der hilft, die Stimmung des Osterfeuers zu unterstreichen. Interessante Impressionen auf ganz andere Art und Weise können die kamerainternen Filter liefern – das Experiment mit den fotografischen Optionen lohnt in jedem Fall.

Sollen Personen am Osterfeuer fotografisch mit eingefangen werden, so stehen diese selten still. Aufgrund der längeren Belichtungszeit, ist eine Bewegungsunschärfe in den Aufnahmen nicht auszuschließen. Möchte man die Personen am Osterfeuer als Silhouetten ablichten, so sollte man sich außerhalb des Kreises befinden. Entscheidend ist, dass die Belichtungsmessung auf dem Osterfeuer liegt. Dies bewirkt, dass beispielsweise Personen im Vordergrund unterbelichtet werden, wodurch man sie als Silhouette ablichten kann.

Geht es am Osterfeuer mehr um Personen und ihre Gesichtsausdrücke, kann natürlich auch der Blitz zum Einsatz kommen. Wichtig für stimmungsvolle Personenaufnahmen ist darauf zu achten, dass diese nicht totgeblitzt werden. Die Blitzleistung muss dann entsprechend nach unten korrigiert werden.

Und nun noch ein letzter Tipp: Bei aller Begeisterung für Osterfeuer sollte man sich für tolle Aufnahmen selbst nicht in Gefahr bringen – Ein gewisser Abstand ist einzuhalten.

„Blende“ – Der Fotowettbewerb für Fotobegeisterte jeden Alters

„Blende“, ist der Wettbewerb für Fotobegeisterte aller Altersgruppen. Seit Jahrzehnten ist „Blende“ ein Trendbarometer für den Stand der Fotografie und damit ein wichtiges Zeitdokument. Die jährliche Gemeinschaftsaktion von Tageszeitungen und der Prophoto GmbH begeistert Teilnehmer, Veranstalter und Bildgenießer gleichermaßen.

„Blende“ bietet allen Amateurfotografen ein Forum und die große Chance, ihre Schaffenskraft zum Besten zu geben. Dazu gehört auch, mit Gleichgesinnten zu den thematischen Vorgaben in den Wettstreit zu treten. Dabei wachsen die Teilnehmer über sich hinaus und geben Zeugnis über ihr kreatives fotografisches Potential. Ihre Bilder sind allesamt fotografisch konservierte Augeneindrücke, die durch ihre Teilnahme an „Blende“ zudem den Raum der privaten Betrachtung verlassen und den öffentlichen Schauplatz betreten. Nur die Präsentation der „Blende“-Bildeinsendungen in den Galerien auf unserer Homepage erscheint uns ausbaubar. Deshalb zeigen wir – vielfach mit Unterstützung der „Blende“-Fotografen – auf, was notwendig ist, um zu so einer sehenswerten Aufnahme, wie hier veröffentlicht, zu gelangen. Damit soll nicht zum Kopieren inspiriert werden, sondern motiviert werden zum eigenen Spiel mit Zeit und Blende. Übrigens: in Kürze fällt mit „Blende 2017“ der Startschuß zur 43. Runde.

Fotografieren in der Praxis 04 / 2017

20 Bewerten  |  Drucken  |  Weiterempfehlen
Kommentare

Es wurden noch keine Kommentare zu diesem Artikel abgegeben.

Artikel kommentieren
* Diese Felder müssen ausgefüllt werden