Hoch hinaus - faszinierende Panoramaaussichten und Wolkenspiele

Dem Himmel ganz nah Bildgalerie betrachten Blende ,“Dem Himmel ganz nah”
Burkhard Luther

Geschwitzt, matt und erschöpft kehren die Lebensgeister binnen weniger Minuten zurück, wenn man nach einer beschwerlichen Bergtour, die alles von einem abverlangte, die grandiosen Panoramaaussichten, Wolkenspiele und Lichtstimmungen der Berge wahrnehmen darf. Jetzt heißt es, zur Kamera zu greifen, wenn sie nicht versehentlich vergessen oder aus Gewichtsgründen gar zu Hause gelassen wurde.

Wen es in die Berge zieht, der hat nicht nur mit dem eigenen Gewicht zu kämpfen, sondern auch mit dem des Rucksacks. Schon vor der Tour wird abgewogen, ob nicht eventuell die kleine, handliche Kompaktkamera mit Zoom vollkommen ausreichend ist, um die Faszination, die von den Bergen ausgeht, im Bild festzuhalten. Gute Aufnahmen gelingen mit ihr in jedem Fall. Erstreckt sich der Zoombereich vom leichten Weitwinkel bis zum Telebereich, dann stehen einem schon viele photographische Möglichkeiten offen. Die Spiegelreflexkamera, mit der Option des Objektivwechsels, ist deutlich schwerer, doch ohne Fleiß kein Preis. Ein Weitwinkelobjektiv gehört ebenso in den Photorucksack, wie ein mittleres und großes Teleobjektiv. Der Nachteil von Festbrennweiten ist das Gewicht, eine Alternative wäre ein Zoom. Durch die Festbrennweiten jedoch wird man gezwungen, mehr auszuprobieren. Ein Stativ ist in den Bergen, gerade wenn man sich für die Spiegelreflexkameraausrüstung entscheidet, unerläßlich. Es garantiert verwacklungsfreie Aufnahmen bei längeren Brennweiten, niedriger Film- beziehungsweise Sensorempfindlichkeit und auch bei Belichtungsreihen kann exakt der gleiche Ausschnitt des Motivs eingehalten werden. Gerade beim Wandern oberhalb der Schneegrenze wird die Luft immer dünner und schon bei leichter Anstrengung gerät man außer Atem. Hat man sich bei seiner Klettertour gegen die Mitnahme eines Stativs entschieden, ist es ratsam, vor der Aufnahme etwas zu verschnaufen, da sonst durch die Handunruhe die Aufnahmen verwackeln können.

Damit die Farben brillanter wiedergegeben werden und die Aufnahmen schärfer wirken, ist ein UV-/Skylightfilter ratsam, das Dunst und Blaustich durch UV-Strahlen beseitigt. Das Polarisationsfilter ist eine Alternative zum UV-/Skylightfilter, denn nicht nur Streulicht wird verringert, sondern auch Reflexe. Die Farben werden reiner, brillanter und gesättigter wiedergegeben. Um Fehlmessungen zu vermeiden, sollten bei Autofokus-Spiegelreflexkameras nur zirkulare Polarisationsfilter zum Einsatz kommen. Ihre Wirkung läßt sich unmittelbar im Sucher betrachten. Das Filter wird so lange gedreht, bis die gewünschte Wirkung sichtbar ist. Einige Zoomobjektive sind ohne Geradführung konstruiert, so daß sich der Tubus mit dem Filtergewinde beim Fokussieren mitdreht. Dadurch verändert sich dabei die Position und somit die Wirkung des Polfilters. Folglich sollte bei diesen Objektiven die Position des Polfilters erst nach erfolgter Fokussierung bestimmt werden, wobei manuelle die Scharfeinstellung bei Verwendung eines Polfilters angebracht ist.

In den Bergen lohnt es sich, auch die Herausforderung der Schwarzweißphotographie anzunehmen. Der große Kontrastumfang der Motive mit dem Dunst in den Tälern, den schneebedeckten Gipfeln und dem im Sonnenlicht gleißenden Gletschern verlangt fast danach. Belichtungstechnische Kompromisse sind die Regel, denn die Begebenheiten machen eine ausgewogene Belichtung fast unmöglich. Der Kontrast läßt sich, nicht nur in der Schwarzweißphotographie, durch ein Grauverlauffilter ausgleichen. So wird das obere Drittel des hellen Himmels beispielsweise durch das Filter minimiert, so daß die Belichtung insgesamt ausgewogener wird. Wie mit den Kontrasten in den Bergen umgegangen wird, ist abhängig von der Sichtweise aber auch von den Vorlieben des Photographen. Einige wünschen feinste andere bevorzugen weniger differenzierte Grauabstufungen.

Gelb-, Orange- oder Rotfilter bringen in der Schwarzweißphotographie Zeichnung in den Himmel aber auch in die Wolken. So verstärkt Gelb den Kontrast und schwächt den vorhandenen Dunst ab. Orange läßt die Wolken gut sichtbar werden und verdunkelt auch das Himmelblau. Rot bringt Dramatik pur in das Bild, das Blau des Himmels wirkt beinahe schwarz, vorhandene Reflextionen werden gar glänzend dargestellt. Zu beachten ist, daß diese Filter Licht schlucken und ein Stativ unentbehrlich ist.

Die besten Aufnahmepositionen für das Photographieren im Gebirge sind entweder ganz unten oder ganz oben. Aus mittlerer Höhe ist der Blick nach oben oder unten in der Regel weniger beeindruckend. Auf der anderen Seite können Dimensionen, gegebenenfalls auf halbem Wege durch die Einbeziehung eines Baumes beispielsweise, besser veranschaulicht werden. Zeit ist in der Photographie der entscheidende Faktor, aus diesem Grund sollte man sie sich nehmen. Es lohnt sich, auf die Wolke zu warten, die einen Schatten auf das Tal wirft oder auf den Nebel, der den Gipfel des Berges nicht freigibt. Gute Aufnahmen von den Bergen sind eventuell all diese, in denen man spazieren gehen kann und die einem Raum zum Träumen lassen.
 

Fotografieren in der Praxis 10 / 2005

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