Passbildautomat 2.0: Partyspaß Photobooth

Foto: Kate Fisher/CC-Lizenz
Foto: Kate Fisher/CC-Lizenz
Auf Hochzeiten und Events greift ein Fotospaß immer mehr um sich: Es wird ein Apparat im Stil eines Passbildautomaten aufgestellt und die Gäste können dort für ein Erinnerungsbild posieren. Ausgelöst wird die Aufnahme per Selbstauslöser beziehungsweise über einen Touchscreen – ein Fotograf ist in der Regel nicht dabei. Um gute Stimmung zu verbreiten und lustige Posen zu erreichen, werden meist noch Requisiten wie bunte Hüte, Brillen oder gar Perücken bereitgestellt. Es geht aber auch ernster: Eine Tafel oder Pappkarten etwa ermöglichen es den Gästen, gute Wünsche für die Gefeierten auf den Fotografien zu verewigen.

Foto: Photobooth-Deluxe.de/Jürgen Mayr
Foto: Photobooth-Deluxe.de/Jürgen Mayr
Ähnlich wie beim Passbildautomaten verleitet die Intimität zwischen Kamera und Motiv dazu, sich zu inszenieren. Bei fortgeschrittener Feierlaune entstehen oft sehr lustige Motive, an denen sich zum Beispiel ein Brautpaar noch lange erfreuen kann. Hat man selbst noch keinen Photobooth live erlebt, aber die Aufnahmen gesehen, wundert man sich schon, zu welchen Posen sich die Abgebildeten hinreißen lassen.

Damit man noch lange Spaß an den Aufnahmen hat, werden sie – anders als beim Passbildautomaten – in der Regel digital gespeichert, so dass sie später zum Beispiel in ein Fotobuch oder eine Web-Galerie eingebunden werden können. Bei vielen Fotoautomaten werden sie außerdem direkt ausgedruckt. Das befeuert die Kreativität der anderen Gäste, die sich schon mal anschauen können, was alles so möglich ist in der Fotobox. Auch kann man den Ausdruck als schönes Geschenk für den oder die Gefeierten die Aufnahmen direkt in ein Album zu kleben und mit persönlichen Glückwünschen zu versehen.

Eigenen Photobooth mieten

Foto: Photobooth-Deluxe.de/Jürgen Mayr
Foto: Photobooth-Deluxe.de/Jürgen Mayr
Wer nun auf den Geschmack gekommen ist und selbst einen Photobooth (manchmal auch Fotobox genannt) auf einer Veranstaltung aufstellen möchte, muss allerdings relativ tief in die Tasche greifen. Da der Kauf mit mindestens € 3.000,— recht kostspielig ist, werden die Fotoautomaten meist gemietet. Für rund drei Stunden, so unsere Recherche, muss man zirka € 300,— veranschlagen. Darin sind die Papierabzüge noch nicht enthalten. Ein solcher Preis kommt zustande, da ein Fotoautomat nicht nur aus einer Kamera besteht, sondern in der Regel auch noch einen Rechner samt Monitor sowie oftmals auch einen Drucker beinhaltet. Dazu kommen eine professionelle Blitzanlage und ein entsprechender Hintergrund, damit die Aufnahmen einheitlich aussehen. Das Ganze ist in einer abschließbaren Box versteckt und mit einer leicht bedienbaren Software versehen, so dass die Gäste nichts verstellen oder gar kaputt machen können. Aus unserer Sicht lohnt sich die Ausgabe bei dem großen Spaß, den man seinen Gästen, aber auch sich bereitet.

Photobooth selbst improvisiert

Wer das Geld für einen gemietetes professionellen Photobooth nicht anlegen möchte, kann im Prinzip auch mit einer Kamera, einem Laptop oder Tablet und entfesselten Blitzen selbst einen Fotoautomaten improvisieren. Noch schlanker geht es mit einem Tablet und Dauerlicht (z.B. einer LED-Lampe). Sowohl für iOS als auch für Android sind mittlerweile zahlreiche Photobooth-Apps erhältlich. Bei einigen müssen die Gäste sogar nicht mal den Auslöser betätigen, sondern das Programm erkennt per Gesichtserkennung automatisch, wenn jemand vor dem Tablet sitzt und löst dann aus. Das ist praktisch, da eine komplizierte Bedienung den Selfmade-Photobooth schnell zum Scheitern bringen kann. Jetzt kommt jedoch auch das ABER: Die eingebauten Kameras in Tablets liefern nicht die besten Aufnahmen.

Einen einheitlichen oder witzigen Hintergrund und entsprechende Requisiten sollte man nicht vergessen. Ideal ist, wenn man sich zum Anlass des Events ein passendes Setting ausdenkt. Das gilt übrigens auch für einen gemieteten professionellen Photobooth. Ist das Brautpaar zum Beispiel surfbegeistert, könnte der Hintergrund ein Großposter mit einer Strandszene sein und als Requisiten Sonnenbrillen, Strandaccessoires und gar ein Surfbrett dienen.

Beim improvisierten Photobooth besteht allerdings die Gefahr, dass die Gäste etwas umreißen oder verstellen. Gerade zu fortgeschrittener Stunde empfiehlt sich deshalb, dass immer jemand bei der Anlage ist. Ist man selbst Gast auf einer Feier, beeinträchtigt das nicht unwesentlich.

Alternativen zum Photobooth

Wer nun ob der Kosten und des Aufwandes für ein Photobooth auf die Idee kommt, Single Use Kameras (Einwegkameras) oder Sofortbildaufnahmen seien eine günstigere Alternative, sieht sich schnell getäuscht. In beiden Fällen sind die Kameras selbst zwar für deutlich unter € 100,— zu haben, es kommen aber noch die Kosten für die Entwicklung (Einwegkameras) beziehungsweise das Sofortbildfilmmaterial (Sofortbildkamera) hinzu. Für nur 200 Bilder (von denen mit hoher Wahrscheinlichkeit mehr als die Hälfte unbrauchbar ist) ist man schnell auch wieder bei Kosten zwischen rund € 100,— (für Einwegkameras) beziehungsweise rund € 250,— (für Sofortbilder inkl. Kamera).

Eine weitere Alternative für technik-affine Gäste sind Wedding-Apps, die die in den meisten Handys eingebauten Kameras nutzen. Nach Installation der App werden die Bilder dann automatisch in einem passwort-geschützten Bereich für den/die Gefeierten hochgeladen. Damit diese Lösung eine vergleichbare Menge guter Fotos wie beim Photobooth ergibt, müssen die Gäste jedoch willig sein, sich die Anwendung zu installieren und von ihrem Smartphone fleißig Gebrauch machen. Das dürfte wohl allenfalls bei der jüngeren Generation der Fall sein. Außerdem muss ausreichend Licht vorhanden sein, da die kleinen Linsen und Sensoren der Smartphones vor allem bei wenig Licht in geschlossenen Räumen schnell überfordert sind.

Ersetzen können solche Alternativen den klassischen Photobooth aus unserer Sicht also nur in den wenigsten Fällen.

Fotografieren in der Praxis 08 / 2014

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7 Kommentare

So , ich habe mich dann für die WiFi Karte entschieden und das hat auch super funktioniert. Nun habe ich das Problem mit der Software. Es funktioniert in soweit,d ass die Fotos sich dank Fernauslöser am Tablet anzeigen , aber ich suche nun eine Software, die vielleicht nach auslösen runterzählt. Und wenn ich die Kamera in die Box stelle, mit dem Empfänger drauf löst es manchmal nicht aus bzwl wird sehr dunkel. Was kann ich hier noch machen? Einfach zwei Softboxen daben stellen oder muss ich die Box selbst beleuchten?

von Hayley
17. November 2015, 14:52:03 Uhr

Ja, das Tablet zeigt die Bilder dann direkt in der App der Karte - aber Achtung! - es kommt auf die Karte an. Nicht alle Karten machen das, deshalb die Empfehlung für Transcend oder Eye-Fi. Die Detailinfos im Artikel: http://www.prophoto-online.de/digitalfotografie/fotos-funken-per-speicherkarte-10009405. - bitte lesen, weil sich die Kartenmodelle deutlich unterscheiden und Sie sich ja bestimmt später nicht ärgern wollen. Wichtig ist auch noch, dass Kamera und Tablet so eingestellt werden, dass sie sich nicht automtisch abschalten - sonst macht das mit der WLAN-Karte nämlich keinen Spaß, weil die Hälfte der Zeit die Übertragung nicht klappt bzw. erst mal alles wieder aktiviert werden muss.

von Petra Vogt (Fotolotsin)
19. August 2015, 09:16:13 Uhr

Also wenn ich die Karte dann in die eos packe würde das Tablet und ich dann ein Foto mit FernAuslöser bediene, zeigt mir das Tablet dann das Bild direkt an oder muss ich noch was einstellen? Bis jetzt habe ich dir Problem das ich mich durch dieses Windows Menü quäle und dann manuell das Bild auswählen muss

von hayley
18. August 2015, 17:50:26 Uhr

Hallo Hayley, die einfachste Lösung wäre in meinen Augen eine WLAN-Speicherkarte und zwar mit automatischer Tablet-Direktanzeige am ehesten eine von Eye-Fi oder Transcend. Schauen Sie sich doch für Hintergrundinfos mal diesen Beitrag hier bei Prophoto-Online an: http://www.prophoto-online.de/digitalfotografie/fotos-funken-per-speicherkarte-10009405. Wenn Sie keine Zusatz-Hardware kaufen möchten, dann würde ich alternativ am ehesten noch die Lösung des Fotografierens mit dem Tablet selbst sehen (wie sie im Artikel ja auch kurz beschrieben ist). Halten Sie uns doch auf dem laufenden, welche Lösung Sie wählen. Finde ich immer spannend zu lesen und hilft den anderen lesern ja dann vielleicht auch. Beste Grüße Petra Vogt

von Petra Vogt (Fotolotsin)
18. August 2015, 16:05:28 Uhr

Hallo ich bin eben über diese Seite gestolpert und hoffe das vielleicht einer der User mir weiter helfen kann. Am Wochende bin ich zu Gast bei der Hochzeit meiner Freundin. Sie hatte sich was besonderes gewünscht also habe ich seit Wochen an einem Ksten im Instagram Stil gtebaut in der ich für den Abend meine Canon Eos mit einem Fernauslöser von Hähnel und einem Tablet (Windows) anschließen will. So weit zur Theorie. Mein Wunsch wäre es, das wenn die Freunde ein Foto auslösen dieses Bild direkt im Tablet angezeigt werden. Nun probiere ich seit Tagen das aus, entweder die Canon ist mega unscharf, was ich so nicht hatte, oder er zeigt es mir auf dem Tablet nicht an. Muss man sich eine so teure Software kaufen oder kriege ich das für den ABend irgendwie auch hin, dass wenn das Foto geschossen wird, dieses Bild angeziegt wird, in einer Galerie oder sO? Ich google mich schon ewig durch und habe keine Ahnung was ich noch tun soll . Dachte das wäre einfacher.

von Hayley
18. August 2015, 15:12:51 Uhr

Hi! Vielen dank für deinen Beitrag! Auch ich habe eine PhotoBooth zur Miete im Raum Karlsruhe gebastelt: http://www.photowaldes.de/photobooth/ Da gibt es ja zich verschiedene Varianten mittlerweile. Meine ist eine geschlossene, doch sieh selbst ;) http://www.photowaldes.de/photobooth/miet-mich/

von Tobias Waldenmeier
05. August 2015, 16:55:25 Uhr

Der Beitrag gefällt mir sehr gut. Es sind alle möglichen Optionen vorhanden. Wir haben mit www.die-fotobox.de eine geschlossene und eine offene Variante verfügbar. Die offene transportieren wir sogar per Transportdienst. Alternativ kann sie bei uns direkt abgeholt werden. Viele Grüße Jürgen

von Jürgen
14. August 2014, 19:59:06 Uhr

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