Die Photoausrüstung für den Urlaub

Am Strand Bildgalerie betrachten Blende ,“Am Strand” Sabine Haag-Zuppardo

Wer eine Reise tut, kann eine Menge interessanter Photos mitbringen - vorausgesetzt er hat eine geeignete Photoausrüstung im Gepäck gehabt. Was man mit in den Urlaub nimmt, das hat in erster Linie mit der Art der Reise und den gesuchten Motiven zu tun. Wer lediglich unbeschwerte Ferienbilder knipsen möchte, der wird sich nicht mit einer gewichtigen Systemkamera nebst einer Reihe von Objektiven behängen. Geht es ihm nur darum, ständig ein photographisches Notizbuch bei sich zu haben, dann ist eine Kompaktkamera genau das richtige. Diese Modelle bieten eine technische Ausrüstung, die beachtlich ist und das Photographieren zu einem Kinderspiel macht. Auch bei Bergwanderungen oder Klettertouren pflegen sich diese handlichen Photoapparate gut zu bewähren.

Hat der Reisende weitergehende photographische Ambitionen, möchte er Bilder gestalten, Architektur oder gar Tiere in freier Wildbahn aufnehmen, dann ist die Spiegelreflexkamera mit einigen Objektiven das richtige. Sie ist an Vielseitigkeit nicht zu übertreffen, meistert jedes Einsatzgebiet und läßt sich, dank der Wechseloptik, gut den verschiedensten Aufnahmensituationen anpassen. Geht es darum, lauschige, aber enge Innenhöfe zu photographieren, dann ist ein stärkeres Weitwinkelobjektiv erforderlich. Möchte man dagegen auf einer Photosafari scheue Tiere groß aufs Bild bekommen, muß ein großes Tele her. Die Frage ist nur, wie viele und welche Zusatzobjektive mitgenommen werden sollen. Auch das hängt bis zu einem gewissen Grad von der Art der bevorzugten Motive ab. Natürlich ist der Gedanke verlockend, stets die gesamte Ausrüstung mitzuführen, doch Gewicht- und Platzgründe verbieten dies meist. Auch die Beschränkungen beim Fluggepäck zwingen zur Zurückhaltung bei der Objektivwahl.

Drei Optiken, ein Weitwinkel-, ein Normal- und Teleobjektiv, genügen für die meisten Motive. In der Praxis erweist es sich als günstig, die Objektive so zu staffeln, daß deren Brennweite jeweils etwa verdoppelt wird. Neben einem 28-mm-Weitwinkel und einem Normalobjektiv von 50 mm wäre dann ein 135-mm-Tele angebracht. Wer sich mehr dramatischen Weitwinkelaufnahmen von Bauten und Landschaften widmen möchte, wählt eine Optik mit noch kürzerer Brennweite, vielleicht mit 24 oder 21 mm. Der Tierphotograph entscheidet sich hingegen für längere Teleobjektive, um seine scheuen Motive näher heranzuholen. Beim Einsatz extrem langer „Tüten“ ist allerdings ein standfestes Stativ meistens unerläßlich. Auch kann sich die Mitnahme eines guten Telekonverters, der die Brennweiten der Objektive verdoppelt, als guter Kompromiß erweisen. Er ist auf jeden Fall kleiner und leichter als ein zusätzliches Tele großer Brennweite, schluckt aber auch etwas Licht. Eine Alternative zu den festbrennweitigen Objektiven stellen die Zoomoptiken dar, deren Brennweitenbereich oft beachtlich ist. Ergänzt werden sollte die Ausrüstung durch Skylight- und Polfilter sowie einen handlichen Blitz.

Die Filter dienen als Schutz des Objektivs vor Feuchtigkeit, Sand und Staub. Die Freaks unter den Amateurphotographen werden allerdings das Filter abnehmen, wenn es die Aufnahmesituation nicht erfordert; denn die Glasscheibe vor dem Objektiv mindert etwas dessen Qualität und damit die Qualität der Abbildung. Das hellrosa eingefärbte Skylightfilter verhindert einen Blaustich in der Mittagssonne, im Hochgebirge und an der See. Das Polfilter kann störende Spiegelungen eliminieren und verhilft zu kräftigeren Farben. Ein handliches Blitzgerät leistet gute Dienste, wenn man abends die Miturlauber photographieren möchte und bei Aufhellung von Gegenlichtaufnahmen.

Damit die wertvolle Photoausrüstung bei den Strapazen einer Reise nicht zu Schaden kommt, muß sie in einer geeigneten Tasche transportiert werden, die genug Platz für Kamera, Objektive und Filme/Speicherkarten bietet. Günstig ist es, wenn man in oder an ihr noch ein Klein- oder Tischstativ für alle Fälle unterbringen kann. Auch sollte wenigstens eine Seitentasche zur Aufnahme von Ersatzbatterien, Drahtauslöser sowie Luftpinsel und Spezialpapier zur Objektivreinigung vorhanden sein. Versehen mit einer solchen Ausrüstung, einer ruhigen Hand und dem richtigen Blick für das Motiv wird die photographische Ausbeute des Urlaubs mit Sicherheit beachtlich sein.
 

Fotografieren in der Praxis 08 / 2005

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