Photographieren bei Eis und Schnee

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“Sessellift”
Ralf Hanisch

Ob beim eisigen Spaziergang durch den schneebedeckten heimischen Park, beim Skiurlaub in den Alpen oder beim Wochenendausflug im Sauerland, gerade im Winter locken die herrlichsten Photomotive. Analoge und digitale Kameras bieten dabei einen technischen Standard, der das Photographieren auch schwieriger Motive bei ungünstigen Wetter- und Lichtverhältnissen einfach und unkompliziert gestaltet. Trotz hohem technischen Standard sind einige photographische Grundregeln zu beachtet, sollen die Aufnahmen ein Volltreffer sein.

Winterphotographie hat vielfach nichts mit Schönwetterphotographie gemein. Es ist kalt, ja bitter kalt. Die Kamera sollte aus diesem Grund möglichst warm gehalten werden. Trotz modernster Technik reagieren viele elektronische Geräte auf extreme Witterungsbedingungen allergisch und verweigern im schlimmsten Fall gar die Arbeit. Kompaktkameras tragen Sie lieber in der Innentasche des Anoraks als im Rucksack. Neben dem Normalzoom 35 - 70 mm ist ein Telezoom 70 - 120 mm empfehlenswert, um auch entfernte Motive formatfüllend aufnehmen zu können. Für Landschaftsaufnahmen ist noch ein 24 oder 28 mm Weitwinkel sinnvoll. Das Polfilter zaubert Reflexe weg und sorgt für einen stahlblauen Himmel. Blaustiche in den Schattenpartien lassen sich mit Skylight-Filter verhindern. Blau kann jedoch auch ein wichtiges gestalterisches Element sein, das den Eindruck von Kälte suggeriert.

Schneelandschaften können zauberhaft wirken, wenn in den Bildern durch Vorder-, Mittel- und Hintergrund Tiefenwirkung entsteht. Nutzen Sie Licht und Schatten. Die besten Bergphotos gelingen in den Morgen- und Abendstunden. Aber auch Details sind ein Photo wert. Rücken Sie dabei farbige Einzelheiten in den Mittelpunkt.

Filme
An hellen Wintertagen sind - wird analog photographiert - nieder- oder mittelempfindliche Filme (50 und 100 ISO) zu empfehlen, für graue Tage höherempfindliche Filme zwischen 200 und 800 ISO sinnvoll. Für kreative Photographen sind, trotz aller nachträglichen Bildbearbeitungsmöglichkeiten, Winteraufnahmen in Schwarzweiß eine besondere Herausforderung. Zarte Grautöne modellieren Lichteffekte und Stimmungen dabei einzigartig.

Belichtung
Bei sehr hellen Wintermotiven, etwa einem weißen Schneefeld, kann es zu Unterbelichtungen kommen. Um diese zu vermeiden, müssen Sie an der Kamera einen Korrekturwert eingeben, der, je nach Weißanteil des Motivs, die Belichtung um eine halbe Blende bis zweieinhalb Blenden verlängert. Am besten ist es, mehrere Aufnahmen mit verschiedenen Blenden- oder Zeitwerten zu machen.

Kälte und Technik
Batterien werden bei Kälte sehr viel mehr beansprucht. Packen Sie sicherheitshalber Ersatzbatterien ein, damit der Photospaß nicht zu früh endet. Viele Kameras sind wasserfest, man braucht keine Angst vor Eis und Schnee zu haben. Doch Tropfen auf dem Objektiv verursachen helle Flecken auf den Bildern. Halten Sie immer ein trockenes Objektivtuch griffbereit, um Nässe von der Optik entfernen zu können. Bitte benutzen Sie kein Papiertaschentuch, dies verkratzt die Optik.
 

Fotografieren in der Praxis 06 / 2004

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