ScanArt - Photographieren mit dem Scanner

Rose Bildgalerie betrachten

“Rose”
Prophoto

Der Scanner ist ein optisches Gerät und dient in erster Linie dem Digitalisieren von Text- und Bildvorlagen. Kaum einer kommt auf die Idee, eine Banane, eine Porzellanrose oder aber eine Paprika, wie in unseren drei Bildbeispielen, zu digitalisieren. Unsere ScanArts belegen, daß es sich lohnt, auch mal den Scanner als Aufnahmeeinheit zu nutzen, denn er bringt wahre Photokunst hervor.

Anders als bei der Aufnahme mit einer Analog- beziehungsweise Digitalkamera weiß man vor dem Scannen nicht, wie das Bild ausfallen wird. Probieren geht hier über Studieren und sicherlich eignet sich nicht jedes Objekt für die Photokunst aus dem Scanner. Ist das Objekt gefunden, bestechen und faszinieren die Ergebnisse durch ihre Plastizität, sie wirken fast dreidimensional. Nur wer genau hinschaut, erkennt, daß die Objekte auf einer Glasscheibe aufliegen. Auffällig ist die große Schärfe im Bildvordergrund, die einer plastischen Unschärfe in der Tiefe weicht. Die leuchtenden Farben der Objekte werden durch den schwarzen Hintergrund verstärkt. Bisweilen macht es sogar den Eindruck, als wären die Bildobjekte mit einem Scheinwerfer perfekt ausgeleuchtet worden.

Für unsere Stilleben kam ein Flachbettscanner mit geöffneter Klappe (damit der Hintergrund schwarz abgelichtet wird) zum Einsatz. In Abhängigkeit von der Objektgröße wurden diese mit einer Auflösung zwischen 600 und 1.200 dpi eingescannt. Durch den variierenden Abstand der Objekte zur Glasplatte konnte auf die Schärfe- und Unschärfeverteilung Einfluß genommen werden. Nach dem Scannen wurden die Bilder bearbeitet, indem der Kontrast, die Tonwerte und die Gradationswerte verändert wurden. Durch die Schwärzung des Hintergrundes wurde die Leuchtkraft der Objekte hervorgehoben.

Auch wenn die Scanobjekte mit aller Vorsicht auf die Glasplatte gelegt werden, so kommt es zur Verschmutzung der Glasplatte. Diese ist, möchte man auch in Zukunft "saubere" Scans haben, in jedem Fall zu reinigen. Zu beachten ist darüber hinaus, daß die Objekte vorsichtig auf die Glasplatte gelegt werden müssen, damit diese nicht zerkratzt. Auch sollten die Objekte staub- und schmutzfrei sein, denn Partikel im µ-Bereich lassen sich nur schwer wieder von der Glasplatte entfernen.

Gerade zu Weihnachten bietet sich die Photokunst aus dem Scanner an, denn die Aufnahmen können zum Beispiel die selbstgestalteten Postkarten schmücken. Aber auch als Vergrößerung in einem Rahmen verschenkt, als Puzzle oder auf eine Tasse gedruckt, können sie große Freude bereiten.
 

Fotografieren in der Praxis 05 / 2004

53 Bewerten  |  Drucken  |  Weiterempfehlen
Kommentare

Es wurden noch keine Kommentare zu diesem Artikel abgegeben.

Artikel kommentieren
* Diese Felder müssen ausgefüllt werden