Photopraxis - Photomotiv "Disco" neu entdeckt

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Wer temperamentvolle Action auf Bühne oder Tanzfläche, schicke Typen, hübsche Mädchen, originelle Dekorationen und effektvolle Lightshows sucht, ist in der Discothek oder auf großen Partys immer gut aufgehoben. Modernste Computertechnologie und aufwendige Lichtanlagen zaubern farbenprächtige Effekte und Stimmungen und die vielen jungen Menschen, die sich von dieser Atmosphäre anstecken lassen, eignen sich ideal als Modelle für jeden Hobbyphotographen. Eine Disco ist somit ein ausgezeichneter, viel zu selten genutzter Tummelplatz für die Freunde fetziger Photomotive.

Als Handwerkszeug für scharfe Aufnahmen von einem Discobesuch oder einer House-Party eignen sich Spiegelreflexkameras mit Wechselobjektiven oder auch gut ausgestattete Kompaktkameras. Diese sollten jedoch über einen großen Brennweitenbereich von Weitwinkel- bis Teleobjektiv verfügen und die Möglichkeit bieten, den eingebauten Blitz auszuschalten, um die vorhandene Lichtstimmung nicht "wegzublitzen". Hochempfindliches Filmmaterial sorgt für kurze Verschlußzeiten, die notwendig sind, um besonders aktive DJs oder sich über den Dancefloor bewegende Tänzer/innen scharf im Bild festzuhalten. In den meisten Discos sorgen unzählige Scheinwerfer und Strahler für ausreichendes Licht, um auch ohne Blitz mit einem "schnellen" Film (ISO 400/27° oder mehr) Bilder einzufangen.

Disco ist Bewegung. Und wenn der DJ sich nicht selbst bewegt, muß der Photograph mit seiner Kamera für die Bewegung sorgen. Viele moderne Blitzgeräte ermöglichen das Blitzen auf den zweiten Verschlußvorhang. Das bedeutet, daß die Kamera das vorhandene Licht bei längerer Belichtung ebenfalls für die Aufnahme berücksichtigt und der Blitz erst am Ende der Belichtung die meist dynamischen, effektvollen Wischeffekte erzeugt, und für das Einfrieren der Bewegung sorgt. Auf diese Weise lassen sich packende Schnappschüsse erzielen und in Dunkelheit verschwindende Hintergründe vermeiden.

Viele Profiphotographen schwören darauf, in der Disco mit Autofokus, Spotmessung und Zeitautomatik zu arbeiten. Am besten eignen sich dabei Spiegelreflexkameras, mit denen Schärfe- und Belichtungsmeßpunkt problemlos im Sucher verändert werden können. Dann hat der Photograph die Gewißheit, daß scharfe, ausgewogen belichtete Photos selbst dann zustande kommen, wenn das ganze Motiv in Bewegung ist. Natürlich bleibt besonders in schwierigen Situationen die Option offen, die Einstellungen manuell vorzunehmen. Das kann zum Beispiel bei extremem Gegenlicht der Fall sein oder wenn bestimmte photographische Effekte erzielt werden sollen, Bewegungsunschärfe etwa oder Leuchtspuren. Eine Belichtungsreihe leistet dann gute Dienste, wenn ein Motiv besonders schwierig ist, gleichzeitig aber auch so attraktiv, daß wenigstens eine gelungene Aufnahme dabei sein soll.

Gleichgültig ob bei Discoparty oder Rockkonzert, der Photograph sollte immer so nah am Geschehen sein wie möglich, um auch enge Ausschnitte festhalten zu können. Ein Weitwinkelobjektiv, Mutige können hier sogar mit extremen Brennweiten (17 mm oder kürzer) experimentieren, unterstützt die räumliche Wirkung der Aufnahmen. Und der Kenner weiß, daß er vom Platz des DJs aus einen guten Überblick über das gesamte Geschehen hat.

Natürlich sind auch Digitalkameras für einen Discobesuch die ideale Wahl, vor allem dann, wenn sie über eine kurze Auslöseverzögerung verfügen. Die meisten dieser Kameras haben auf ihrer Rückwand einen LCD-Monitor, auf dem sich per Knopfdruck die Aufnahme sofort anschauen und zeigen läßt. Neben dem Partygag, den Abgebildeten sofort "ihr" Bild zu zeigen, hat der Photograph die Möglichkeit zur schnellen Bildbeurteilung. Die Speicherkarten der Digitalkameras lassen sich wie Filme schnell und leicht aus der Kamera herausnehmen, um die Aufnahmen via Lesegerät in den PC zu laden oder von den digitalen Photos gleich beim Photohändler, wie gewohnt, Abzüge in Photoqualität zu bestellen. Natürlich freuen sich beim kommenden Discobesuch die Abgebildeten über das eine oder andere gelungene Papierbild mit ihrem Konterfei.

Tips für fetzige Discomotive


  • Die vielen verschiedenen (Spot-)Lichter in einer Disco eignen sich ausgezeichnet zum Einsatz verschiedener Effektfilter.

  • Mit längeren Belichtungszeiten und der Technik des "Blitzens auf den zweiten Verschlußvorhang" lassen sich interessante Wischeffekte und Leuchtspuren erzielen.

  • Scheinwerfer, genau hinter der portraitierten Person, sorgen für einen effektvollen "Lichtkranz". In diesem Fall ist die Belichtung manuell zu korrigieren (plus ein bis zwei Blenden) oder es ist ein Aufhellblitz zu verwenden.

  • Wer beim Photographieren auf Partys, in Discos oder Konzerten nicht mit dem Blitzgerät die Stimmung zerstören will, sollte einen hoch- oder höchstempfindlichen Film (mindestens ISO 400/27°) verwenden.

  • Anstelle einer Spiegelreflexkamera kann auch eine gut ausgestattete Zoom-Kompaktkamera benutzt werden. Sie sollte aber eine große Telebrennweite bieten, damit man auch bei entfernter Action die Distanz überbrücken kann.


 

Fotografieren in der Praxis 01 / 2004

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