Aufwärts - Abwärts / Trepp auf - Trepp ab

Holztreppe Bildgalerie betrachten

Blende ,“Holztreppe”
Reinhold Ludwig

Aufwärts - Abwärts, ein photographisches Thema, das eine Vielzahl an Perspektiven aber auch an Blickwinkeln - ob positiv oder negativ - beinhaltet. Wir widmen uns dem naheliegenden Motiv, den Treppen.

Das Photographieren einer Treppe an sich scheint nur auf den ersten Blick eine leichte Aufgabe zu sein. Die überzeugende Wirkung der Abbildung hängt jedoch von nicht zu unterschätzenden Faktoren ab, die man unbedingt berücksichtigen muß, sollen die Aufnahmen überzeugen. Da ist einmal die Architektur der Treppe zu beachten (auch wenn es sich nur um eine Bodenstiege handelt), die entsprechende, stimmige Beleuchtung, die Schärfentiefe und der richtige Aufnahmestandort.

Welcher Aufnahmestandpunkt der günstigste ist und in welchem Winkel man die Kamera plazieren sollte, muß ausprobiert werden. Am besten ermittelt man den optimalen Aufnahmestandpunkt, indem man vor der Betätigung des Auslösers das Motiv, nämlich die Treppe, aus verschiedenen Blickwinkeln durch den Sucher oder das Display anvisiert. Überlegen Sie zudem, ob Sie die Aufnahme verbessern können, indem Sie näher heran oder weiter zurücktreten oder einen höheren beziehungsweise tieferen Standpunkt auf der Treppe einnehmen. Schon die kleinste Veränderung des Aufnahmestandpunktes kann den Unterschied zwischen einem alltäglichen und einem faszinierenden "Treppen"-Photo ausmachen.

Treppenhäuser sind in der Regel düster, es liegt unzureichendes Licht vor, das sich jedoch bestens für aussagekräftige Aufnahmen eignet. Um bei schwachem Licht gute Aufnahmen zu erhalten, sollte man sich zunächst von der Vorstellung freimachen, jedes Motiv müßte gleichmäßig und hell beleuchtet sein. Gerade der Kontrast zwischen Hell und Dunkel führt zu beeindruckenden Aufnahmen. Machen Sie aus der Not eine Tugend und nutzen Sie diese Gelegenheit zur graphischen Verfeinerung Ihrer Aufnahme. Um bei schwachem Licht noch ausreichend belichtete Photos zu bekommen, muß mit großer Blende und langer Verschlußzeit gearbeitet werden. Die Lichtverhältnisse in manchen Treppenhäusern erfordern eine so lange Verschlußzeit, daß Aufnahmen nur mit einem Stativ möglich sind. Mit einem Weitwinkel- oder Normalobjektiv sind Aufnahmen aus der Hand bis zu 1/60s, mit Teleobjektiv bis zu 1/125s möglich. Der Vorteil von Stativaufnahmen mit langer Verschlußzeit liegt klar auf der Hand: Zur Vergrößerung der Schärfentiefe kann stark abgeblendet werden.

Treppen aber bedeuten mehr, als nur statische Motive zu photographieren. Treppen mit Menschen oder Tieren zu "beleben", können den Reiz der Aufnahme erst ausmachen. Vor allem Bewegung ist ein interessanter Gegenpool zur statischen Ruhe. Treppen kann man beschreiten oder -springen, man kann hinunterfallen, stolpern, ausrutschen und auf ihrem Geländer runtersausen - also "Abwärts" gehen. Man kann sich hinaufbemühen oder ausrutschen, nach oben stolpern - also "Aufwärts" gehen. Treppen können aus drei Stufen bestehen oder aus ungezählten. Sie können aus Holz, Marmor, Beton oder Metall sein, sich draußen oder in Innenräumen befinden.

Aufwärts - Abwärts, Trepp auf - Trepp ab, ein unerschöpfliches Thema, ob zu Hause, unterwegs oder im Urlaub.
 

Fotografieren in der Praxis 09 / 2004

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