Bessere Photos für Internetauktionen

Münze Bildgalerie betrachten Prophoto, Ronald Vedrilla

Das traditionelle feilschen am Tapezierertisch auf dem Flohmarkt hat fast ausgedient. Internetauktionen haben stattdessen Hochkonjunktur, garantieren sie doch sowohl dem Anbieter als auch dem Bieter zu jeder Tageszeit ein Forum. Wer mit technisch überzeugenden Aufnahmen aufwartet, wird auf Internetauktionen überzeugen und seine Ware meistbietend an den "Mann" bringen.

Grundsätzlich ist jede Kamera, ob analog oder digital, bestens dafür geeignet, Aufnahmen der zu versteigernden Ware zu photographieren. Digitalkameras haben gegenüber ihren analogen Kollegen den Vorteil, daß die Bilder gleich digital vorliegen und ohne weiteren Aufwand in den PC geladen werden können. Wer mit einer analogen Kamera photographiert, muß die Aufnahmen über einen Scanner digitalisieren oder muß den Weg zum Photohändler in Betracht ziehen.

Wer für Internetauktionen kleine Gegenstände wie Schmuck oder beispielsweise Überraschungseierfiguren photographieren möchte, dessen Kamera sollte möglichst über eine Nahaufnahme-/Makrofunktion verfügen, um auch kleinste Details ablichten zu können. Ist dies nicht der Fall, so helfen Vorsatzlinsen, Zwischenringe oder Makroobjektive weiter.

Aufnahmen von Gegenständen gelingen in Innenräumen am besten in der Nähe eines Fensters. Helles, diffuses Licht ist besser geeignet als direkter Sonnenschein, der zu harte Schlagschatten wirft. Für die genaue Ausrichtung der Kamera und für verwacklungsfreie Aufnahmen empfiehlt sich die Verwendung eines Stativs. In manchen Fällen ist es ratsam mit Blitz zu arbeiten. Doch Achtung: Bei glatten, blanken Oberflächen kann es zu störenden Reflexen kommen, mitunter werden die Materialien bis zur Unkenntlichkeit verfälscht.

Um nicht vom angebotenen Gegenstand abzulenken, sollte dieser gegebenenfalls auf eine neutrale Fläche gelegt oder gestellt werden - auch auf den Hintergrund gilt es zu achten. Möchte man ein Schmuckstück von seiner besten Seite präsentieren, bietet sich als Unterlage Samt an, der ihm zusätzlich etwas "Edles" verleiht. Bei Überraschungseierfiguren hingegen reicht Stoff vollkommen aus, wobei darauf zu achten ist, daß dieser glatt liegt damit eventuelle Falten die Figuren nicht überragen. Zur Veranschaulichung der Größe der zu versteigerten Ware kann ein Maßband oder Lineal daneben gelegt beziehungsweise gestellt werden. Wird die zu versteigernde Ware im Freien photographiert, sollte dies in den Morgen- und Nachmittagsstunden erfolgen, dann ist das Licht am Besten.

Wer regelmäßig Produkte über das Internet versteigert und diese dafür -photographiert, für den hält die Photoindustrie zahlreiches Zubehör bereit, mit dem Aufnahmen im Handumdrehen gelingen.

Auch wenn ein Bild mehr sagt als tausend Worte, so sind zwei, drei Aufnahmen von ein und demselben Gegenstand aufschlußreicher, was sich im Zuspruch der Bieter niederschlagen wird. Abgesehen werden sollte von dem nachträglichen Wegretuschieren von Kratzern, Flecken oder sonstigen Schäden mittels Bildbearbeitungssoftware. Das ist Betrug und bringt nur schlechte Bewertungen beim Internetauktionshaus ein.

Auch wenn alle photographischen Regeln beachtet werden, so kommt man hin und wieder nicht umhin, die "Auktionsphotos" nachträglich mittels Bildsoftware bearbeiten zu müssen. Zunächst heißt es, dass digitale Bild auf den Rechner zu überspielen, die Originaldatei unverändert zu sichern und dann nochmals unter einem neuen Dateinamen und abzuspeichern. Ratsam ist es, die zu bearbeitenden digitalen Bilder nicht im JPEG zu sichern, da dieses Format mit jeder Speicherung neu berechnet wir, was zu einem Qualitätsschwund führt.
 

Fotografieren in der Praxis 04 / 2004

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