Photopraxis - Photoserien

Der Teddy Bildgalerie betrachten

Viele Hobbyphotographen drücken bei wichtigen Motiven zwei- oder dreimal auf den Auslöser ihrer Kamera, damit sie ein perfektes Negativ, Dia beziehungsweise digitale Bilddaten erhalten. Und sie sind erstaunlicherweise mit diesem einen Bild zufrieden. Schade, denn mehrmaliges Photographieren einer Szene hat seine Reize.

Ein gelungenes Einzelphoto ist gut, eine kleine Bildreihe einfach grandios. Im Gegensatz zum Medium Film läßt sich mit der Photographie stets nur eine winzige Zeitspanne einfangen, die normalerweise in hundertstel Sekundenbruchteilen gemessen wird. Dabei ist es ganz gleich, ob es sich um ein statisches Motiv handelt oder um eine bewegte Szene. Warum also nur ein einziges Bild und das eventuell in dreifacher, identischer Ausführung machen? Gerade Reisen und Urlaub sind ideal für erste Versuche, in Serie zu photographieren und kleine Bildergeschichten festzuhalten.

Um Bilderreihen zu gestalten, gibt es zwei formale Wege: Man kann alles wie eine kleine Reportage darstellen und die Kamera immer näher an das Geschehen heranführen. Diese Art des Photographierens ist darüber hinaus ein gutes Training, um zu formatfüllenden Bildern zu kommen. So kann der Photograph spielerisch erlernen, die Distanz zum Motiv zu überbrücken.

Wirkungsvoller ist die Bildergeschichte. Doch das Risiko, daß nichts oder nichts Spannendes auf der selbstgeschaffenen "Bühne" passiert, ist recht groß. Dann muß der Photograph auch mal Regie führen. Das kleine Weltschmerztheater wurde von der 18jährigen "Blende"-Nachwuchshobbyphotographin reizvoll in Szene gesetzt und sagt viel aus über die Befindlichkeit der handelnden Personen. Es ist offensichtlich ein großer Spaß, Bilder nicht nur zu konsumieren, sondern ganz aktiv und kreativ selbst zu machen.
 

Fotografieren in der Praxis 03 / 2004

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