Phototagebuch

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Carina Christin Rumpf

Das Tagebuch ist für viele Menschen so wichtig wie das tägliche Zähneputzen, das Anziehen, das Essen oder aber beispielsweise der Austausch mit Freunden. Gedanken können ohne wenn und aber niedergeschrieben werden genauso wie Erlebtes, Gefühle des Glücks oder der Trauer. Das Tagebuch ist für alles offen und wem wir es zeigen und ob wir es zeigen, liegt in unserer Hand. Zeit ist oft der begrenzende Faktor, warum Tagebucheintragungen ins Stocken geraten. "Ein Bild sagt mehr als tausend Worte" und darum ist für viele Menschen das Phototagebuch die einzige Möglichkeit, den schnell vergänglichen Moment dauerhaft zu konservieren und die schriftlichen Ausführungen damit zu bekräftigen.

Das Phototagebuch kann als eine persönliche "Tagesschau" angesehen werden, mit dem Selbstportrait vom Tage und/oder den Personen, die den Tag ausmachten. Aber auch das arrangierte Stilleben beispielsweise oder die Blume, der Fels in der Brandung oder der lodernde Kamin können eine Befindlichkeit zum Ausdruck bringen, wozu viele Worte notwendig wären.

Grundvoraussetzung für ein Phototagebuch ist eine Kamera, mit der die Stationen des Tages in Momentaufnahmen eingefangen werden können. Eine kleine, handliche Kamera, - egal ob analog oder digital - die in jeder Jackentasche Platz findet, ist von Vorteil. Ein Zoomobjektiv gestattet das schnelle Heranholen von Motiven und der Autofokus garantiert die problemlose Scharfstellung. Der eingebaute Blitz sorgt auch bei schlechten Lichtverhältnissen für gut belichtete Bilder und sollte auch bei Personen im Gegenlicht zum Einsatz kommen. Digitalkameras haben gegenüber Analogkameras den Vorteil, daß der Auslöser öfter betätigt wird und man die Bilder sofort über den LCD-Monitor betrachten kann. Allerdings besteht bei Digitalkameras die große Gefahr, daß Aufnahmen leichtfertig gelöscht werden, weil sie in diesem Moment für nicht lohnenswert erachtet werden. Unser Tip: Die Aufnahmen zu einem späteren Zeitpunkt - das kann am Abend oder am Ende einer Woche sein - betrachten und erst dann die Entscheidung treffen, welche Bilder eventuell gelöscht werden können.

Manche Menschen haben das Bedürfnis, ihre persönliche "Tagesschau" öffentlich zu machen, in Online-Phototagebüchern. Sie sind sogenannte Photoblogs, eine Kombination aus Photogalerie und chronologisch aufgebautem Bildtagebuch. Je nach Anbieter bekommt der interessierte User ein benutzerfreundliches Album für die digitale Bilderwelt zur Verfügung gestellt, das Platz für die individuelle "Tagesschau" bietet, mit der Option des Printservices.

Die Aufnahmen werden meist chronologisch geordnet mit der Option, daß Besucher des Online-Tagebuches Kommentare hinterlassen können. Viele lieben das Gemeinschaftsgefühl an Online-Tagebüchern und die Möglichkeit, mit nur einem Klick sich in ganz anderen Sphären bewegen zu können. Der Schnappschuß steht im Vordergrund. User, die sich auf Online-Phototagebücher einlassen, erkennen schnell, wie sich Ihre Wahrnehmung ändert. Der persönliche Alltag scheint intensiver erlebt und exzessiver festgehalten zu werden. Die Kamera wird zum ständigen Begleiter. Für viele ist das Online-Phototagebuch das kreative Betätigungsfeld jenseits der täglichen Routine. Die Gefahr für aktive Mitglieder von Online-Phototagebüchern liegt darin, die unverkrampfte Herangehensweise beim Photographieren zu verlieren und den Alltag zu inszenieren oder nur Bilder zu "schießen", von denen man ausgeht, daß sie beim User Gefallen finden.
 

Fotografieren in der Praxis 08 / 2004

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