Porträtfotografie - Augenhöhe

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© Fotograf: Robin Godwyll, Painted Face, Photoglobus

Die Porträtfotografie ist überaus reizvoll, sowohl für den Fotografen als auch für denjenigen, der vor der Kamera posiert. Bereits kleinste Nuancen der fotografischen Veränderung entscheiden darüber, ob einem die charakteristische Abbildung des Gegenübers gelingt. In Hetze, darüber sollte man sich bewusst sein, gelingen keine überzeugenden Aufnahmen. Sowohl vor als auch hinter der Kamera müssen die Personen entspannt, aber auch frei für das Experiment und für Neues sein. Gerade in der Porträtfotografie, wo die vier Perspektiven – frontal, Halbprofil, Dreiviertelprofil und Profil – Standard sind, muss mit der Lichtrichtung aber auch mit der Positionierung der Augenhöhe gespielt werden. Das verlangt von allen Beteiligten viel Geduld, denn sich an den Erfolg heranzutasten ist die Device und dazu gehört auch, sich immer und immer wieder der Porträtfotografie zu stellen und in Fotoausstellungen für die eigenen Umsetzungen Ideen zu sammeln.

Kommen wir zurück zu den Augen. Je nachdem in welcher Höhe die Augen im Bild positioniert werden, können Sie als Fotograf ganz unterschiedliche psychologische Wirkungen erzielen und dementsprechend voneinander abweichende Emotionen transportieren. Befindet sich die Kamera auf Augenhöhe, entspricht dies für die meisten – den „Normalgroßen“ – unter uns der gewohnten Sehweise. Solche Aufnahmen wirken alltäglich, weil gewohnt. Möchten Sie Person dominanter ablichten, hilft ein niedrigerer Kamerastandpunkt unterhalb der Augenhöhe. Als Fotograf blicken Sie sozusagen zum Gegenüber auf. Schauen Sie sich unter diesem Gesichtspunkt die Aufnahmen von Politikern an – sie gewinnen nahezu alle an „Größe“. Liegt der Kamerastandpunkt oberhalb der Augenhöhe, so suggeriert das vielfach Traurigkeit, aber in jedem Fall Unterwürfigkeit – man blickt auf jemanden herab. Werden Frauen so abgelichtet, so fällt dies weniger ins Gewicht, da sie in der Regel kleiner sind als Männer.

Unser Tipp: Alle, die der Porträtfotografie nachgehen, sollten die verschiedenen Kamerapositionen ausprobieren. Nur so kann man die emotionale Wirkung für sich in Erfahrung bringen. Achten Sie darauf, dass der Lichtpunkt auf die Augen optimal gesetzt wird, denn diese müssen vor Lebendigkeit sprühen.

Fotografieren in der Praxis 09 / 2014

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