Photopraxis - Tips für Portraitaufnahmen

Nimm Dir Zeit zum Lachen Bildgalerie betrachten

Blende ,“Nimm Dir Zeit zum Lachen”
Matthias Stalter, 18 Jahre

Portraits von Menschen sind nicht nur irgendwelche Aufnahmen, sondern Charakterbilder, die einen Einblick in die Persönlichkeit geben und Betrachter und Modell ins Staunen bringen sollen. Was aber, wenn dem nicht so ist? Für alle, die mit ihren Portraitaufnahmen noch nicht zufrieden sind, die sich verbessern möchten oder die sich an dieses photographische Motivgebiet noch nicht herangewagt haben, folgende Tips:


  • Sollen einem fremde Menschen portraitiert werden, müssen diese zunächst die Scheu vor der Kamera ablegen. Das gelingt am leichtesten durch ein Gespräch.

  • Technische Einzelheiten sollten vor der Aufnahme geklärt werden, dann braucht während der Aufnahme nicht hin und her überlegt werden, welche Beleuchtung oder welcher Hintergrund am günstigsten wäre.

  • Sofern man über eine Beleuchtungsanlage verfügt, sollte diese schon vor dem Eintreffen des Modells getestet werden, ansonsten wird es nur verunsichert.

  • Portraitaufnahmen sind nicht nur auf Kopf und Schultern beschränkt. Eine Ganzaufnahme ist zwar schwieriger als ein Brustbild, aber ein lohnendes Sujet.

  • Am einfachsten sind Portraitaufnahmen ohne technischen Aufwand im Freien durchzuführen. Sie bringen einen besonderen Reiz, der im Studio so kaum realisiert werden kann.

  • Für Aufnahmen im Freien sind die frühen Vormittags- oder späten Nachmittagsstunden, wenn das Licht schräg einfällt besser als die Mittagsstunden, in der die Beleuchtung meist zu hart ist.

  • Das Gesicht ist der wichtigste Teil eines Portraits und muß deshalb richtig belichtet werden. Am besten eignet sich hierfür die selektive Lichtmessung dicht am Modell.

  • Reicht das vorhandene Licht für eine Aufnahme nicht aus, kann mit einem Aufhellschirm gearbeitet werden oder man läßt das Modell in der Nähe einer reflektierenden Oberfläche posieren.

  • Portraitaufnahmen in Innenräumen entstehen am besten in Fensternähe, das Licht ist natürlicher und weicher. Ist der Raum groß und dunkel müssen die Schatten mit einem Aufhell- oder Reflexschirm aufgehellt werden. Dazu eignet sich jede weiße oder neutralgraue Pappe.

  • Scheint die Sonne direkt durchs Fenster erhöht sich der Kontrast erheblich. Es empfiehlt sich, die Schatten durch Diffusion des Lichtes mit Hilfe eines weißen Bettlakens zu dämpfen.

  • Je nach gewünschter Wirkung kann Kunstlicht von vorne, hinten oder seitlich eingesetzt werden. Generell sollte die Lichtquelle etwas oberhalb und leicht seitlich vom Modell angebracht werden.
  • Tonwert, Farbe und Charakter eines Hintergrunds können die optische und inhaltliche Wirkung eines Portraits stark beeinflussen. Ein heller Hintergrund wirkt freundlicher und ergibt meist reizvollere Portraits, während dunkle Hintergründe dramatisieren. Je kräftiger die Hintergrundfarbe, desto plakativer erscheint das Portrait. Haarfarbe und Kleidung des Modells sollten zum Hintergrund passen.

  • Bei Freilichtportraits sollten nicht mehr Hintergrunddetails ins Bild gebracht werden als notwendig. Eine neutrale Mauer, ein paar Büsche oder ein einzelner Baumstamm reichen meist aus.

  • Objektive zeichnen sehr scharf, was sich auf Portraitaufnahmen möglicherweise störend auswirken kann, weil mehr Details sichtbar sind als gewünscht. Abhilfe schaffen hier Weichzeichner. Der Center-Spot-Filter ist ein Vorsatz mit einem runden Loch in der Mitte, der ein unscharfes Bild mit scharfer Bildmitte liefert. Beim Soft-Shot-Filter ist das Kernbild scharf, das zu den Rändern unscharf wird. Ein Diffuser Filter hat eine unregelmäßige Oberfläche und erzeugt einen allgemeinen Weichzeichnereffekt. Wird feines Gewebe, zum Beispiel ein Nylonstrumpf straff über das Objektiv gespannt und mit einem Gummiring befestigt, erzeugt dies eine strukturierte Weichzeichnung. Die unterschiedlichsten Weichzeichnereffekte werden durch das Auftragen von Vaseline auf einen Skylightfilter erreicht. Zu beachten ist aber, daß Vaseline nie direkt auf das Objektiv aufgetragen werden darf.


 

Fotografieren in der Praxis 02 / 2004

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