Prunksitzung - Zehn Foto-Tipps für tolle Fotos

Die Kapelle spielt, der Elferrat thront und der ganze Saal spielt verrückt. Es ist – leicht zu erraten – Prunksitzung. Wenn Sie in die Verlegenheit kommen, dabei fotografieren zu dürfen oder müssen, ist der Abend nicht gelaufen. Wir verraten, wie es gelingt, ganz locker jede Prunksitzung als Fotograf zu überstehen.

  1. Prunksitzung - Zehn Foto-Tipps für tolle Fotos
    Wenn Sie ein Einbeinstativ haben, nehmen Sie es mit. Sie wissen nicht, von wo aus Sie fotografieren müssen und vielleicht ist der zugedachte Platz neben der ersten Reihe doch nicht so gut. Wenn Sie von weiter hinten fotografieren müssen, ist ein Einbeinstativ Gold wert. Und lassen Sie das Dreibeinstativ zu Hause – es würde zu oft im Weg herumstehen und ist zu unflexibel.
  2. Sie müssen bei einer Prunksitzung nicht viel herumlaufen, sparen Sie also nicht an der Ausrüstung, die Sie mitnehmen. Packen Sie möglichst Objektive mit verschiedenen Brennweiten ein, nur für den Fall der Fälle. Und sparen Sie nicht an Ersatzakkus und Speicherkarten, das alles müssen Sie nur einmal hin und wieder nach Hause tragen.
  3. Wenn möglich, besorgen Sie sich vorher einen Zeitplan – bei den meisten Veranstaltungen gibt es einen festgelegten. Fragen Sie bei den Veranstaltern, ob es auch bei dem Ablauf bleibt, denn nichts ist ärgerlicher, als wenn man beim Höhepunkt der Veranstaltung, der sich verschoben hat, beispielsweise gerade auf der Toilette ist.
  4. © Fotograf: Uwe Derlin, Tanzmariechen imLübecker Rathaus !, Photoglobus
    © Fotograf: Uwe Derlin, Tanzmariechen imLübecker Rathaus !, Photoglobus
    Fotografieren in Sälen oder Hallen bedeutet immer, dass nur Scheinwerfer als Beleuchtungsquelle zur Verfügung stehen. Sie können den Weißabgleich Ihrer Kamera überlassen. Auf der sicheren Seite sind Sie aber mit dem RAW-Format. Dann kann fast nichts schief gehen. Versuchen Sie nicht, während der Veranstaltung den Weißabgleich ständig dem wechselnden Licht anzupassen.
  5. Wenn angestrahlte Personen vor einer schwarzen Wand stehen, besteht die Gefahr, dass die Kameraautomatik den Hintergrund in ein neutrales Grau verwandelt und die Person viel zu hell wird. Stellen Sie um auf Spot-Belichtungsmessung, falls das nicht möglich ist, stellen Sie eine manuelle Belichtungskorrektur von -1 oder -2 ein – je nachdem, wie groß der Helligkeitsunterschied ist.
  6. Noch besser: Stellen Sie um auf manuelle Belichtungssteuerung. Das erfordert aber ein bisschen Erfahrung, denn dann müssen Sie selbst die Belichtungseinstellungen ändern, wenn das Licht wechselt. Vor allem wenn während eines rasanten Showacts der Beleuchter zur Hochform aufläuft, kann das zu einer kleinen Herausforderung werden.
  7. © Fotograf: Michael Seidenschwanz, See (4), Photoglobus
    © Fotograf: Michael Seidenschwanz, See (4), Photoglobus
    Lassen Sie Ihr Blitzgerät zu Hause. Ein Blitzgerät kann zwar eine große Hilfe in Innenräumen sein, aber über lange Zeit ist es für die anderen Anwesenden störend. Bei Konzerten beispielsweise sind Blitzgeräte grundsätzlich verboten.
  8. Statt eines Blitzgeräts nutzen Sie die volle Lichtstärke Ihres Objektivs. Blenden Sie also auf (kleine Blendenzahl), falls möglich, blenden Sie dann wieder eine Stufe ab. Die meisten Objektive haben eine bessere Schärfeleistung, wenn sie nicht ganz aufgeblendet sind. Im Zweifelsfall entscheiden Sie sich für mehr Lichtstärke und nehmen die etwas geringere Bildqualität in Kauf.
  9. Wenn Sie eine Kamera haben, die auch bei hohen ISO-Zahlen nicht rauscht, haben Sie einen großen Vorteil. Nutzen Sie diese Möglichkeit und stellen Sie eine hohe ISO-Zahl ein. Mit ISO 400 können Sie als geübter Fotograf schon brauchbare Bilder machen, mit ISO 1.600 wird es aber viel einfacher. Viel höher sollten Sie aber nicht gehen, da sonst die Bildqualität zu sehr leidet.
  10. Schalten Sie den Serienbild-Modus Ihrer Kamera ein. Beim Gardetanz geht es ohnehin flott zu, aber auch bei eher statischen Motiven kann die Serienbild-Funktion das eine oder andere Motiv retten. Denn wenn der Büttenredner eine typische Handbewegung macht, auf Ihrem Bild aber gerade blinzelt, dann ist das ärgerlich. Das muss ja nicht sein. Und wenn Sie Serienbilder fotografieren, denken sie an ausreichend Speicherkarten.

Fotografieren in der Praxis 02 / 2014

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