Reflexe ausschalten

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© Fotograf: Reimund Zastrow, Blende-Fotowettbewerb

Es gibt mehrere Möglichkeiten, störende Oberflächenspiegelungen zu beseitigen, wenn man durch eine Glasscheibe hindurch photographiert. Eines der besten Verfahren beruht auf der Tatsache, daß alles Licht, das von nicht metallisch glänzenden Oberflächen, wie zum Beispiel Glas, zurückgeworfen wird, polarisiert ist - die Lichtwellen schwingen nur in einer Ebene. Deshalb können diese Reflexe mit einem Polarisationsfilter ausgeschaltet werden, das die in einer bestimmten Ebene schwingenden Lichtwellen schluckt. Das Filter wird einfach so lange gedreht, bis die Ebene, die es blockiert, mit der Schwingungsebene des reflektierten Lichts zusammenfällt, so daß die Reflexe ausgelöscht werden, der Aufnahmegegenstand aber deutlich im Sucher zu sehen ist. Bei Aufnahmen durch eine Fensterscheibe ist ein Polarisationsfilter am wirksamsten, wenn es mit der reflektierenden Oberfläche einen Winkel von etwa 36 Grad bildet, weil bei diesem Winkel die Polarisation am vollständigsten ist. Um den Lichtverlust auszugleichen, muß die Blende um zwei bis drei Stufen weiter geöffnet werden.

Wenn kein Polarisationsfilter zur Hand ist, verändert man am besten so lange seinen Standort, bis die Reflexe am wenigsten stören. Aber das geht nur, wenn die Aufnahmerichtung unwichtig ist, und selbst dann stellt sich nicht immer der gewünschte Erfolg ein - besonders bei schönem Wetter. Eine andere Methode, die sich vor allem für kleinere Gegenstände hinter einer Fensterscheibe eignet, besteht darin, daß man nahe an das Glas herangeht - notfalls so nah, daß die Objektivfassung das Glas berührt -, so daß Photograph und Kamera die Scheibe gegen die einfallenden Strahlen abschirmen und damit auch die Reflexbildung verhindert wird.

 

Fotografieren in der Praxis 08 / 2006

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