Fototipp: Revolution der Momentfotografie

Fotografieren bedeutet nichts anderes als Malen mit Licht und den gesehenen Moment zu konservieren. Welche Zeitspanne der Moment umfasst ist sehr variabel und steht im engen Zusammenhang zur gewählten Belichtungszeit. Durch immer schnellere Kamera-Serienbildfunktionen sowie durch das an Verbreitung zunehmende und recht neue Kamerafeatures 4K (6K bereits angekündigt) erlebt die Momentfotografie eine sehenswerte Revolution an Bildern. Dabei erfindet sich die Momentfotografie in gewisser Weise neu, weil die Wahrscheinlichkeit mit aktuellen Aufnahmegeräten deutlich größer ist, auch wirklich den entscheidenden Augenblick einzufangen. Das hat natürlich positive Auswirkungen auf das Seelenleben der Fotobegeisterten. So steigt zum einen die Wahrscheinlichkeit, den entscheidenden Augenblick eingefangen zu haben. Dies zieht ein Erfolgserlebnis nach sich, das wiederum den Fotospaß weiter erhöht. Zudem muss man möglicherweise künftig auch ein geringeres Maß an Geduld aufbringen, wenn die gewünschte Aufnahme schneller im Kasten ist. Ja und weil sich der Bilderfolg schneller einstellt ist die Zeitersparnis auch noch ein schlagendes Argument.

Uwe Hennig, Tanz, Blende-Fotowettbewerb
Uwe Hennig, Tanz, Blende-Fotowettbewerb

Exemplarische Beispiele sind immer gut, wenn man aufzeigen möchte, was es heißt, den entscheidenden Moment eingefangen zu haben. Nehmen wir hier als Beispiel die Aufnahme „Tanz“ von Uwe Henning eingereicht zu „Blende 2015“ und zur thematischen Vorgabe „Schnappschuss – Ich war dabei“. Ihm ist ein mehr als sehenswertes Bild gelungen, das den Betrachter in den Bann zieht und das obwohl eine Fliege von ihm abgebildet wurde, die nun alles andere ist, als ein Lieblingsgeschöpf. Warum zieht diese Aufnahme den Betrachter so magisch an? Weil es Uwe Henning gelungen ist, einen Moment zu konservieren, den wir im täglichen Leben nicht sehen können, weil uns die Fähigkeiten dafür fehlen. Der „Blende“-Teilnehmer macht mit seiner Momentfotografie „Tanz“ einen Augenblick sichtbar, der uns sonst verborgen ist. Hinzu kommt, dass seine Aufnahme nicht alltäglich ist. Voraussetzung für diesen „Blende“-Wettbewerbsbeitrag war, dass der Bildautor mit einer Canon EOS 7D über eine sehr schnelle Kamera verfügt und somit für sich die Wahrscheinlichkeit signifikant erhöht hat, diesen einzigartigen Moment auch zu konservieren. 4 K, und darüber verfügt das genannte Kameramodell noch nicht, erhöht nochmals die Wahrscheinlichkeit, einzigartige Augenblicke gekonnt einzufangen.

Unter Fotografen gehen leider noch immer die Ansichten zu 4K auseinander – eventuell auch deshalb, weil es Vorzugsweise in Verbindung mit Video thematisiert wird und damit haben zahlreiche Fotobegeisterte nicht ganz so viel am Hut. Zu lesen ist auch, dass es nichts mit der Kunst in der Fotografie zu tun hat, wenn man ein 4K Video dreht und dann ein Standbild daraus ausschneidet. Andere bezeichnen 4K als Features für unkreative Tastendrücker – 4K beraubt sie des Probierens und sich Schritt für Schritt an den Erfolg heranzutasten. Es gibt aber auch von 4K begeisterte Fotografen. Das sind vornehmlich jene, die 4K bereits für sich als Features und somit als fotografischen Meilenstein entdeckt haben. Sie schätzen an 4K die Möglichkeiten sowie die Einfachheit und ergebnisorientierter als bisher fotografieren zu können. Mit 4K sei man nicht mehr zu früh oder zu spät dran, sondern hat den Moment der Momente eingefangen, ob man nun den Aufschlag eines Rotweinglases auf einer Glasplatte in Einzelbildern aufzeigen möchte oder eben eine Fliege die von der Wasseroberfläche aus abhebt.

Fazit

Von Zeit zu Zeit ist es ratsam, sich mit den aktuellen technischen Innovationen im Kamerabereich auseinanderzusetzen. Zwischen einem Aufnahmegerät, das vor beispielsweise fünf Jahren angeschafft wurde und einem aktuellen liegen Meilensteine beispielsweise hinsichtlich der Geschwindigkeit, der Bildqualität und dem Funktionsumfang.

„Blende“ – Der Fotowettbewerb für Fotobegeisterte jeden Alters

„Blende“, ist der Wettbewerb für Fotobegeisterte aller Altersgruppen. Seit Jahrzehnten ist „Blende“ ein Trendbarometer für den Stand der Fotografie und damit ein wichtiges Zeitdokument. Die jährliche Gemeinschaftsaktion von Tageszeitungen und der Prophoto GmbH begeistert Teilnehmer, Veranstalter und Bildgenießer gleichermaßen.

„Blende“ bietet allen Amateurfotografen ein Forum und die große Chance, ihre Schaffenskraft zum Besten zu geben. Dazu gehört auch, mit Gleichgesinnten zu den thematischen Vorgaben in den Wettstreit zu treten. Dabei wachsen die Teilnehmer über sich hinaus und geben Zeugnis über ihr kreatives fotografisches Potential. Ihre Bilder sind allesamt fotografisch konservierte Augeneindrücke, die durch ihre Teilnahme an „Blende“ zudem den Raum der privaten Betrachtung verlassen und den öffentlichen Schauplatz betreten. Nur die Präsentation der „Blende“-Bildeinsendungen in den Galerien auf unserer Homepage erscheint uns ausbaubar. Deshalb zeigen wir – vielfach mit Unterstützung der „Blende“-Fotografen – auf, was notwendig ist, um zu so sehenswerten Aufnahme, wie hier veröffentlicht, zu gelangen. Damit soll nicht zum Kopieren inspiriert werden, sondern motiviert werden zum eigenen Spiel mit Zeit und Blende. Übrigens: in Kürze fällt mit „Blende 2017“ der Startschuß zur 43. Runde.

Fotografieren in der Praxis 03 / 2017

1 Kommentare

Icxh weiß jetzt warum ihr so von 4k schwärmt seitdem ich mit vor kurzem die Panasonic gekauft habe. Einfach der Knaller und Revolution ist da noch untertrieben.

Andreas P.

von Andreas P.
22. März 2017, 14:49:59 Uhr

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