Richtiger Kameraschutz - Wenn es regnet, schneit, stürmt

© Fotograf: Christian Grabautzki, Regenschatten im Abendlicht, Blende-Fotowettbewerb
Christian Grabautzki, Regenschatten im Abendlicht, Blende-Fotowettbewerb
Schlechtes Wetter gibt es nicht und schon gar nicht für Fotobegeisterte. Aktuelle Kameramodelle zeichnet vielfach aus, dass ihnen konstruktionsbedingt Feuchtigkeit so schnell nichts anhaben kann und man bei nicht optimalen Witterungsbedingungen dementsprechend keine speziellen Vorkehrungen treffen muss. Steht also eine Kameraneuanschaffung an, so sollte man insbesondere als Landschafts-, Tier- und Streetfotograf die Wetterfestigkeit der Kamera auch als Kaufkriterium im Blick haben – die Kamerahersteller warten hier mit tollen Innovationen auf.

Nebel und leichter Schauer bis Starkregen

Liegt ein leichter Schauer vor oder ist die Atmosphäre mit Feuchtigkeit durch Nebel angereichert, so schaden diese Witterungsbedingungen in der Regel den Kameras ebenso wenig wie ein kurzer Starkregen. Ist man beispielsweise als Landschafsfotograf bei diesen widrigen Wetterbedingungen unterwegs, so sollte man in regelmäßigen Abständen die Nässe von der Kamera mit einem trockenen und fusselfreien Lappen entfernen, damit keine Feuchtigkeit ins Innere zur Elektronik gelangt, aber auch, weil die Kameranutzung so wesentlich angenehmer und praktikabler ist. Vor der Tour sollte man zudem prüfen, dass der Plastikschutz zu den Kameraanschlüssen funktioniert und auch dicht ist. Ist dem nicht, so sollte man dies schnellstens ändern, denn nichts ist ärgerlicher, als wenn diese Verbindungsmöglichkeit nicht mehr in Betracht kommt, auch weil sie verschmutzt ist.

Sonnen- oder Gegenlichtblenden schützen perfekt die Optik

© Fotograf: Michael Weiß, Herr Amsel steht eisern im Regen, Blende-Fotowettbewerb
Michael Weiß, Herr Amsel steht eisern im Regen, Blende-Fotowettbewerb
Augenmerk ist auf die Optik, also das Objektiv, zu richten. Brillenträger wissen davon ein Lied zu singen, ist die Durchsicht doch sehr reduziert, wenn sich Regentropfen und Wasserflecken auf dem Glas befinden oder dieses angelaufen ist. Nicht anders verhält es sich beim Objektiv. Im Gegensatz zu einer Brille lassen sich Regen und auch Schnee vom Objektivglas sehr gut mit Sonnen- oder Gegenlichtblenden fernhalten. Gerade bei Tele- und Superteleobjektiven lässt sich damit auch bei Dauerregen wunderbar fotografieren, ohne dass Feuchtigkeit auf die Frontlinse gelangt. Dennoch sollte man immer wieder prüfen, ob sich nicht doch ein Wassertropfen auf die Frontlinse verirrt hat. Diesen eliminiert man mit einem Objektivreinigungstuch ebenso wie das Kondenswasser. In keinem Fall sollten Filter und Frontlinse mit Papiertaschentüchern getrocknet werden. Diese fusseln mitunter nicht nur, sondern können mit ihren kleinen Holzpartikeln auch das Glas zerkratzen.

Filter – noch mehr Schutz fürs Objektiv

Zusätzlicher Schutz für das Objektiv, also die Augen der Kamera, garantieren Filter. UV-Filter waren früher Gang und Gebe, heute kein Muss mehr, da die eingebauten Sensoren bereits über einen UV-Schutz verfügen, kommen nach wie vor gern als Objektivschutz zum Einsatz.

Objektivwechsel – Nach Möglichkeit nicht im Freien

Bei Kameras für Wechseloptik sollte bei Dauerregen oder Schneefall der Optikwechsel im Schutz also beispielsweise in den vier Wänden oder im Auto erfolgen. Leider gibt dies nur nicht immer die Situation wieder. Für diesen Fall bietet sich ein Sack an, wie man ihn aus der Filmentwicklung/Analogzeit kennt, oder ein Regenschirm. Letztgenanntes sollte möglichst groß dimensioniert sein. Damit weder Schnee noch Regen in die Kamera gelangen, sollte die Kamera mit dem Objektivanschluss nach unten während des Objektivwechsels gehalten werden. Dies reduziert deutlich die Wahrscheinlichkeit, dass Feuchtigkeit in das Innere der Kamera gelangen kann. Vor dem Ansetzen der Optik sollte man in jedem Fall die Rücklinse auf mögliche Tropfen prüfen. Ist es extrem windig, so sollte man abwägen, ob ein Objektivwechsel wirklich sinnvoll ist.

Zusätzlicher Kameraschutz bei längerem Stark- und Dauerregen

Regnet es aber über einen längeren Zeitraum in Strömen, so sollte man seine Kamera in jedem Fall vor Nässe schützen. Im Handel werden für etwa € 10,— bis € 15,— transparente Kunststoffhüllen angeboten. Bis zu einem gewissen Grad schützen sie die Ausrüstung vor Staub und Feuchtigkeit. Etwas kostspieliger sind Hüllen aus wasserdichtem Nylon mit Sichtfenster. Es gibt hier sogar Modelle, mit denen man abtauchen kann. Mit Kosten von € 200,— und mehr muss man für spezielle Unterwassergehäuse rechnen. Diese spielen ihre Stärken auch bei Starkregen, Staub und Sand aus. War der Wolkenbruch nicht vorhersehbar, dann kann man sich notfalls auch mit einer Plastiktüte behelfen – Im Netz schwirren mit Gefrierbeutel, Klebeband und Kabelbinder allerhand Eigenbauanleitungen herum. Für den Notfall sicherlich eine Option, aber nicht unbedingt die sicherste.

© Fotograf: Jan Crutsen, 1 Bogen, Blende-Fotowettbewerb
Jan Crutsen, 1 Bogen, Blende-Fotowettbewerb

Kamera trocknen, bevor es in die Fototasche bzw. in den Fotorucksack geht

Wird nicht fotografiert, dann gehört die Kameraausrüstung bei Regen oder Schneefall in eine Fototasche beziehungsweise einen Fotorucksack. Bevor man sie da verstaut, sollte man sie in jedem Fall mit einem Lappen trocknen. Bei Regen – erst recht bei Starkregen – sowie Schneefall können sich all jene freuen, die ihre Fototasche/Fotorucksack mit Weitsicht erworben haben. Nicht alle sind wasserfest. Je nach Modell gibt es welche mit Regenhüllen. In der Regel sind damit Tasche/Rucksack und Kameraausrüstung vor Feuchtigkeit geschützt. Im Klaren muss man sich jedoch darüber sein, dass diese Regenhüllen die Fototaschen/-Rucksäcke nicht zu einem wasserdichten Behältnis machen. Ist man beispielsweise auf einer Wildwassertour unterwegs, dann ist es ratsam, die Fototasche zum Schutz vor Feuchtigkeit beispielsweise in einem handelsüblichen Müllsack zu verstauen. Das Packmaß sollte so gewählt werden, dass Rucksack/Tasche bequem reinpassen. Natürlich gibt es auch Speziallösungen. Die machen zum Beispiel auf einer Segeltour Sinn.

Wieder zu Hause – raus mit dem Aufnahmeequipment aus der Fototasche

Ist man wieder im Trockenen, Warmen, Staubfreien angelangt, bitte die Kameraausrüstung aus der Fototasche befreien, trocknen und gegebenenfalls säubern. Auch wenn man die Kamera vor dem Verstauen in die Fototasche mit einem Lappen getrocknet hat, so hat man immer noch eine Restfeuchte. Würde man dann die Fototasche nach seiner Tour einfach abstellen, dann kann es zur Schimmelbildung kommen. Je nach Befall kann dies eine professionelle Spezialreinigung nach sich ziehen. Es kann aber auch sein, dass die Kameraausrüstung dauerhaft beschädigt wird.

„Blende“ – Der Fotowettbewerb für Fotobegeisterte jeden Alters

„Blende“ ist der Wettbewerb für Fotobegeisterte aller Altersgruppen. Seit Jahrzehnten ist „Blende“ ein Trendbarometer für den Stand der Fotografie und damit ein wichtiges Zeitdokument. Die jährliche Gemeinschaftsaktion von Tageszeitungen und der Prophoto GmbH begeistert Teilnehmer, Veranstalter und Bildgenießer gleichermaßen.

„Blende“ bietet allen Amateurfotografen ein Forum und die große Chance, ihre Schaffenskraft zum Besten zu geben. Dazu gehört auch, mit Gleichgesinnten zu den thematischen Vorgaben in den Wettstreit zu treten. Dabei wachsen die Teilnehmer über sich hinaus und geben Zeugnis über ihr kreatives fotografisches Potential. Ihre Bilder sind allesamt fotografisch konservierte Augeneindrücke, die durch ihre Teilnahme an „Blende“ zudem den Raum der privaten Betrachtung verlassen und den öffentlichen Schauplatz betreten. Viele dieser Aufnahmen entstehen unter widrigen Wetterbedingungen, weil diese für besonders sehenswerte Fotografien mit herausragender Lichtstimmung stehen. Das setzt voraus, dass man sein Aufnahmeequipment schützt und pflegt. Wie lohnenswert es bei Regen auf Fototour zu gehen zeigt die kleine Auswahl an Bildeinsendungen, die zu „Blende 2017“ eingereicht wurden. Weitere Informationen zum laufenden Fotowettbewerb „Blende 2017“.

Fotografieren in der Praxis 09 / 2017

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