Gelegenheit für reizvolle Schnappschüsse - Vogelfütterung im Winter

Vogelfütterung Bildgalerie betrachten “Vogelfütterung”
Herbert E. Maas

Seit Herbst finden wir es in den Supermärkten und Drogerien: das Vogelfutter. Gerade bei Dauerfrost, starkem Schneefall, geschlossener Schneedecke und nach Eisregen können die bei uns weilenden Singvögel in Not geraten und sind besonders in Städten auf Vogelfutter angewiesen. Körnerfresser wie zum Beispiel Finken, Sperlinge und einige Meisen-Arten bevorzugen Sonnenblumen-, Hanf- und Leinsamen, Haferflocken oder das im Handel erhältliche gemischte Streufutter. Weichfresser wie Amseln, Stare, Meisen, Zaunkönige, Rotkehlchen und Kleiber hingegen lieben Fettfutter, Beeren und Rosinen sowie Meisenringe und -knödel. Weder Brot noch Speisen, die salzhaltig sind, dürfen an Vögel verfüttert werden.

Für die artgerechte Winterfütterung bedanken sich die Vögel bei den Photographen, denen sie sich beim An- und Abflug, beim Fressen, beim Anhassen anderer Arten oder bei Auseinandersetzungen um das Futter als lohnendes Motivgebiet darbieten.

Um die Vögel beim Fressen nicht zu stören, sollten die Aufnahmen aus einem Versteck oder durch das offene Fenster beziehungsweise durch die Fensterscheibe eines unbeleuchteten Raumes gemacht werden. Für eine große und bildwirksame Abbildung darf die Entfernung zwischen Futterstelle und Kamera nicht mehr als drei Meter betragen. Dagegen muß die Objektivbrennweite möglichst groß sein. Vorteilhaft sind Tele-Zoom-Objektive mit Brennweiten bis zu 210 oder 300 mm, die eine Anpassung an einen einzelnen Vogel oder an eine Gruppe gestatten. Reicht das Tageslicht für kurze Belichtungszeiten wie 1/125 oder 1/250 Sekunde nicht aus, kann man auch Blitzlicht einsetzen. Dabei wird allerdings der Hintergrund schwarz abgebildet und die Vögel im Vordergrund geraten oft zu hell. Wer analog photographiert, sollte einen höchstempfindlichen Film, zum Beispiel mit ISO 400 verwenden, der auch bei wenig Licht noch Momentaufnahmen erlaubt. Auch bei Digitalkameras kann die Lichtempfindlichkeit der Aufnahmesituation angepaßt werden, so daß man ohne Blitz die Vögel photographieren kann. Grundsätzlich ist zu bedenken, daß die Vögel nicht erschreckt werden dürfen. Auch hinter Glasscheiben und in einem Versteck oder Tarnzelt darf sich der Photograph nicht auffällig bewegen, um bei den Vögeln keine Panik auszulösen, die zu einem langen Wegbleiben führen kann.

In der Nähe von Futterstellen verlieren die Vögel oft ihre Scheu vor dem Menschen und fliegen mitunter die Hand an, um von ihr das Futter zu picken. Doch auch hier heißt es beim Photographieren, Abstand zu wahren und die Kamera sollte schon vor dem Anflug des Vogels aufnahmebereit sein. Vögel unterliegen, genauso wie Menschen, Gewohnheiten. Diese kann sich der Photograph zu nutze machen, denn mitunter fliegen die Vögel zu einer festen Zeit die Futterstelle an, wenn sie darauf konditioniert wurden.
 

Fotografieren in der Praxis 06 / 2004

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