Meine Kamera, meine Fotos, meine Motive, mein Blog: Schritt für Schritt zum Fotoblog

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Fotoblogs sind mehr als nur „Bilder im Web zeigen“, sie sind die digitale Verlängerung klassischer Foto-Ausstellungen.

Früher war alles anders, jedes Foto war etwas Besonderes, etwas Einzigartiges. Heute, im Smartphone-Digital-Zeitalter, hat indes theoretisch jeder das nötige Equipment, unbegrenzte Mengen an gestochen scharfen Bildern zu schießen. Und dass Fotografieren nicht nur im übertragenen Sinn „leicht“ geworden ist, muss man angesichts grammschwerer Vollautomatik-Digitalkameras auch nicht erklären. Vielen Fotografen geht diese Massenhaft-Mentalität jedoch gegen den Strich, weshalb sie auf ihren Blogs beweisen, wie grandios Fotografie auch heute noch aussieht, wenn man auf die „alten Tugenden“ setzt. Und wie einem der Gang durch das Fotoblog-Portal auch als Anfänger gelingt, zeigt der folgende Artikel.

Nicht verstecken: Fotografieren für Publikum

Jeder langjährige Fotograf kann sich vielleicht in das Gefühl zurückversetzen, das er hatte, als er das erste Mal ein Werk einem Fremden präsentierte. Die dabei empfundene Mischung aus Stolz und Nervosität gilt nach wie vor – trotz der gänzlich anderen, geradezu inflationären Möglichkeiten, welche Digitalfotografie heute bietet.

Das Bild im Netz – ein Bedeutungswandel

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Für viele ist das Smartphone heute die erste und oft einzige Wahl. Kein Problem, deren Linsen & Chips sind mittlerweile wirklich hochwertig.
Alles ist gleich, alles ändert sich. Dieser Satz gilt für Fotografie im Besonderen. Seit jenem 19. August 1839, an dem das erste Foto der Welt geschossen wurde, ist Fotografie über alle technischen Änderungen und stilistischen Epochen immer eines geblieben: Der Versuch, den gigantischen Malstrom der Zeit für einen Sekundenbruchteil anzuhalten und den Moment einzufangen. Diese Sichtweise, das Foto als Einfrieren des ansonsten unaufhaltsamen Zeitflusses, überdauert in ihrer Gültigkeit alle Epochen:

Sie galt in den Zeiten, als das Belichten und Entwickeln einer Fotoplatte noch ein geradezu alchemistischer Vorgang war. Sie blieb bestehen, als jeder Tourist eine Kamera mit 35-Millimeter-Film besaß. Und ja, sie gilt auch heute noch, wo Top-Digitalkameras so viele Bilder pro Sekunde schießen, dass man eher von einem Film sprechen könnte. Immer zählt der einzelne Augenblick.

Doch natürlich ist der Wandel ebenso spürbar. Denn während Fotografie als solche auf der (film-) technischen Ebene bis in die 90er Jahre weitgehend gleich blieb, erlebte sie seitdem eine Veränderung. Die größte davon: Jeder Fotograf hat heute die Möglichkeit, buchstäblich tausende Bilder auf fingernagelgroßen Chips zu speichern und diese sofort nach dem Auslösen zu betrachten.

Man muss gar nicht auf heutige Bauformen von der 99-Euro-Kompaktkamera bis zur spiegellosen High-End-DSLR eingehen, um zu sehen, welche Revolution dies darstellt – zum ersten Mal in der Geschichte der Fotografie ist der eingefrorene Moment nicht nur zeitnah vorhanden, sondern beliebig veränderbar. Waren früher Retuschen, Abwedeln und die verwandten Techniken noch eine schwierige und doch nur marginale Manipulationsmöglichkeit, muss man heute durch die Existenz von Photoshop und Co. eher fragen, was nicht möglich ist.

Präsentation und Kommunikation

Allerdings sorgt diese neue Leichtigkeit auch für einen Negativeffekt, den so mancher Profi schon am eigenen Leib zu spüren bekam: Die Welt quillt über vor Fotos, weil praktisch jede Digitalkamera heute die Möglichkeit hat:

  • Fotos in Sekundenbruchteilen ins Netz hochzuladen und sie aller Welt zu präsentieren.
  • elektronische Helferlein einzusetzen, welche die komplexen Einstellungen vornehmen können
  • mangelnde Kenntnisse ihres Benutzers so auszugleichen, dass dennoch passabel wirkende Bilder entstehen.

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Die Digitalisierung sorgte dafür, dass viele heute ihr eigener Fotograf sind – und darüber auch für eine Fotoflut im Netz.
Das Ergebnis: Die Zeiten, in denen Profifotografen ihren Lebensunterhalt dadurch bestreiten konnten, dass sie einfach Fotos schossen, sind zwar nicht vorbei, aber wesentlich härter geworden. Kindstaufen, Geburtstage, und sämtliche andere großen Lebensmomente, die früher das Profifotografen-Revier waren, werden heute von digital ausstaffierten Laien fotografiert – ohne dass man als Unkundiger auf den ersten Blick großartige Unterschiede feststellen könnte. Das führt dazu, dass bei der klassischen „Arbeitsfotografie“ ohne künstlerischen Anspruch heute eine unglaubliche Masse an Fotograf(i)en vorhanden ist.

Und hier kommen wir zum Blogger, der unzweifelhaft ebenso ein Kind der Digitalisierung ist. Doch was macht ein Fotoblogger? Er präsentiert seine Werke – online. Also grundsätzlich nichts anderes, was auch Otto Normalverbraucher tut, wenn er seine Urlaubsfotos auf Facebook hochlädt. Doch so einfach ist es nicht, denn der Fotoblogger als solcher ist eben trotz oder vielleicht gerade wegen der digitalen Fotoflut bewusst oder unbewusst ein Anhänger des alten Stils.

Wer Fotoblogs durchforstet, stellt nämlich eines fest: Darin geht es immer wieder um einzelne Bilder, auch wenn dieses eine Bild vielleicht aus einer ganzen Serienaufnahmen-Reihe gezogen wurde. Keine Alltagsaufnahmen, sondern künstlerische Fotografie im klassischen Sinne. Und man bemerkt sofort, dass für den Blogger wieder dieser eine magische Moment zählt, in dem die Zeit stillsteht.

Damit ist Fotobloggen in seinem Kern eigentlich „nur“ eines: Das Ausnutzen der digitalen Präsentierbarkeit, um die Schönheit eines Fotos und das eigene Können einem geneigten Publikum vorzuführen. Insofern stehen Fotoblogger damit in einer Linie mit früheren Fotografen, die auf Ausstellungen präsentierten. Doch der Blogger geht noch etwas weiter. Wo in analogen Zeiten Namen alles waren, war es selbst für äußerst talentierte Laien oft schwer, auch nur ein Bild dort unterzubringen. Heute indes stehen zwischen dem Foto und seiner Präsentation vor einem praktisch unbegrenzten Publikum nur einige Mausklicks. Und das ist gut so, denn wie die meisten Fotografen wissen, bedeutet der Stempel „Laie“ längst nicht, dass dort auch Laienhaftigkeit drinsteckt.

Von Fotobloggern für (potenzielle) Fotoblogger

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Viel Zeit, keine „jetzt oder nie“-Momente. Landschaftsfotografie ist ein sehr dankbarer Einstieg, um richtig gute Blogfotos zu erstellen.
Laienhaftigkeit ist das Stichwort. Denn Fotoblogger werden, kann prinzipiell jeder. Aber gute Fotos schießen, die sich von der Social-Media-Schnappschuss-Masse abheben, kann man auch heute nur, wenn man zumindest das grundlegende Knowhow beherrscht und „Blende“ nicht für die Sonne hält, die einem beim Fotografieren ins Gesicht scheint.

Knowhow und Technik

Und hier kommen erneut Fotoblogger ins Spiel. Denn es gibt viele von ihnen, die einen Teil ihres Blograums darauf verwenden, diese Knowhow-Grundlagen zu erklären und oft genug auch ein wenig mehr.

Kwerfeildein.de

Kwerfeldein ist ein solches Fotoblog. Allerdings schreibt und zeigt hier nicht nur ein Fotograf, sondern ein ganzes Team aus Fotoprofis und engagierten Hobbyfotografen. Zusammen ergibt das einen aufregenden Mix, in dem nüchterne Portraits ebenso ihren Platz haben, wie spannende Reportagen und künstlerisch hochwertige Fotografie.

Pixolum.com

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S/W ist ein tolles Stilelement, aber nur, wenn man es per Einstellungsebene einbaut und nicht durch einen Klick der „Entsättigen“-App.
Pixolum ist eigentlich eine Seite, die Fotografen, Models und Visagisten zusammenbringt – eigentlich. Denn auf dem dazugehörenden Blog werden auch die handfesten Aspekte der Fotografie erklärt. Und zwar nicht nur Basics, sondern auch Dinge, die so mancher erfahrene Laie nicht aus dem Stehgreif weiß. Artikel wie „So fotografiert man die Milchstraße“ machen diese Seite zu einem Leckerbissen für alle, die Ihr eigenes Fotoblog aufpeppen möchten.

Fotografr.de

Welches Equipment brauche ich wirklich? Worin transportiert man seine Ausrüstung am komfortabelsten? Für solche und ähnliche Fragen steht Fotografr mit Rat, Tat und vielen Produktnews zur Seite. Aber das Blog zeigt eben auch die ausführende Seite, erklärt Stile und nicht zuletzt auch, wie man sein Können zu Geld machen kann.

Stefangroenveld.de

Stefangroenveld ist das Blog eines echten Profis. Groenveld fotografiert nicht nur den FC Sankt Pauli, sondern brachte seine Werke ziemlich prominent unter – etwa im Booklet der Grönemeyer-CD „Live in Bochum“. Daneben unterfüttert er sein Blog aber auch immer wieder mit Fotos, die ohne jede weitere textliche Erklärung auskommen, und trotzdem Kniffe verraten. Besonders interessant: Groenveld ist einer der wenigen Fotoblogger, die gern und oft analog auf Motivjagd gehen und damit beweisen, dass jemand „vom alten Schlag“ nicht vergeblich gegen die digitale Fotowelt anrennt.

Inspiration

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Auch Alltags-Situationen können ein Blogfoto sein und schulen ganz nebenbei auch noch die Schnelligkeit mit Kamera und Co.
Die Technik ist gekauft, die Grundlagen beherrscht man. Doch was fotografiert man nun? Keine Sorge, auch dafür kann man Blogs nutzen. Denn auch wenn das „Kopieren“ von Stilen nicht die feine Art ist, so ist Inspiration doch alles.

Naturfotocamp.de

Naturfotocamp zeigt vor allem eines: Dass es keine Menschen oder menschgemachte Dinge braucht, um imposante Bilder zu schießen. Hier ist der Name Programm und die Schönheit unserer Welt steht im Mittelpunkt. Zwar gibt es in diesem Blog weniger erklärende Worte, alternativ kann man sich aber auch zu Workshops anmelden und dort „live und in Farbe“ erlernen, wie aus Baum, Grashalm und Strauch überwältigende Natur- und Landschaftsaufnahmen werden.

Unterwegs-gesehen.de

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Blogfotos leben von „besonderen“ Fotos, nicht von einzigartigen. Auch ein sattsam bekanntes Motiv kann sich durchaus eignen.
Unterwegs-gesehen erlaubt die Verknüpfung von digitaler Schnelllebigkeit mit der Fotografie. Denn dort sieht man nur Fotos von Dingen, die sich für Sekundenbruchteile zeigen: Der gelangweilte Fußballfan im Stadion, der trübsinnig aufs Handy guckt, Menschen bei der Arbeit. Hinzu kommt, dass in den meisten Posts auch immer wieder die Equipment-Frage angesprochen wird. Mit welchem Objektiv bekommt man dieses Licht hin, wie nutzt man trübes Wetter als Stilelement – damit wird Unterwegs-gesehen zum Allround-Blog für alle, die sich für Personen- und Straßenfotografie interessieren.

Ursbigler.com

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Straßenfotografie ist in Deutschland seit 2015 ein rechtlich schwieriges Terrain. Zumindest sollte man nach dem Auslösen der Bilder um Erlaubnis fragen und ggf. löschen.
Urs Bigler ist ein mehrfach prämierter Vollprofi, der des Öfteren zu den 200 besten Fotografen der Welt gezählt wird. Ein echter Meister seines Fachs, der ein ums andere Mal zeigt, wie facettenreich Produkt- und Portraitfotografie sein kann – wenn man Technik und Theorie perfekt beherrscht. Allerdings ist dies eine Inspiration-Only-Seite, die gerade Einsteigern nur wenig verrät. Nicht falsch verstehen, auch Anfänger können in die Portraitfotografie einsteigen, dazu müssen Sie allerdings:

  1. Sich ein tragfähiges Konzept für Shooting und Motiv überlegen
  2. Die richtigen Hilfsmittel besitzen und auch anwenden können
  3. Wissen, mit welchem Format und welcher Location man den Bildstil definiert
  4. Ihrem Model ein zu den restlichen Punkten passendes Outfit sowie ferner Makeup empfehlen können.

Zu all diesen Punkten verrät Bigler auf seiner Seite wenig – man kann höchstens über die Fotos mehr über Location und Bildaufbau erfahren. Für alles Weitere ist jedoch tieferes Einlesen (und üben, üben, üben) in die Kunst der Portraits erforderlich.

Lens.blogs.nytimes.com

New York Times – muss man noch mehr sagen? Hinter dem Fotoblog einer der weltweit renommiertesten Zeitungen verbirgt sich nicht weniger als eine Schatztruhe der Reportage-Fotografie. Aus Vergangenheit und Gegenwart findet man hier unzählige Fotografen, die mit berichtender Fotografie ihr Geld machen. Zu jedem Post gehören umfangreiche Texte. Mal erklärend, mal in Interview-Form, aber immer abwechslungsreich und unglaublich spannend. Einziger Nachteil: Das Blog ist natürlich in Englisch gehalten und strotzt nur so vor Foto-Fachbegriffen aus dieser Sprache. Ein Tab mit englischsprachigen Fotografie-Fachbegriffen sollte man also nebenbei offen haben.

Verbreitung

Im Internet bekannt zu werden, ist eine Sache für sich. Denn nur weil man ein Blog betreibt, heißt das noch lange nicht, dass schnell viele Leute darüber stolpern – dafür gibt es einfach zu viele Blogs. Schön, dass es aber Menschen gibt, die ihren großen Namen zur Verfügung stellen, um weniger bekannten, aber dennoch hochtalentierten Fotografen, eine Plattform zu bieten.

500photographers.blogspot

Peter Wisse ist ein Fotograf aus Rotterdam. Einer, der Fotografie mit jeder Körperzelle atmet und lebt. Nicht nur, dass er Fotografie studiert hat, nein, er kann auch auf umfangreiche Veröffentlichungen zurückblicken, schreckte sogar nicht davor zurück, für einen Bildband einen tiefen fotografischen Blick in die ostdeutsche Neonazi-Szene zu wagen – als jemand, der als Teenager von Nazis niedergestochen wurde. Er hat also im Business einen Namen wie Donnerhall. Und diesen setzte er ein, um das Blogportal 500Photographers zu gründen.

Das einzigartige Ziel dieser Seite: 500 unbekannte Fotografen zu finden und ihnen eine Plattform zu bieten. 455 aus aller Welt haben bislang dort veröffentlicht. Und sobald die Liste voll ist, wird das Blog in diesem Zustand eingefroren. Dabei unterstreicht Wisse, dass es ihm nicht um Namen, sondern um Talente geht. Und wer darauf landet, kann gewiss sein, dass er sich von der großen Fotografen-Masse abhebt.

Einsteiger-Spickzettel

Selbst tätig werden

Wer sich mit den Prinzipien des Fotobloggens identifizieren kann, dem kribbelt es mit Sicherheit jetzt in den Fingern. Keine Sorge, auch diese Euphorie soll befriedigt werden, denn nun geht es an die Grundlagen des Bloggens.

Wissen rund ums Blog-Erstellen

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Auch wenn man von einem Motiv mehrere gute Fotos hat, sollte man nicht alle veröffentlichen. Besser ist es, einzigartige Dinge hochladen.
Jeder Digitalfotograf weiß, dass Bilder umso mehr Platz verbrauchen, je hochauflösender sie sind. Für angehende Blogger ist das gleich ein doppelter Fluch. Denn was auf der heimischen Festplatte schon Probleme bereiten kann, macht auch das Fotobloggen knifflig, denn prinzipiell gibt es nur drei Möglichkeiten:

  • Kostenlose Fotoblogs haben nur den Vorteil, dass sie eben nichts kosten. Praktisch immer ist jedoch ihre Upload-Kapazität stark begrenzt. Man muss also entweder die Fotos verkleinern und damit Qualitätsabstriche eingehen, oder sich stark bei der Auswahl einschränken.
  • Kostenpflichtige Fotoblogs heben das Bloggen auf eine professionellere Ebene, und haben den Vorteil, dass mehr Speicherplatz zur Verfügung steht. Oft sind sie auch nur eine Erweiterung kostenloser Angebote, sodass man sich in gewohnter Umgebung zurechtfinden kann.
  • Die eigene Blog-Webseite ist die Königsklasse. Hier hat man sein eigenes Reich, inklusive eigener Domain und ohne eine typische „.blog“-Endung. Das hievt die eigene Arbeit auf eine viel professionellere Ebene und macht, so man es richtig angeht, nicht mehr Mühe als die vorgefertigten Blogs.

Doch wie sollte man vorgehen? Nicht wenige schwören darauf, erst einmal auf einem kostenlosen Blog anzufangen, dessen Upload-Space auszureizen und irgendwann upzugraden. Das kann man durchaus tun und nicht wenige Blogger fahren erfolgreich mit diesem Schema. Aber man wird eben auch immer nur einer unter vielen sein, die hier veröffentlichen.

Wer höhere Ansprüche an sich stellt, sollte es deshalb von Anfang an richtig machen und mit seiner eigenen Domain durchstarten, ohne Zwischenstufe. Die dazu nötigen Schritte sind nur wenige Mausklicks (und Bezahlvorgänge) entfernt:

  1. Domain kaufen (kostet jährlich etwa 50€)
  2. Auf der Seite eine Blogsoftware installieren (macht das Bloggen so einfach wie bei den vorgefertigten Lösungen)
  3. Eine passende Themen-Vorlage einbauen
  4. Fotos hochladen
  5. Losbloggen

Wer es dann noch richtig clever anstellt, bietet seine Fotos zum Download feil. Dadurch werden sie bekannter, wenn nämlich andere Blogger oder interessierte „Sammler“ sie auf ihren eigenen Seiten veröffentlichen. Damit das funktioniert, sollte man allerdings unbedingt einen Lizenztext integrieren, der die Namensnennung und das Setzen eines Links zum eigenen Blog zur Pflicht für das Herunterladen macht – so multipliziert man seine Bekanntheit „für lau“ und lockt Besucher auf die Seite.

Das Blogfoto und seine Besonderheiten

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Blog-Leser wissen gerne, wessen Werke sie bewundern. Ein Selfie und ein kleiner, erklärender Text sollten auf einer „Über mich“-Seite dazugehören.
Was macht ein Foto zu einem Blogfoto? Nun, es sind eine ganze Reihe von Besonderheiten. Natürlich könnte man einfach seinen Blog mit Bildern füllen – ohne erklärenden Text. Doch stelle man sich das mal vor: Der Besucher würde, selbst wenn die Bilder richtig gut sind, von einer Fotowand geradezu erschlagen werden.

Nein, ein Blogfoto macht aus, dass es geschriebenen Rahmen hat. Man muss kein Schriftsteller sein. Aber es sollte ein hübscher Text sein. Vielleicht einer, in dem man (gerne im Plauderton) erzählt, wie es zu diesem Foto kam. Das unterstreicht nochmal die Einzigartigkeit dieses Motivs. Wer die Sache abrunden möchte, liest schnell die Exif-Daten aus und überträgt daraus die wichtigsten Werte wie Blende und Verschlusszeit. Denn: Das eigene Fotoblog soll ja ebenfalls Inspiration sein.

Stellt sich natürlich noch die Frage nach dem Foto, das es aus der großen Masse in den Blog schaffen soll. Zugegeben keine einfache Angelegenheit, wenn man einen Tag lang shooten war und mit mehreren hundert Stück nachhause gekommen ist. Aber es gibt einen zweistufigen Plan, wie man die Bilderflut eindämmen kann:

  1. Schon während dem Shooten die Bilder löschen, die klar erkennbar „nichts sind“
  2. Am Rechner alle verbliebenen Fotos nach rein technischen Kriterien aussieben

Es bleiben die Motive, die zumindest von den fotografischen Grundlagen her passen. Und dann heißt es Qual der Wahl. Eine „goldene Regel“, wie viele Fotos einer Session man zu einem Blogpost zusammenstellen sollte, gibt es leider nicht. Manchmal sehen nur zwei, drei Stück gut aus, ein andermal auch zwei Dutzend.

Aber zumindest gibt es eine kleine Hilfestellung. Die Fotos müssen einem selbst gefallen und eigenständig sein. Also, um es am Beispiel Naturfotografie zu erklären: Wenn man ein tolles Foto von einem einzeln stehenden Baum geschossen hat, sollte man nur das hochladen und nicht noch Varianten dieses Motivs aus anderen Blickwinkeln oder Bearbeitungstechniken. Denn dadurch verlöre das einzelne Bild seine Wertigkeit – und darum geht es ja gerade beim Fotobloggen: Eine exklusive Auswahl der „best of the best“ seines fotografischen Könnens.

Zusammenfassung & Fazit

Auch wenn sich die technische Seite des Fotografierens in den vergangenen 20 Jahren unglaublich wandelte, bleibt die Seele dieser Leidenschaft doch gleich – das eine, besondere Foto. Wer zum Fotoblogger werden will, lebt genau diese Wertvorstellung. Dabei geht es nicht darum, das Rad neu zu erfinden, denn das ist bei der schieren Masse an Fotografen sowieso unmöglich. Es geht darum, seine eigene fotografische Interpretation der Dinge zu zeigen. Und das geht nirgendwo schöner und eigenständiger als auf einem Blog.

Fotografieren in der Praxis 05 / 2017

2 Kommentare

Sehr schöner Artikel. Lässt sich wunderbar lesen. VG Christoph www.fotonerd.de

Christoph

von Christoph
13. Oktober 2017, 16:06:24 Uhr

Sehr schöner Artikel - den man als Fotoblog-Betreiber selber sehr gut nachfühlen kann. Es geht nicht um Prahlerei, sondern um Leidenschaft und Inspiration.... Beste Grüsse aus der Schweiz Marc https://www.xemel.ch

xemel

von xemel
26. Juli 2017, 15:50:45 Uhr

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