Schwarzweißfotografie - Sich nicht von der Farbe leiten lassen

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© Blende, Fritz Renner, “ Der Freudentanz “

Schwarzweißfotografie bedeutet, Motiven die Farbe zu entziehen. Daraus folgt, dass die Schwarzweißfotografie nichts anderes ist als die Reduktion und die Beschränkung auf Schwarz-, Weiß- und Grautöne wobei letztgenannte noch nicht einmal zwingend notwendig sind. Es gibt zahlreiche Schwarzweißaufnahmen, die dementsprechend ganz ohne Grautöne auskommen. Für Fotografen, die der Schwarzweißfotografie nachgehen bedeutet die angesprochene Reduzierung als ihr Gestaltungsmittel einzusetzen. Das ist herausfordernd, sehen wir doch die Motive in Farbe, die man sich aber wegdenken muss. Der Verzicht auf Farbe bedeutet in der Schwarzweißfotografie zugleich die Dominanz der grafischen Formen. Jeder Schwarzweißfotografie liegt dementsprechend eine mehr oder weniger ausgeprägte grafische, abstrakte Bildstruktur zugrunde.

Grundbaustein der Schwarzweißfotografie ist das Spiel mit Licht und Schatten. Für den Fotografen heißt dies, sich nicht von der Farbe ablenken oder gar leiten zu lassen. Das ist einfacher gesagt als umgesetzt. Nur wenn es aber gelingt, Schwarzweiß zu sehen dann wird das Spiel mit Licht und Schatten gelingen. Die Option bei aktuellen Kameras den Schwarzweißmodus wählen zu können unterstützt gerade den Einsteiger darin, in Schwarzweiß sehen zu lernen. Kenner der Schwarzweißfotografie raten aber davon ab, diesen Modus für die Aufnahme zu wählen. Besser ist die Wahl des Farbmodus und die Aufnahmen anschließend mittels Bildbearbeitung in Schwarzweiß umzuwandeln. Eine weitere Option Schwarzweiß sehen zu lernen ist der Einsatz beispielsweise eines Rotfilters. Die Farbigkeit der Aufnahme wird dadurch auf die rote Farbe reduziert. Das Ergebnis ist eine monochrome Aufnahme wodurch man sich das Motiv besser in Schwarzweiß vorstellen kann.

In der Schwarzweißfotografie und hier erst recht, wenn nur Schwarz- und Weißtöne im Fokus stehen und die Mitteltöne fehlen, dann ist es wichtig, bei der Belichtung darauf zu achten, dass keine Lichter ausbrennen. Das Kamera-Histogramm leistet dem Fotografen hier wertvolle Dienste. Es listet dem Fotografen die Verteilung der Bildpunkte nach Helligkeit und Häufigkeit auf. Die x-Achse stellt von links (Helligkeit = 0) nach rechts dunkle bis helle Bildpunkte dar (Helligkeit 255). Auf der y-Achse wird die Anzahl der Bildpunkte abgebildet. Liegt eine ausgeglichen belichtete Aufnahme vor, so zeigt das Histogramm an den Rändern keine angeschnittene Verteilung. Ist das Histogramm zur linken Seite verschoben, ist dies ein Hinweis auf eine Unterbelichtung. Tendiert das Histogramm nach rechts, so deutet dies auf eine Überbelichtung hin. Wird im RAW-Modus fotografiert, dann können Fehlbelichtungen ein stückweit korrigiert werden – ohne die Differenzierung in den Lichtern zu verlieren, können beispielsweise zu dunkel geratene Partien aufgehellt werden.

Fotografieren in der Praxis 06 / 2016

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