Schwarzweißfotografie - Landschaften die Farbe entziehen

© Fotograf: Kevin Berlit,  Im Fluss der Zeit, Blende-Fotowettbewerb
© Fotograf: Kevin Berlit, Im Fluss der Zeit, Blende-Fotowettbewerb
Die Schwarzweißfotografie gilt für viele Fotografen als die reinste Form der Fotografie. Ob dem wirklich so ist, an dieser Diskussionen möchten wir uns nicht beteiligen. Wir sind in jedem Fall begeistert von der Schwarzweißfotografie und stellen fest, dass sie aktuell absolut angesagt ist, so beispielsweise auch in der Landschaftsfotografie. Sogenannte Bridgekameras mit ihrem großen Zoombereich liefern ebenso grandiose Bildergebnisse wie Spiegelreflex- beziehungsweise kompakte Systemkameras.

Wird mit einer Kamera mit Wechseloptik fotografiert, dann sind Weitwinkelobjektive die beste Wahl, um einen weiten Ausschnitt abzulichten. Weitwinkelobjektive erfassen mehr als wir mit dem Blickwinkel unserer Augen sehen können – darin liegt ihr großer Reiz.

Der Bildaufbau entscheidet in der Fotografie immer über die Bildwirkung. Gerade bei Aufnahmen mit Weite ist ein Fixpunkt wichtig. Er führt das Auge des Betrachters und steht zudem in der Regel für Tiefe. Auch, wenn man als Fotograf natürlich möglichst alles ablichten möchte, so gilt die Regel, dass weniger oftmals mehr ist – also befreien Sie Ihre Aufnahme von Überflüssigem. Ein einzelner Baum in der Landschaft kann wesentlich reizvoller sein als eine Ansammlung von vielen. Um den optimalen Ausschnitt für sich zu ermitteln, sollte man kein Bewegungsmuffel sein und mal nach rechts beziehungsweise nach links gehen. Oftmals sind es nur wenige Meter, die eine grandiose von einer guten Aufnahme unterscheiden.

© Fotograf: Thorleif Lieckfeldt, ...abends - allein auf dem Deich, Blende-Fotowettbewerb
© Fotograf: Thorleif Lieckfeldt, …abends – allein auf dem Deich, Blende-Fotowettbewerb
Interessant bei Landschaftsaufnahmen ist auch das Spiel mit dem Horizont, der durchaus auch 90 Prozent des Bildes einnehmen kann – aber nicht muss. Hier lohnt sich das Spiel mit der Kamera auf dem Stativ und mit jeder Aufnahme die Zugabe von einem Bisschen mehr Horizont. Zu Hause am großen Bildschirm erfolgt dann die Auswahl der Aufnahme, die man als am gelungensten erachtet.

Gerade wenn der Horizont bilddominierend ist, ist ein bewölkter grauer Tag optimal. Ein, zwei Wolken mögen auch noch gehen – sind es jedoch mehr, so lenken diese ab und sorgen für Unordnung im Bild. Bekanntlich kann man sich als Fotograf nicht immer das Wetter aussuchen. Wenn sich also am Himmel viele Wolken befinden, so hilft ein zehnstufiger Verlaufsfilter, mit dem man die Wolken in weiche Streifen unterschiedlicher Grautöne verwandelt.

Ob man nun seine Landschaft farbig ablichtet und anschließend mittels Bildbearbeitung zu Hause in Schwarzweiß konvertiert oder ob man gleich im Schwarzweißmodus seiner Kamera fotografiert, darin scheiden sich die Geister. Als Anfänger in der Schwarzweißfotografie würden wir auf den Schwarzweißmodus der Kamera zurückgreifen, um ein Gefühl dafür zu erhalten und uns darin zu üben, schwarzweiß sehen zu lernen.

Fotografieren in der Praxis 09 / 2014

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