Schwarzweißfotografie zwischen Realität und abstrakter Bildstruktur

Pinguine gehören zu den Fotomotiven, die Pflicht sind, wenn die Reise in die Antarktis führt. Ein Teleobjektiv ist notwendig, um die lange Aufnahmedistanz zu überbrücken und sie sehenswert in Szene zu setzen. Die Serienbildfunktion hilft in der Tierfotografie, den entscheidenden fotografischen Moment nicht zu verpassen. Aufnahmen von Pinguinen gibt es zahlreiche – dem „Blende 2017“-Teilnehmer Gerhard Alkofer ist mit seinem eingereichten Wettbewerbsbeitrag „Einsamkeit“ zur thematischen Vorgabe „Planet Erde – Schützenswertes“ eine nicht alltägliche Aufnahme gelungen. Sie hat Tiefgang, erzählt eine Geschichte und mahnt zugleich. Durch den Entzug der Farbe und somit die Entscheidung für Schwarzweiß wirkt der Wettbewerbsbeitrag so, als wenn er nicht der Realität entstamme. Unterstützt wird diese visuelle Wahrnehmung durch den Minimalismus an Grautönen, die in leichter Unschärfe verschwimmenden Eisschollen im Vordergrund – die so eher wie Himmelswolken anmuten – und die nahezu ausschließliche Fokussierung auf Schwarz und Weiß. Deutlich wird, dass der Verzicht auf Farbe in der Schwarzweißfotografie zugleich die Dominanz der grafischen Formen anhebt, was die abstrakte Bildstruktur unterstützt.

© Fotograf: Gerhard Alkofer, Einsamkeit, Blende-Fotowettbewerb
Gerhard Alkofer, Einsamkeit, Blende-Fotowettbewerb

In der Schwarzweißfotografie und hier erst recht, wenn wie beim Wettbewerbsbeitrag „Einsamkeit“ nahezu nur Schwarz- und Weißtöne im Fokus stehen und die Mitteltöne fehlen, dann ist es wichtig, bei der Belichtung darauf zu achten, dass möglichst keine Lichter ausbrennen. Das Kamera-Histogramm leistet dem Fotografen hier wertvolle Dienste. Es listet dem Fotografen die Verteilung der Bildpunkte nach Helligkeit und Häufigkeit auf. Die x-Achse stellt von links (Helligkeit = 0) nach rechts dunkle bis helle Bildpunkte dar (Helligkeit 255). Auf der y-Achse wird die Anzahl der Bildpunkte abgebildet. Liegt eine ausgeglichen belichtete Aufnahme vor, so zeigt das Histogramm an den Rändern keine angeschnittene Verteilung. Ist das Histogramm zur linken Seite verschoben, ist dies ein Hinweis auf eine Unterbelichtung. Tendiert das Histogramm nach rechts, so deutet dies auf eine Überbelichtung hin. Wird im RAW-Modus fotografiert, dann können Fehlbelichtungen ein stückweit korrigiert werden – ohne die Differenzierung in den Lichtern zu verlieren, können beispielsweise zu dunkel geratene Partien aufgehellt werden.

„Blende“ – Der Fotowettbewerb für Fotobegeisterte jeden Alters

„Blende“, ist der Wettbewerb für Fotobegeisterte aller Altersgruppen. Seit Jahrzehnten ist „Blende“ ein Trendbarometer für den Stand der Fotografie und damit ein wichtiges Zeitdokument. Die jährliche Gemeinschaftsaktion von Tageszeitungen und der Prophoto GmbH begeistert Teilnehmer, Veranstalter und Bildgenießer gleichermaßen.

„Blende“ bietet allen Amateurfotografen ein Forum und die große Chance, ihre Schaffenskraft zum Besten zu geben. Dazu gehört auch, mit Gleichgesinnten zu den thematischen Vorgaben in den Wettstreit zu treten. Dabei wachsen die Teilnehmer über sich hinaus und geben Zeugnis über ihr kreatives fotografisches Potential. Ihre Bilder sind allesamt fotografisch konservierte Augeneindrücke, die durch ihre Teilnahme an „Blende“ zudem den Raum der privaten Betrachtung verlassen und den öffentlichen Schauplatz betreten. Nur die Präsentation der „Blende“-Bildeinsendungen in den Galerien auf unserer Homepage erscheint uns ausbaubar. Deshalb zeigen wir – vielfach mit Unterstützung der „Blende“-Fotografen – auf, was notwendig ist, um zu so sehenswerten Aufnahmen, wie hier veröffentlicht, zu gelangen. Damit soll nicht zum Kopieren inspiriert werden, sondern motiviert werden zum eigenen Spiel mit Zeit und Blende. Weitere Informationen zum laufenden Fotowettbewerb „Blende 2017“.

Fotografieren in der Praxis 08 / 2017

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