Smartphonefotografie - Tipps auf dem Weg zum Bilderfolg

Das Fotografieren mit dem Smartphone ist heute für alle Inhaber dieser Geräte eine Selbstverständlichkeit. Ganz oben in der Beliebtheitsskala stehen nach wie vor das Selfie und der Schnappschuss. Zudem ist das Smartphone als fotografisches Notizbuch heute nicht mehr wegzudenken, hier die Speisekarte, da Fahrplan oder dort beispielsweise der fotografierte Ort, an dem man seinen Wagen in einem Parkhaus abgestellt hat. Smartphonebilder schaffen es inzwischen in Fotoausstellungen und so auch in Museen. Wahre Eyecatcher kann man hier bestaunen die durch die Ausgabe beispielsweise auf FineArt-Papieren zusätzlich bestechen. Die technischen Neuerungen in Punkto Fotografie zahlreicher Smartphonehersteller sind beeindruckend – sie sind es aber nicht alleine, wenn Smartphonebilder heute zu überzeugen verstehen. Auf dem Weg zum Bilderfolg mit diesen Aufnahmegeräten ist es gut, wenn man Kenntnisse über die fotografischen Schwächen von Smartphones hat.

Smartphonefotografie

Ein Beispiel hierfür ist das starke Weitwinkel von Smartphones. Fotografiert man mit ihnen Porträts, dann sollte ein größerer Aufnahmeabstand gewählt werden, denn ansonsten stimmen die Proportionen nicht und die Nase ist beispielsweise länger als in Natura. Oder nehmen wir die Festbrennweite – Das Spiel mit Schärfe und Unschärfe als Gestaltungsmittel ist mit Smartphones nicht möglich. Den Nachteil der Festbrennweite kann man für sich zum Vorteil ummünzen, indem man Motive auswählt, wo eine durchgängige Schärfe vom Vorder- bis zum Hintergrund die gewünschte Bildaussage unterstreicht. Tiefe lässt sich so wunderbar suggerieren, wenn man Gleise und Straßen aus der Zentralperspektive festhält. Die Festbrennweite ist es auch, die mehr Aktion vom Fotografen verlangt, denn die Bildkomposition lässt sich nur verändern, in dem er einen anderen Aufnahmestandpunkt einnimmt. Der bei manchen Smartphones mitunter kleinere Bildschirm kann von großem Vorteil sein, denn durch ihn steigt beim bewussten fotografieren die Wahrscheinlichkeit, sich besser auf das Wesentliche zu konzentrieren. Weniger ist mehr, so sollte gerade in der Smartphonefotografie die Devise lauten, denn durch das fehlende Spiel von Schärfe und Unschärfe ist es für die Bildwirkung enorm wichtig, sich auf ein Motiv zu fokussieren.

Die Bildkomposition entscheidet über den Bilderfolg und da geht es in der Smartphonefotografie oftmals kreativer zu, auch, um die Schwächen der Aufnahmegeräte damit zu umgehen. Bildkomposition bedeutet, mit den vorhandenen Motiven im Bild zu spielen und sie zu gewichten. Feste Regeln gibt es nicht – das ist auch gut so, denn sonst wären Fotografien mitunter uniform. Auch, wenn es für uns naheliegt, gehört das bildwichtige Motiv raus aus der Bildmitte – es können Nuancen sein, die die Spannung erhöhen. Sehr beliebt sind zudem der goldene Schnitt oder die Drittel-Regel – beides steht für eine ausgewogene Bildkomposition. Fotografien müssen aber nicht ausgewogen sein – ein extremer Bildaufbau gegen alle Regeln der Kunst kann das gewisse Etwas ausmachen. Hier gilt es aber, mit Bedacht vorzugehen, denn der Grat zwischen gelungen und missglückt ist schmal. Oftmals lassen sich bei Smartphones Rasterlinien einblenden, die sehr hilfreich für die Bildkomposition sind.

Das Auge macht das Bild, nicht die Kamera“ dieses allseits bekannte Zitat stammt von der deutschen Fotografin Gisèle Freund (1912 – 2000). Mit diesem wird zum Ausdruck gebracht, dass es für sehenswerte Fotos, ob nun mit dem Smartphone oder mit der Kamera fotografiert, zunächst auf das Auge ankommt. Dieses lässt sich schulen und dazu gehört auch, sich Bilder von Dritten anzuschauen und zu hinterfragen, warum einen die eine Aufnahme fesselt und die andere nicht. Auf diese Art und Weise erhält man wertvolle Anregungen für das eigene fotografische Spiel.

Weitere Tipps zur Fotografie mit dem Smartphone

Strom vorhalten

Wird mit dem Smartphone fotografiert, so macht man vielfach schnell die Erfahrung, dass die Akkuleistung sich in Windeseile reduziert. Ratsam ist es, für ausreichend Strom zu sorgen und eine transportable Aufladestation mitzuführen, denn wie heißt es doch so schön: Ohne Saft nichts los.

Saubere Linse

Typische Smartphone-Objektive haben meist nur ein paar Millimeter Durchmesser. Die kleinste Unreinheit wirkt sich hier schon störend aus. Ein kurzer Blick auf die Linse vor dem Knipsen ist wichtig, da das Gerät in der Tasche auch mal dreckig wird. Zum Säubern eignen sich weiche Tücher, wie feine Mikrofaser, nicht-fusselnde Baumwolle oder flauschige Brillenputztücher vom Optiker. Bitte keine Papiertaschentücher, denn die zerkratzen die Optik.

Umfangreiches Zubehör sorgt für größeren Fotospaß

Ganz oben in der Gunst stehen noch immer Armverlängerungen mit den sogenannten Selfie-Sticks, die nicht nur andere Perspektiven erlauben, sondern den Spaß beim Fotografieren mit Smartphones erhöhen. Begehrt sind zudem spezielle Stative für Smartphones und beispielsweise Fernauslöser, die es unter anderem auch möglich machen, unbemerkt Motive einzufangen. Ein weiteres Highlight sind die sogenannten Aufsatzlinsen, mit denen Motive durch ihre besondere Darstellung zum Blickfang werden, die durchaus auch künstlerische Qualitäten haben. Ein weiteres gefragtes Fotozubehör sind die künstlichen Lichtquellen, mit denen sich die fotografischen Schwächen der Smartphones unter ungünstigen Lichtverhältnissen ausgleichen lassen.

Auflösung und Bildqualität auf Maximum

Damit die Fotos später auf größeren Displays oder als Fotodruck nicht pixelig wirken, sollte das Gerät immer auf maximale Auflösung und höchste Bildqualität eingestellt sein. Die bessere Bildqualität erleichtert auch eine spätere Nachbearbeitung mit Fotosoftware. Tipp für Smartphones mit SD-Speicherkarten-Slot: Am besten für Situationen, in denen viel geknipst wird, eine leere Speicherkarte zum Wechseln dabei haben.

Nicht so weit weg vom Körper, mit ausgestrecktem Arm und gerade halten

Beobachtet man Smartphonefotografen, so ist der Arm meist weit vom Körper ausgestreckt. Dabei passiert es schnell, dass sich die Handunruhe auf das Gerät überträgt und der Horizont schief wird. Ratsamer ist es, den Arm nicht so weit auszustrecken und das Smartphone während der Aufnahme mit zwei Händen zu bedienen. Bilder und Videos gewinnen so an Wirkung und man erspart sich dadurch auch die Bearbeitung, indem beispielsweise Aufnahmen nachträglich gerade ausgerichtet werden müssen.

Ungünstige Lichtverhältnisse – Stativ nutzen

Gerade unter ungünstigen Lichtverhältnissen, wie beispielsweise in der Dämmerung, ist die Gefahr groß, mit dem Smartphone Aufnahmen und Videos zu verwackeln. Abhilfe schafft hier der Einsatz von speziellen Stativen.

HDR-Funktion hilfreich bei schlechten Lichtverhältnissen und hohem Kontrastumfang

Sofern das Smartphone über eine HDR-Funktion verfügt beziehungsweise man eine entsprechende Foto-App auf das Gerät gespielt hat, ist diese unter schlechten Lichtbedingungen und bei hohen Kontrastumfang sehr hilfreich. Es werden mehrere Aufnahmen mit unterschiedlichen Belichtungszeiten aufgenommen und zu einer Aufnahme vereint. Ziel ist es, am Ende ein optimal ausgeleuchtetes Foto zu erhalten.

Nicht zoomen, sondern rangehen

Da viele Smartphones mit einem Digitalzoom ausgestattet sind, sollte man statt zu zoomen – wodurch beim Digitalzoom lediglich die einzelnen Bildpixel vergrößert werden – lieber näher an das Motiv herangehen. Ist dies nicht möglich, so gibt es inzwischen auch für Smartphones Teleoptiken, mit denen sich Distanzen verringern lassen.

Mehr Licht – zusätzliche Lichtquellen

Der in Smartphones eingebaute Blitz bietet vielfach keine zufriedenstellenden Bildergebnisse. Mit zusätzlichen Lichtquellen können Szenerien wirkungsvoller ausgeleuchtet werden. Eine weitere Option ist der Einsatz von Foto-Apps, mit der die Belichtungszeit erhöht werden kann. Nachteil ist gegebenenfalls Bildrauschen, das die Bildqualität herabsetzen kann. Wird die Belichtungszeit erhöht dann ist der Einsatz eines Smartphonestativs Pflicht, verwackelt man ansonsten die Aufnahmen.

Foto-Apps – Erweitern das kreative Spiel

Für Fotografen und Videofilmer gibt es mit Apps die unterschiedlichsten kleinen Helfer, die speziell auf ihre Wünsche zugeschnitten sind. So facettenreich sich Foto und Imaging darstellen, so vielseitig sind die Foto-Apps, von Rahmen, Effekten, Collagen, Comics und Bildbearbeitung bis hin zum Datentransfer in die Cloud, mobiles Printing, zur Gestaltung selbstgestalteter Fotobücher, -kalender und beispielsweise -grußkarten sowie zur Kamerasteuerung.

Datensicherung

Regelmäßige Datensicherung ist Pflicht, denn wie schnell ist das Smartphone mal heruntergefallen, es geht verloren oder es wird geklaut. Im Prinzip gibt es dazu drei Möglichkeiten: Die einfachste erfolgt über die Cloud, also einen Speicherplatz im Internet. Wer der Cloud skeptisch gegenübersteht der sichert seine Bild- und Videodaten auf dem heimischen Computer oder beispielsweise dem eigenen NAS.

Fotos befreien

Fotos gehören nicht nur in regelmäßigen Abständen gesichert, sondern sozusagen auch befreit, also ausgegeben auf welchem Medium auch immer. Bilddienstleister haben Foto-Apps in ihrem Portfolio mit denen die Bildausgabe ein Kinderspiel ist. Lohnenswert ist die Ausgabe von Smartphonebildern auf FineArt-Papieren, entfalten sie hier doch erst so richtig ihre Wirkung. Wachsender Beliebtheit erfreut sich die Smartphone-Bildausgabe über sogenannte Smartphotoprinter, wie sie auf der photokian 2016 vorgestellt wurden. Die Ausdrucke erinnern oftmals in ihrem Look dem Sofortbild.

Fotografieren in der Praxis 04 / 2017

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