Spiegelbilder in Wassertropfen

Spiegelbilder in Wassertropfen Bildgalerie betrachten

“Spiegelbilder in Wassertropfen”
Prophoto

Eine Blume spiegelt sich in vielen Wassertropfen, ein schlichtes und zugleich reizvolles Motiv, das einem Hobbyphotographen aber viel Geduld und Akribie abverlangt. Mit zwei Problemen hat er zu kämpfen: mit den Tropfen selbst und mit unerwünschten Reflexen.

Die Glasscheibe, auf die die Tropfen locker plaziert werden, muß nicht nur sauber, sondern absolut rein sein. Der kleinste Kalkrand, das winzigste Körnchen und die feinste Fluse sind bei dieser Makroaufnahme im Maßstab 1:2 im reinen Gegenlicht ein sehr störender Blickfang. Nach dem Reinigen wird die Glasscheibe mit Ölen, Fetten oder Autopolitur präpariert, damit ein Untergrund geschaffen wird, auf dem die Tropfen, selbst wenn sie nur wenige Millimeter auseinanderstehen, nicht zusammenlaufen. Mit der Pipette werden sie kompositorisch sinnvoll aufgetragen. Mit Hilfe eines Sprühflakons lassen sich zusätzlich feinste Tröpfchen im Umfeld verteilen. Das Wasser wird, damit es nicht zu schnell verdunstet, mit Glycerin (20 bis 30 Prozent) vermischt.

Der Hintergrund - oder besser der Untergrund, denn es wird ja von oben nach unten photographiert - mit der davor gehaltenen Blume befindet sich in zirka einem Meter Entfernung von der Glasscheibe. Er wird beleuchtet und gibt den Tropfen Kontur, macht sie auf der Scheibe sichtbar.

Die Kamera selbst war an dem um 180 Grad gedrehten Tragarm eines Reprogerätes angebracht, so daß sie an der Kante des Grundbrettes vorbei den Boden erfassen konnte. Auf diesem lag ein abwaschbarer Verlaufshintergrund. Die Glasscheibe wurde mit Hilfe von Klemmen am Grundbrett befestigt. Das Makroobjektiv wurde mit einem Extender - auch Konverter genannt - versehen.

Scharfgestellt wurde auf die Tropfen. Bei Blende 11 zeigten die Spiegelbilder in den Tropfen Zeichnung und Details. Je länger die Brennweite, umso einfacher läßt sich die Blume im Hintergrund ausreichend unscharf halten. Es ist unabdingbar, die Wirkung bei gedrücktem Abblendknopf (Arbeitsblende ist einzustellen) zu kontrollieren. Dabei wird zwar das Sucherbild extrem dunkel, doch nur so läßt sich das spätere Bildergebnis exakt beurteilen. Die Intensität des Blitzes wurde durch die TTL-Messung der Kamera gesteuert.
 

Fotografieren in der Praxis 04 / 2004

53 Bewerten  |  Drucken  |  Weiterempfehlen
Kommentare

Es wurden noch keine Kommentare zu diesem Artikel abgegeben.

Artikel kommentieren
* Diese Felder müssen ausgefüllt werden