Fototipp: Spiegelungen - Spiegelbilder

Nicolai Brügger, Winternacht, Blende-Fotowettbewerb
Nicolai Brügger, Winternacht, Blende-Fotowettbewerb
Spiegelbilder beschäftigen die Menschheit seit jeher. In grauer Vorzeit war es vor allem der Blick auf eine Wasseroberfläche, der Erstaunen auslöste. Die Faszination für Spiegelbilder ist nicht gewichen und noch heute beeindruckt das Abbild beispielsweise von Bergpanoramen, die kopfüber auf einem See zu liegen scheinen. Auch, wenn schon oft fotografiert, so verlieren diese Spiegelbilder wegen ihrer Faszination nichts von ihrem Reiz. Mit viel Akribie wird an dieses Motivgebiet herangegangen, das alles andere als ein Selbstläufer ist, wie auch der Blende-Wettbewerbsbeitrag „Winternacht“ von Nicolai Brügger, eingereicht zur thematischen Vorgabe „Doppelt gesehen – Spiegelungen“, zeigt. Mit dem Motiv – also einem Berg und einem See – allein ist es nicht getan, um zu einer sehenswerten Fotografie zu gelangen. Für so einen brillanten Sonntagsschuss, wie von Nicolai Brügger, müssen auch die Rahmenbedingungen stimmen. Zunächst bedarf es, neben dem Motiv, einer Bildidee. Das ist ähnlich wie beim Kochen – es braucht für die Umsetzung der Bildidee auch die entsprechenden Zutaten. Anders als beim Kochen muss der Fotograf warten können, bis alle Faktoren für seine geplante Gesamtkomposition stimmen. Nicolai Brügger musste auf eine sternenklare Nacht warten. Das Wetter hatte er ebenfalls im Vorfeld im Blick, denn solche Aufnahmen mit einer so klaren Spiegelung sind nur bei absoluter Windstille möglich, wenn es kein Wellengang auf dem See gibt. Damit waren die äußeren Rahmenbedingungen gegeben, so dass er seine Bildidee bereits im ersten Anlauf so wirkungsvoll umsetzen konnte. An Equipment diente ihm eine Nikon D600 Spiegelreflexkamera sowie eine Brennweite von 17 mm. Für diese Aufnahme machte er bei einer Sensorempfindlichkeit von ISO 3.200 und F 2.8 neun Einzelaufnahmen im Hochformat mit einer jeweiligen Belichtungszeit von 25 Sekunden. Er entschied sich für das RAW-Bildformat. Wie er ausführt hat er nur etwas die Farbe bearbeitet und die neun Einzelaufnahmen zu einer Aufnahme zusammengeführt. Zum Einsatz kam natürlich ein Stativ, das bei so einer langen Belichtungszeit einfach Pflicht ist und zudem bei den neun Einzelaufnahmen den deckungsgleichen Bildausschnitt garantiert. Nicolai Brügger führt übrigens zu seiner Aufnahme weiter aus: „Eine der wohl besten Spiegelungen, die ich bisher aufgenommen habe, ist dieses Bild. Zu sehen ist der Plansee bei Nacht im Winter“.

Fotografieren in der Praxis 02 / 2017

Kommentare

Es wurden noch keine Kommentare zu diesem Artikel abgegeben.

Artikel kommentieren
* Diese Felder müssen ausgefüllt werden