Sportfotografie - eine Herausforderung für Fotografen

Sport ruft bei den meisten Menschen eine starke Faszination hervor. Die Bewegungen, Schnelligkeit und der Einklang der Sportler mit ihrem Umfeld bieten ein breites Spektrum an Szenarien. Ohne Zweifel zählt die Sportfotografie zu einem der schwierigsten Bereiche der Fotografie, da sie die richtigen Einstellungen an der Kamera, eine gute Ausrüstung und das Gefühl für den Augenblick verlangt.

Mit der Kamera vertraut machen

Für die Sportfotografie eignet sich eine digitale Spiegelreflexkamera, da sie viele Einstellungen erlaubt. Für Einsteiger ist sie jedoch aufgrund der zahlreichen Funktionen vielleicht zu kompliziert. Die Einstellungsmöglichkeiten werden von Anfängern häufig nicht im vollen Umfang genutzt. Besser für den Einstieg ist eine Systemkamera.

Bei der Sportfotografie müssen ISO, Verschlusszeit, Blende und Brennweite beachtet werden. Die Brennweite gibt die Länge des Objektivs an. Eine kleine Brennweite ermöglicht einen großen Weitwinkel und eine große Fläche. Sollen die Aufnahmen hingegen detailreich dargestellt werden, ist eine große Brennweite wichtig, die ein Teleobjektiv erlaubt.

Die Blende ist entscheidend für den Lichteinfall auf den Sensor. Während die Blende bestimmt, wie viel Licht einfällt, entscheidet die Verschlusszeit, wie lange das Licht einfällt und damit, wie sehr die Bewegungen eingefroren werden oder aber verwischen. Bei einer großen Blende sollte eine kurze Verschlusszeit gewählt werden und umgekehrt. Beides ist auch entscheidend für die ISO, die Lichtempfindlichkeit der Linse. Einsteiger sollten mit den verschiedenen Einstellungen experimentieren und ein Objekt mit immer anderen Einstellungen aufnehmen, um die Veränderungen zu sehen. Pauschale Tipps kann man aufgrund der vielen Besonderheiten der einzelnen Sportarten nicht geben. Aber beim Fußball sollte man nicht länger als eine 1/500 Sekunde belichten, während bei einem Basketballspiel schon 1/125 Sekunde ausreicht, um zu viel Bewegungsunschärfe zu vermeiden. Um die richtige Kameraeinstellung zu finden, sind Probeschüsse vor Spielbeginn bzw. in den ersten Minuten sehr empfehlenswert. Gerade beim Hallensport erweist sich ein manueller Weißabgleich als sinnvoll, da das künstliche Licht z. B. die Trikots gelblich erscheinen lassen kann. Beim Fotografieren im RAW-Format hat man hierbei den Vorteil, dass man den Weißabgleich auch noch in der Nachbearbeitung verlustfrei anpassen kann.

Bei der nachträglichen Bewertung und Bearbeitung Ihrer Bilder können Sie in Bezug auf die technische Perfektion etwas großzügiger sein. Bei der Sportfotografie steht die eingefangene Emotion auf dem Treppchen ganz weit oben.

Weitere technische Informationen finden Sie auch in unserem Artikel „Das bewegliche Fotomotiv“.

Mit einfachen Sportarten beginnen

Einsteiger sollten nicht gleich so schwierige oder schnelle Sportarten wie Abfahrtslauf, Snowboarden oder Mountainbiking fotografieren. Die Lichtverhältnisse sind dabei nämlich eine besondere Herausforderung: Der strahlend blaue Himmel, die Sonne und der Schnee sorgen für Blendeffekte. Es kommt daher auf die richtige Perspektive an. Die schnellen Bewegungen des Skifahrers sind eine weitere Schwierigkeit. Nicht viel anders sieht es beim Snowboarden und beim Mountainbiking aus. Auch hier spielen der Hintergrund, die schnellen Bewegungen und die Lichtverhältnisse eine wichtige Rolle.

Einfacher für den Einstieg sind langsamere Sportarten wie Wandern oder Klettern. Der Hintergrund muss auch hier berücksichtigt werden, damit der Sportler hervorgehoben wird, aber die Naturkulisse nicht zu kurz kommt. Verschiedene Wassersportarten wie Segeln, Windsurfen oder Rudern sind weniger schnell, doch könnte es mit den Lichtverhältnissen schwierig werden.

Das E-Book Sport Fotos + Videos von Franz Faltermaier hält weitere hilfreiche und inspirierende Tipps für sowohl Sportvideos als auch -fotos bereit. Es informiert über die richtige Ausrüstung und darüber, wie die verschiedenen Sportarten am besten fotografiert werden können.

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