Sportfotografie - Motocross

© Fotograf: Rainer Dindas, motocross no. 68, Photoglobus
© Fotograf: Rainer Dindas, motocross no. 68, Photoglobus
Überzeugende Motocross-Aufnahmen sind keine Selbstverständlichkeit und für alle, die in diesen Bereich der Sportfotografie einsteigen, heißt es, sich an den Erfolg herantasten, ohne sich zu gefährden. Also immer genügend Abstand einhalten, die Absperrungen für ein gutes Foto bitte nicht überschreiten und sich an die Regeln, die die Veranstalter vorgeben, auch halten. Alles andere könnte die Fahrer, aber auch einen selbst in Gefahr bringen.

Kameraausrüstung und Schutz

© Fotograf: Alfred Junker, Der Sonne entgegen, Photoglobus, Blende Fotowettbewerb
© Fotograf: Alfred Junker, Der Sonne entgegen, Photoglobus, Blende Fotowettbewerb
Dass Motocross-Fotografie eine schmutzige Angelegenheit ist, versteht sich von selbst. Hier wird Bodenmasse in die Höhe sowie an die Seite bewegt, so dass man gern auch mal eine Ladung abbekommt. Dementsprechend gilt es, sich und seine Ausrüstung zu schützen, und dazu gehört auch, dass sich auf den Kontaktanschlüssen der Kamera auch die Schutzkappen befinden. Vor das Objektiv gehört nach Möglichkeit ein Filter, denn dieses lässt sich wesentlich besser reinigen als das Objektiv. Gelangt, trotz aller Vorsichtsmaßnahmen, Erde auf das Objektiv, so sollte man es zu Hause einer bedachten Reinigung unterziehen – vor Ort wird man die Ruhe, aber auch die Utensilien nicht haben, die für eine richtige Reinigung unerlässlich sind. Auf den Objektivwechsel vor Ort gilt es zu verzichten, denn an der Strecke geht es staubig zu und wie schnell gelangt Staub in das Innere der Kamera. Ist man im Besitz eines Unterwassergehäuses, so bietet dieses natürlich den optimalen Schutz für die Kameraausrüstung. Auch die sogenannten Outdoorkameras sind bestens für die Motocross-Fotografie geeignet, denn ihnen kann Schmutz und Feuchtigkeit so schnell nichts anhaben. Allerdings ist die Zoomleistung begrenzt, und die ist natürlich wichtig für ausdrucksstarke Aufnahmen. Einen größeren fotografischen Spielraum garantieren allein schon wegen der Option des Objektivwechsels Spiegelreflex- beziehungsweise kompakte Systemkameras. Bei Motocross heißt es für den Fotografen, Distanzen überbrücken zu müssen, weshalb Teleobjektive zum Einsatz kommen sollten. Hier ist den leichten mit 200 mm Brennweite der Vorzug zu geben. Überaus interessante Impressionen liefern übrigens die sogenannte Actioncams – auf den Helm geschraubt kann der Fahrer sein eigenes Rennen damit in Bildern festhalten. Die Kameraausrüstung ist nach der Tour in jedem Fall einer äußerlichen Reinigung zu unterziehen.

Kameraeinstellung

© Fotograf: Anneliese Stocker, Schneller als sein Schatten, Photoglobus
© Fotograf: Anneliese Stocker, Schneller als sein Schatten, Photoglobus
Verfügt man über ein recht neues Spiegelreflex- beziehungsweise kompaktes Systemkameramodell, so ist das schon die halbe Miete für gelungene Fotos. Aktuelle Kameramodelle sind nicht nur schnell, sondern sie sind mit einem hervorragenden AF-System ausgestattet. Der Sportmodus empfiehlt sich ebenso wie die Serienbildfunktion. An Ersatzspeicherkarten ist ebenso zu denken wie an Ersatzakkus. Und wird auch noch gefilmt, was ja naheliegt, so dürfen es in der Fototasche auch zwei, drei Speicherkarten mit hohen Kapazitäten mehr sein. Bildentscheidend ist die Wahl der Verschlusszeit, und hier muss man schlichtweg testen, welche die beste ist, wenn man vorbeirauschende Motorradfahrer ablichten möchte. 1/1.000 Sekunde beispielsweise wirkt auf den ersten Blick als die richtige Wahl – alles ist scharf. Doch das kann möglicherweise zu wenig sein, denn dynamischer wirken Aufnahmen mit Bewegungsunschärfe, wenn beispielsweise die Räder im Foto nicht stillstehen. Erst dann wird Bewegung für den Bildbetrachter greifbar. Um das Motiv vor dem Hintergrund zu trennen, sollte mit offener Blende fotografiert werden.

Standpunkt

© Fotograf: Volkhard Wenzel, abgehoben, Photoglobus
© Fotograf: Volkhard Wenzel, abgehoben, Photoglobus
Entscheidend für gute Motocross-Aufnahmen ist der Standpunkt. Hier empfiehlt es sich, die Strecke schon vor Beginn des Rennens abzulaufen. Auf den Hintergrund gilt es natürlich zu achten – ist dieser hässlich, so sollte man einen anderen Standpunkt wählen. Ob man von oben herab fotografiert oder sich quasi auf Augenhöhe zum Motorradfahrer begibt, hängt von den Begebenheiten, aber auch der eigenen Intention ab, die man verfolgt. Gutes Schuhwerk ist in jedem Fall angesagt, denn man wird während des Rennens öfter mal die Positionen wechseln.

Fotografieren in der Praxis 05 / 2014

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