Sternschnuppen - bis 7. November noch Zeit für Wünsche und zum fotografieren

Im Herbst kommen Sternschnuppenfans wieder voll auf ihre Kosten. Seit Anfang Oktober ist der Meteorstrom der Orioniden aktiv. Der Höhepunkt war zwar bereits in der Nacht zum 21. Oktober – man hat aber nichts verpasst, da der Mond mit seiner Helligkeit aktuell die Sicht auf die Sternschnuppen erschwert. Doch ab dem 23. Oktober – und dann soll der Himmel nach den aktuellen Wettervorhersagen in den kommenden Tagen in Deutschland nicht mehr so wolkenverhangen sein – sind die Sternschnuppen noch bis zum 7. November zu sehen. Man kann sie dann fotografieren und natürlich auch seine Wünsche loswerden.

Sternschnuppen

Sternschnuppen richtig toll sehen?

Möchte man die Sternschnuppen richtig gut beobachten, dann sollte es möglichst dunkel sein. Das bedeutet, einen Ort abseits beleuchteter Städte oder befahrener Straßen anzusteuern. Je weiter man von künstlichen Lichtquellen entfernt ist, umso besser. Geben Sie Ihren Augen die Zeit, sich an die Dunkelheit anzupassen. Die beste Beobachtungszeit liegt zwischen Mitternacht und dem Beginn der Morgendämmerung. Dabei ist es nicht nötig, einen bestimmten Sektor des Himmels anzuvisieren – die Sternschnuppen flitzen über das gesamte Firmament. Machen Sie es sich bequem und nehmen Sie sich eine Decke oder Liegestuhl mit. Wer im Stehen das Sternschnuppenschauspiel erlebt, wird früher oder später wegen eines schmerzenden Nackens nicht so viel Freude haben.

Sternschnuppen fotografisch in Szene setzen

Die besten Aufnahmen gelingen mit einer kompakten System- und Spiegelreflexkamera. Von Vorteil ist eine Vollformatkamera mit möglichst gutem High-ISO-Rauschverhalten. Kommt eine Kompaktkamera zum Einsatz, dann ist es wichtig, dass Sie die Belichtungszeit manuell einstellen können. Als Objektiv raten wir zum Weitwinkel, da man nicht planen kann, wo die Sternschnuppen genau zu sehen sind. Mit dem Weitwinkelobjektiv kann ein weiter Himmelsbereich abgelichtet werden und damit verpasst man quasi keine Sternschnuppe. Wirkungsvoll ist auch der Einsatz eines Fisheyeobjektivs. Pflicht ist natürlich ein Stativ, denn nur so verwackeln bei den langen Belichtungszeiten nicht die Aufnahmen. Ratsam ist zudem ein Fernauslöser – der schützt vor Kameraerschütterungen und trägt auch zum entspannten Fotografieren bei.

Die Kamera gehört auf manuell gestellt. Schalten Sie den Autofokus aus und fokussieren Sie manuell auf unendlich – ansonsten versucht die Kamera immer wieder, selbst zu fokussieren. Ratsam ist, den Dunkelbildabzug auszustellen – also die kamerainterne Rauschreduzierung zu deaktivieren. Ansonsten muss man nach jedem Bild sehr lange warten, bis das Darkframe in gleicher Länge wie die Originalaufnahme abgelegt wird. Die Blende ist so klein wie nur möglich zu wählen. An die richtige Belichtungszeit muss man sich herantasten – sie wird bei 30 Sekunden und mehr liegen. Eine lange Belichtungszeit wird gewählt, um die Trefferquote zu erhöhen. Würde man den Auslöser erst dann betätigen, wenn man sie sieht, dann wäre es zu spät. Die ISO-Empfindlichkeit sollte so gering wie nur möglich gewählt werden.

Die im Vergleich zu Tablets und Laptops relativ kleinen Kameradisplays lassen nur bedingt eine Bildkontrolle zu. Nützlich ist, die Kamera mit dem Laptop/Tablet zu verbinden. Über ihre Displays sieht man, ob die Sternschnuppen wirkungsvoll abgelichtet wurden. Benötigt wird dazu natürlich ein USB-Kabel, mit dem Kamera und Laptop verbunden werden, sowie die entsprechende Software des Kameraherstellers. Sofern es das Kameramodell zulässt, kann es auch mit dem Tablet in Verbindung gebracht werden – hierüber können nicht nur Kameraeinstellungen vorgenommen werden, sondern man kann auch auslösen und die Bilder anschließend kontrollieren. Nachteil der Bildkontrolle über die Displays von Laptop/Tablet ist, dass die Augen mit hellem Licht konfrontiert werden und sich beim Blick gen Himmel erst wieder an die Dunkelheit gewöhnen müssen, damit sie auch das Naturschauspiel wahrnehmen können.

Fotografieren in der Praxis 10 / 2016

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