Warum man Störche nicht mit jeder Kamera gut in Szene setzen kann

Störche sind ein tolles Motiv für Einsteiger in die Vogelfotografie

© Fotograf: Andreas Trint, Storchenpaar, Blende-Fotowettbewerb
Andreas Trint, Storchenpaar, Blende-Fotowettbewerb

Der Weißstorch, er ist der in Europa der am weitesten verbreitete Storch, kehrt aus seinen Winterquartieren zurück und steht damit Fotobegeisterten als Fotomotiv wieder zur Verfügung. Seine Größe verleitet schnell zu der Annahme, Weißstörche mit jedem Aufnahmeequipment als Motiv festhalten zu können. Doch dem ist nicht so, denn mit dem Smartphone oder beispielsweise mit einer Kompaktkamera mit dreifach Zoom festgehalten, mutieren Störche in den Aufnahmen eher zu nicht erkennbaren Objekten – außer sie befinden sich unmittelbar vor einem. Dies ist aber in der Regel nicht der Fall, gehen Störche meist auf Distanz. Für Fotografen bedeutet dies, Entfernungen von mehreren Metern überbrücken zu müssen und das erfordert entsprechendes Fotoequipment. Störche sind aufgrund ihrer Größe und auch Vorhersehbarkeit ihrer Handlungen ein tolles Motiv für alle, die in die Vogelfotografie einsteigen möchten.

Formatfüllende Aufnahmen setzt voraus Distanzen zu überbrücken

© Fotograf: Jens Wolf Sager, Remmidemmi im Storchennest, Blende-Fotowettbewerb
Jens Wolf Sager, Remmidemmi im Storchennest, Blende-Fotowettbewerb

Eine Kompaktkamera mit wenigstens einem 12-fach Zoom verhilft ebenso Distanzen überbrücken zu können wie Spiegelreflex- und kompakte Systemkameras, die mit einem Teleobjektiv ausgestattet sind. Ein 300 mm Teleobjektiv – sie werden oft auch als Super- oder Ultrateleobjektive bezeichnet – ist man in der Regel schon gut beraten. Sieht man einen seiner fotografischen Schwerpunkte in der Fotografie von Vögeln, so ist es sicherlich mehr als eine Überlegung wert, über eine Brennweite von mehr als 600 mm nachzudenken. Insbesondere in der Wildlife-Fotografie kommen Teleobjektive mit mehr als 600 mm Brennweite bevorzugt zum Einsatz. Besteht hinsichtlich der Anschaffung noch Unsicherheit, so ist es eine Option, solch ein Teleobjektiv auszuleihen. Immer mehr stationäre Fotohändler bieten diese Möglichkeit an. Es gibt aber auch im Netzt professionelle Anbieter, über die man Fotoequipment ausleihen kann. Natürlich, gibt es auch Privatanbieter, über die man Fotoequipment ausleihen kann. Im Gegensatz zu Fotohändlern und professionellen Verleihern ist das Fotoequipment jedoch nicht auf Herz und Nieren geprüft und man kann eine böse Überraschung erleben.

© Fotograf: Nancy Sticke, Jungstörche in Pechau 2017, Blende-Fotowettbewerb
Nancy Sticke, Jungstörche in Pechau 2017, Blende-Fotowettbewerb

Je größer die Distanz ist, die überbrückt werden muss und je größer die zum Einsatz kommende Brennweite ist, desto ratsamer ist der Einsatz eines Stativs. Dieses beugt unscharfen Aufnahmen vor. Das Dreibeinstativ bietet sich an, wenn es beispielsweise darum geht, brütende Störche auf Dächern zu fotografieren. Für das Stativ spricht auch, dass man als Fotograf damit seine Arme entlastet denn so ein Storch-Fotoshooting ist meist keine Sache von wenigen Minuten. Ist man hingegen unterwegs und hat keinen festen Fotostandpunkt, so ist das Einbeinstativ – auch vielfach als Monopod bezeichnet – in jedem Fall eine Option. Mit diesem Stativtyp ist man recht flexibel. Man muss sich jedoch darüber bewusst sein, dass die Vorzüge eine Dreibeinstativ deutlich größer sind. Wichtig bei der Stativwahl ist, dass Kamera und Stativ aufeinander abgestimmt sind. Je nach Einsatz ist der Einsatz von Stativzubehör ratsam. So gibt es Stativfüße mit Gumminoppen, Hafttellern oder Spikes die ein Ausrutschen und Einsinken des Stativs verhindern.

Warum aktuelle Kameramodelle deutliche Vorteile bieten

Klar im Vorteil sind alle Fotografen, die über ein recht aktuelles Kameramodell verfügen, das nicht mehr als drei Jahre auf dem Buckel hat. Grund hierfür sind nicht nur die weiter verbesserten Sensoren, die für noch mehr Bildqualität stehen, sondern das mehr an Geschwindigkeit. Diese zahlt sich beim Einsatz der Serienbildfunktion mit gesteigerter Anzahl an Aufnahmen ebenso aus wie die schnellere Bildspeicherung nach dem betätigen des Auslösers. Aktuelle Kameramodelle sind hier im Nu wieder aufnahmebereit und davon profitiert man als Fotobegeisterter. Auch ein bei aktuellen Kameramodellen weiterentwickelter Autofokus erhöht die Wahrscheinlichkeit auf den gewünschten fotografischen Volltreffer.

Und noch ein paar Tipps rund um die Storchenfotografie

© Fotograf: Dieter Neumann, Na endlich!, Blende-Fotowettbewerb
Dieter Neumann, Na endlich!, Blende-Fotowettbewerb

Sehenswerte Aufnahmen von Störchen sind in der Regel keine Selbstläufer. Geduld und Ausdauer sind neben dem passenden Fotoequipment mit die fotografischen Zutaten für den Bilderfolg. Insbesondere wenn man sich erstmalig der Storchenfotografie zuwendet, so bieten sich die von Störchen bewohnten Nester an. Hier entscheidet auch der Aufnahmestandpunkt über die Qualität der Aufnahme. Klar im Vorteil ist man, wenn die Möglichkeit besteht, sich auf gleicher Höhe als Fotograf positionieren zu können. In diesem Fall ist nicht nur die Aufnahmedistanz geringer, sondern man muss auch nicht gegen den Himmel fotografieren. Dieser kann, wenn im Automatikmodus fotografiert wird, gegebenenfalls die Belichtungsautomatik in die Irre führen. Ratsam ist dann eine Belichtungsreihe. Sehenswerte visuelle Impressionen sind auch das Festhalten von Störchen im Flug. Als fotografischer Anfänger ist es von Vorteil, wenn die Flugbahnen vorhersehbarer sind. Dies ist bei Störchen gegeben, wenn sie das Nest immer und immer wieder anfliegen. Die Kamera gilt es, auf die Flugbahn auszurichten. Blende und Belichtungszeit sind vorneweg einzustellen, damit man sich ganz darauf konzentrieren kann, in dem Sekundenbruchteil den Auslöser zu betätigen, wenn der Vogel im Sucher beziehungsweise auf dem Display erscheint. Mit Aktivierung der Serienbildfunktion erhöht man die Wahrscheinlichkeit auf einen Volltreffer. Hat man schon etwas fotografische Übung erworben, kann man im nächsten Schritt versuchen, die Kamera auf einem Einbeinstativ in dem Bogen mitzuziehen, der der Flugbahn des Vogels entspricht. Der Verschluß wird ausgelöst, sobald der Vogel im Schärfenbereich ist. Hat man erst einmal das Gefühl für die Bewegung bekommen, kann die Entfernungseinstellung verändert werden, während Vogel und Kamera sich bewegen.

© Fotograf: Bernhard Ramisch, Überflieger, Blende-Fotowettbewerb
Bernhard Ramisch, Überflieger, Blende-Fotowettbewerb

„Blende“ – Der generationsübergreifende Fotowettbewerb für Fotobegeisterte jeden Alters

Blende, ist der Wettbewerb für Fotobegeisterte aller Altersgruppen. Seit Jahrzehnten ist „Blende“ ein Trendbarometer für den Stand der Fotografie und damit ein wichtiges Zeitdokument. Die jährliche Gemeinschaftsaktion von Tageszeitungen und der Prophoto GmbH begeistert Teilnehmer, Veranstalter und Bildgenießer gleichermaßen.

Blende bietet allen Amateurfotografen ein Forum und die große Chance, ihre Schaffenskraft zum Besten zu geben. „Blende“ schärft mit seinen jährlich wechselnden thematischen Vorgaben die Sinne. Die eingereichten Wettbewerbsbeiträge, zu „Blende 2017“ gingen über 80.000 Fotografien ein, sind allesamt fotografisch konservierte Augeneindrücke, die durch die Teilnahme an „Blende“ den Raum der privaten Betrachtung verlassen und den öffentlichen Schauplatz betreten.

„Blende“-Teilnehmer sind mit ihren eingereichten Wettbewerbsbeiträgen nicht nur wichtige Botschafter für die Fotografie. Sie treten den Beweis an, wie lohnenswert es ist, die Welt in der man sich aufhält aktiv wahrzunehmen.

Weitere Informationen zu „Blende“: https://www.prophoto-online.de/fotowettbewerb-blende

Fotografieren in der Praxis 03 / 2018

1 Kommentare

Einen wichtigen Punkt sollte man bei längeren Brennweiten nicht vergessen: Die Thermik! Kaum ist draussen die Temperatur angenehm, beginnt die Luft in Bewegung zu geraten. Da hift nur eines, eine alte Fotografen-Weisheit: "Rann an's Objekt"! So gesehen sind lange Brennweiten nicht immer das gelbe vom Ei! Mit gut Licht Helmut

Helmut

von Helmut
17. März 2018, 12:18:24 Uhr

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