Streetfotografie - Urbane Landschaften

© Fotograf: Mirja Giehl, was man auf der Straße nicht sieht, Blende-Fotowettbewerb
Mirja Giehl, was man auf der Straße nicht sieht, Blende-Fotowettbewerb
Denkt man an die Streetfotografie, so assoziiert man diese mit Fotomotiven wie Menschen, Architektur, Parkanlagen, Plätzen, Straßen, Glanz, Verfall und weniger mit Impressionen pflanzlicher Natur im kleineren Stil. Diese urbanen Landschaften sind nicht nur überaus reizvoll, ein lohnenswertes Fotosujet, sehr fotogen und abwechslungsreich, sondern ein fester Bestandteil der Streetfotografie, die so vielseitig an Fotomotiven ist. Urbane Landschaften können vom Menschen geschaffen sein, denkt man beispielsweise an Balkons, Vorgärten oder an die Kletterpflanzen, die an Häuserwänden emporsteigen, Baumallen etc.. Urbane Landschaften können aber auch aus sich heraus, ohne menschliches Zutun, hervorgehen. Beispiele hierfür wären die einzelne Pflanze zwischen zwei Gehplatten, Pflanzen die aus der Dachrinne herauswachsen oder, wenn man größer denkt, Baugrundstücke, Haltestellen und leerstehende Häuser, die sich seit geraumer Zeit selbst überlassen sind.

© Fotograf: Christoph Obel, Lost place at the end of the world, Blende-Fotowettbewerb
Christoph Obel, Lost place at the end of the world, Blende-Fotowettbewerb

Das Motivgebiet urbane Landschaften bietet sich auch hervorragend für Bildserien an. Hier ist es sicherlich ratsam, sich auf einen Schwerpunkt zu fokussieren. In der Regel erleichtert das nämlich den fotografischen Blick während der Fototour für den ausgewählten Motivbereich. Hinzu kommt, dass so eine Bildserie als Fotocollage beispielsweise zusammengeführt, das Interesse des Betrachters schneller weckt.

© Fotograf: Andres Gasser, Der Bevölkerung - Innenhof Deutscher Bundestag, Blende-Fotowettbewerb
Andres Gasser, Der Bevölkerung – Innenhof Deutscher Bundestag, Blende-Fotowettbewerb

Urbane Landschaften, sollen sie in Fotografien überzeugen, gehören selbstredend wirkungsvoll in Szene gesetzt, wenn die Aufnahmen ein Blickfang sein sollen. Dazu bedarf es dem darauf zugeschnittenen Aufnahmeequipment, das sich nach dem fotografischen Schwerpunkt richtet. Ist es die Pflanzenwelt im Kleinen, so wird man für sehenswerte Aufnahmen um ein Makroobjektiv – sofern mit einer kompakten System- beziehungsweise Spiegelreflexkamera fotografiert wird – nicht umhin kommen. Ist man im Besitz einer Kompaktkamera, so ist es, wenn man kleine Dinge ganz groß herausbringen möchte, von Vorteil, wenn diese den Makrobereich abdeckt. Sind die Lichtbedingungen gut, so gelingen auch mit dem Smartphone jüngerer Generation sehenswerte Aufnahmen. Ist man ein Freund des fotografischen Experiments, so ist es durchaus lohnenswert – sofern eine Kamera für Wechseloptik zum Einsatz kommt und man über ein Fisheye-Objektiv verfügt – dieses einzusetzen. Ist das Fotomotiv in Bodennähe, dann kommt man als Fotograf nicht umhin, sich auf den Bauch zu legen oder zumindest in die Knie zu gehen. Perspektive, Bildausschnitt und Bildaufbau, das Spiel mit Schärfe und Unschärfe sowie das Licht entscheiden über die Qualität der Aufnahme.

© Fotograf: Thomas Werner, Möllenvogtei, Blende-Fotowettbewerb
Thomas Werner, Möllenvogtei, Blende-Fotowettbewerb

Stehen hingegen Vorgärten oder Biotope im Fokus, Architektur in Kombination mit urbaner Landschaft oder Lost Places von der Natur vereinnahmt, so kann man diese Motivpalette mit nahezu jedem Aufnahmegerät wirkungsvoll ablichten. Kommen Kameras für Wechseloptik zum Einsatz, so bieten sich in der Regel das Normal- oder Weitwinkelobjektiv an – situationsbeding kann aber auch ein leichtes Teleobjekiv die bessere Wahl sein. Entscheidend ist, sich auf das Wesentliche zu fokussieren und zu wissen, welche Botschaft man mit seiner visuellen Impression erzählen möchte. Über die Qualität der Aufnahmen entscheiden auch hier Perspektive, Bildausschnitt und Bildaufbau, das Spiel mit Schärfe und Unschärfe sowie das Licht.

© Fotograf: Christian Stahlberg, Die Natur gewinnt immer, Blende-Fotowettbewerb
Christian Stahlberg, Die Natur gewinnt immer, Blende-Fotowettbewerb

„Blende“ – Der Fotowettbewerb für Fotobegeisterte jeden Alters

„Blende“ ist der Wettbewerb für Fotobegeisterte aller Altersgruppen. Seit Jahrzehnten ist „Blende“ ein Trendbarometer für den Stand der Fotografie und damit ein wichtiges Zeitdokument. Die jährliche Gemeinschaftsaktion von Tageszeitungen und der Prophoto GmbH begeistert Teilnehmer, Veranstalter und Bildgenießer gleichermaßen.

© Fotograf: Lisa Hasenpusch, Schilfmeer, Blende-Fotowettbewerb
Lisa Hasenpusch, Schilfmeer, Blende-Fotowettbewerb

„Blende“ bietet allen Amateurfotografen ein Forum und die große Chance, ihre Schaffenskraft zum Besten zu geben. Dazu gehört auch, mit Gleichgesinnten zu den thematischen Vorgaben in den Wettstreit zu treten. Dabei wachsen die Teilnehmer über sich hinaus und geben Zeugnis über ihr kreatives fotografisches Potential. Ihre Bilder sind allesamt fotografisch konservierte Augeneindrücke, die durch ihre Teilnahme an „Blende“ zudem den Raum der privaten Betrachtung verlassen und den öffentlichen Schauplatz betreten. Nur die Präsentation der „Blende“-Bildeinsendungen in den Galerien auf unserer Homepage erscheint uns ausbaubar. Deshalb zeigen wir – vielfach mit Unterstützung der „Blende“-Fotografen – auf, was notwendig ist, um zu so sehenswerten Aufnahmen, wie hier veröffentlicht, zu gelangen. Damit soll nicht zum Kopieren inspiriert werden, sondern motiviert werden zum eigenen Spiel mit Zeit und Blende.

© Fotograf: Sunny Lübbering, Vorgarten-Deko, Blende-Fotowettbewerb
Sunny Lübbering, Vorgarten-Deko, Blende-Fotowettbewerb

Fotografieren in der Praxis 09 / 2017

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