Fototipp: Streetfotografie - Fokussierung auf ein Thema: Hunde

Die Streetfotografie ist reich an Motiven. Legt man sich nicht auf einen Bereich fest, so kann es schnell passieren, sich zu verzetteln. Ein mögliches Themengebiet, auf das man sich konzentriert, können Hunde sein. Sie gehören fest zum Straßenbild und so ergeben sich mit und ohne Herrchen unendlich viele sehenswerte Momente, die es lohnen, den Auslöser zu betätigen. Ein weiterer Vorteil im Sujet Hund liegt zudem in der Nutzbarkeit. Diese Aufnahmen kann man, sofern Personen nicht mit auf dem Bild sind, ohne Probleme beispielsweise in seinen Social-Media-Kanälen posten.

Tina Bentfeld, Funny Dog - in der Ruhe liegt die Kraft, Blende-Fotowettbewerb
Tina Bentfeld, Funny Dog – in der Ruhe liegt die Kraft, Blende-Fotowettbewerb

Wenn wir unseren Blick schärfen und uns auf das Motivgebiet Hunde konzentrieren, so werden wir schnell feststellen, dass deutlich mehr Vierbeiner auf unseren Straßen unterwegs sind, als angenommen. Abwechslung ist hier von groß bis klein garantiert – das macht das Fotosujet Hund für den Fotografen so interessant. Welche Vielfalt an tierischen Momenten anzutreffen sind, belegen die wenigen hier veröffentlichten Bildeinsendungen zu „Blende“. Tina Bentfeld ist mit ihrem Wettbewerbsbeitrag „Funny Dog – in der Ruhe liegt die Kraft“ ein toller Schnappschuß gelungen, der zum Schmunzeln anregt. Ihre Aufnahme ist bei aller Spontanität perfekt gestaltet und erzählt eine Geschichte, wie sie die Streetfotografie auszeichnet. Nicht weniger sehenswert und unterhaltsam ist der Blende-Wettbewerbsbeitrag von Oliver Jockers mit dem Titel „Guck´s Du“. Er führt zu seiner Aufnahme aus: „An einer Ampel hielt dieser Kleinwagen mit dem interessanten Beifahrer. Zum Glück lag die Leica M6 im Auto schussbereit neben mir.“ Aktiongeladen geht es in dem „Blende“-Wettbewerbsbeitrag „Wie Hund und Katz“ von Rudolf Bauer zu, aufgenommen in Rhodos. Auch hier musste für den Fotografen alles ganz schnell gehen, um den entscheidenden Moment einzufangen. Wie lohnenswert das Spiel mit der Perspektive ist, bringt der Blende-Teilnehmer Olaf Slaghekke mit seiner Aufnahme „Morgenspaziergang“ auf den Punkt.

Oliver Jockers, Guck´s Du, Blende-Fotowettbewerb
Oliver Jockers, Guck´s Du, Blende-Fotowettbewerb

Ausdauer ist in der Streetfotografie – und erst recht wenn Hunde der Themenschwerpunkt sind – das A und O. Man sollte die Erwartungen deshalb an sich nicht zu hoch schrauben, denn es kann auch mal sein, dass man mehrere Anläufe nehmen muss, bis man die Aufnahme im Kasten hat, die man sich wünscht. Fotografieren bedeutet auch, seine Motive zu entdecken, also zu sehen. Das setzt auch eine gesunde Neugierde und Offenheit voraus. Wer Entspannt ist, der wird schneller Motive entdecken als derjenige im Stress.

Rudolf Bauer, Wie Hund und Katz, Blende-Fotowettbewerb
Rudolf Bauer, Wie Hund und Katz, Blende-Fotowettbewerb

Fotoequipment – Was sollte es sein

Für uns ist in der Streetfotografie die Kamera das bevorzugte Aufnahmegerät. Gerade wenn man sich hier dem Themenbereich Hund zuwendet, ist das Smartphone kein wertiger Ersatz. Die Bildqualitäten werden zwar immer besser, aber man kann keine Distanzen mit der Optik überbrücken und das Spiel mit Schärfe sowie Unschärfe gelingt auch nur bedingt. Einen weiteren Nachteil sehen wir in der Handhabung der Smartphones. Diese ist nun mal auf mobile Anwendungen und das Telefonieren hin perfektioniert und nicht auf das Fotografieren. Ein großer Vorteil, der für die Kamera spricht, ist der Funktionsumfang und – je nach Modell – die Einflussnahme. Die Fotografie ist ein höchst kreativer Prozess und den kann man umso besser gestalten, je weitreichender die Optionen sind. Ein weiterer Punkt der für die Kamera spricht ist, dass man mit dieser wesentlich bewusster fotografiert als mit dem Smartphone.

Olaf Slaghekke, Morgenspaziergang, Blende-Fotowettbewerb
Olaf Slaghekke, Morgenspaziergang, Blende-Fotowettbewerb

Bei den Kameras, die für uns bevorzugten Streetfotografie-Aufnahmegeräte, sind hochwertige Kompaktkameras mit entsprechendem Zoombereich und der Möglichkeit der manuellen Einflussnahme eine Option. Ebenfalls für die Streetfotografie prädestiniert sind Kameras für Wechseloptik (kompakte System- und Spiegelreflexkameras). Hier als bevorzugte Optik, wenn es auch darum geht, Hunde in Szene zu setzen, ist ein leichtes Teleobjektiv. Mit diesem lassen sich auch Distanzen überwinden. Immer öfter fällt unsere Objektivwahl auf das Normalobjektiv. Hier haben wir uns auch von Barbara Klemm leiten lassen, für uns nicht nur die Meisterin der Streetfotografie. Das Weitwinkelobjektiv muss nicht unbedingt mit, außer es sind außergewöhnliche Blickwinkel mit verzeichneten Hundeschnautzen gewünscht.

Fotografieren in der Praxis 03 / 2017

1 Kommentare

Zum Foto von Tina Bentfeld: An diesem Hund kommt man an der Strandpromenade in Cala Ratjada (Mallorca) nicht vorbei. Auch ich habe ihn mehrfach von der Freisitzfläche dieses Cafés auf fotografiert und beobachtet, wie er zum Objekt zahlloser Handyfotos wurde. Danke für dieses Bild. Ich fühlte mich gleich wieder wie im Urlaub. Ich wünsche Tina Bentfeld noch viele solch schönen Motive. Juergen K. Klimpke

Juergen K. Klimpke

von Juergen K. Klimpke
11. März 2017, 12:08:31 Uhr

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