Tabletop-Photographie

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Andreas Gugau

Bei der Tabletop-Photographie werden Miniaturszenen dargestellt, die auf einem Tisch im "Atelier" aufgebaut werden. Gegenstände wie Spielzeugautos, Puppen, Tiere oder Lego- und Playmobilfiguren werden in einer künstlich gestalteten Umgebung photographiert, die möglicherweise stark von der Wirklichkeit abweicht. Die Tabletop-Photographie kommt auch zum Einsatz, wenn es gilt, von kleinen Gegenständen, die über das Internet verkauft werden sollen, Aufnahmen ins Netz zu stellen.

Wer intensiv dieser Art der Photographie nachgeht, für den lohnt sich die Anschaffung eines Tabletops mit Aufnahmetisch und Halterahmen, der zur Befestigung von Farb- oder Diffusionsfolien, zum Bau eines Lichtzeltes oder zum Anklemmen kleiner Strahlerleuchten dient. Natürlich besteht auch die Möglichkeit, das Tabletop selbst zu bauen - dies erfordert allerdings die nötigen Kenntnisse.

Das Licht stellt in der Tabletop-Photographie die größte Herausforderung dar. Beleuchtet wird meist mit zwei Kunstlichtlampen, man kann auch ein einzelnes punktförmiges Licht einsetzen. Ratsam ist es, mit dem Licht zu spielen, um die optimale Lichtsituation zu erhalten. Empfehlenswert sind Belichtungsreihen mit leicht unterschiedlichen Belichtungen und - wenn digital photographiert wird - unter Umständen auch mit unterschiedlichen Einstellungen der Farbtemperatur. Dabei sollte darauf geachtet werden, daß man möglichst die reale Farbe erhält. Wird analog mit Farbfilm photographiert, muß ein Konversionsfilter (blau) eingesetzt werden, weil die Bilder sonst einen Farbstich erhalten.

Da es sich bei der Tabletop-Photographie um Nahaufnahmen handelt, benötigt man die entsprechenden Hilfsmittel wie Nahlinse, Zwischenring, Makroobjektiv oder Balgengerät. Um Verwacklungen zu vermeiden ist ein Stativ in jedem Fall ratsam. Für den Hintergrund eignen sich gerade bei gestellten Szenen Landschaftsaufnahmen in Form von Kalenderbildern.

Bei der Tabletop-Photographie sind der eigenen Kreativität keine Grenzen gesetzt. Die Aufnahmen können zur Illustration von Briefen oder Gedichten aber auch für selbstgestaltete Kalender oder Postkarten verwendet werden.
 

Fotografieren in der Praxis 12 / 2004

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