Die selektive Sicht des Teleobjektivs

Teleobjektiv Bildgalerie betrachten Ronald Vedrilla

Wer Entferntes genauer betrachten will, der nimmt ein Fernglas oder Teleskop zur Hand. Der Photograph verwendet in einem solchen Fall eine längere Brennweite, die ihm sein Motiv näher bringt. Will man Sportler der verschiedensten Disziplinen, scheue Tiere in freier Wildbahn oder Menschen unbemerkt aufnehmen, braucht man unbedingt ein Teleobjektiv. Doch auch bei der Landschafts- und Architekturphotographie kann sich eine solche Optik bisweilen als recht nützlich erweisen. Denn sie bietet nicht nur die Möglichkeit zur vergrößerten Abbildung kleiner und ferner Objekte, sie ist auch in der Lage, einzelne interessante Details einer Ansicht gleichsam herauszupicken und in den Mittelpunkt der Betrachtung zu stellen, wie es hier beim Teleschuß in die dichtbebaute Region einer Stadt geschah. Die aus dem relativ großen Aufnahmebestand resultierende flache Perspektive trägt zusätzlich zur Konzentration der Bildelemente bei.

Wer mit Teleobjektiven aus der Hand photographiert, sollte stets daran denken, daß mit zunehmender Länge der Brennweite immer kürzere Verschlußzeiten erforderlich sind, um Verwacklungen zu vermeiden. Als Faustregel gilt: Die längste Belichtungszeit entspricht dem reziproken Wert der Brennweite, also zum Beispiel 1/250 Sekunde bei einem 250-mm-Tele. Ein solides Stativ ist auf jeden Fall sicherer, zumal man dann zur Erzielung einer größeren Schärfentiefe kleinere Blendenöffnungen wählen kann, weil die daraus resultierenden längeren Verschlußzeiten kein Problem bedeuten.
 

Fotografieren in der Praxis 11 / 2004

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