Teleobjektive - Handhabung

© Fotograf: Peter Moche, Der Chef, Blende-Fotowettbewerb
Teleobjektive lassen Entfernungen überbrücken und verändern den Blick auf Motive durch einen engeren Bildausschnitt, der das Detail ins Zentrum rückt. Man unterscheidet in der Fotografie zwischen normalen Teleobjektiven mit 150 bis 300 mm Brennweite, sogenannten Superteleobjektiven mit Brennweiten ab 400 mm und Spezialobjektiven, deren Brennweite oberhalb von 600 mm liegt. Unerwähnt bleiben sollten nicht die Spiegeltele, auch als Katadiopter bezeichnet, die innerhalb der Teleobjektive eine Sonderstellung einnehmen. Aufgrund eines durch (in der Mehrzahl der Fälle) sphärische Spiegel zweifach geknickten Strahlengangs liegt die Baulänge von Spiegellinsenobjektiven typischerweise bei nur etwa einem Drittel bis einem Fünftel ihrer effektiven Brennweite. Die durch die Spiegel bedingt auftretenden Bildfehler werden durch die im Strahlengang angeordneten Linsen (Bildfeldebnungssystem) korrigiert. Hinsichtlich des inneren Aufbaus bestehen vielerlei Varianten.

Richtiges Handling die halbe Miete

© Fotograf: Berthold Ziegler, White Fronted Bee-Eater, Blende-Fotowettbewerb
Je größer der Brennweitenbereich des eingesetzten Teleobjektivs ist, desto wichtiger ist das richtige Handling. Aufgrund der Baulänge und des Gewichts verschiebt sich der Schwerpunkt von der Kamera zum Objektiv hin. Dies hat zur Folge, dass man die Kamera kaum noch ruhig halten kann – auch, wenn Objektiv beziehungsweise Kamera mit einem Bewegungsstabilisator ausgestattet sind. Soll aus der Hand fotografiert werden, so ist eine kurze Verschlusszeit von 1/500 Sekunde zu wählen, möchte man nicht verwackeln. Einher mit der kurzen Verschlusszeit gehen jedoch hohe ISO-Werte, denn Teleobjektive mit langer Brennweite sind meist nicht sehr lichtstark. Die hohen ISO-Werte können Bildrauschen nach sich ziehen, was sich auf die Bildqualität negativ auswirkt. Je schlechter die Lichtbedingungen sind, desto größer ist die Gefahr des Verwackelns. Zu unterschätzen ist auch das Gewicht der Ausrüstung nicht – das geht in die Hände und Arme.

© Fotograf: Fabian Valenca, Streifenhörnchen, Blende-Fotowettbewerb
Die Stärken von Teleobjektiven können in vollem Umfang erst ausgeschöpft werden, wenn mit Stativ fotografiert wird, die, zu Recht, als die dritte Hand des Fotografen bezeichnet werden. Lange Brennweiten werden in der Regel mit einer Stativschelle ausgeliefert, die meist flexibel gelagert sind, um schnell zwischen Quer- und Hochformat wechseln zu können. Die Stativschelle stellt sicher, das Stativ unter dem Schwerpunkt, also direkt unter dem Teleobjektiv befestigen zu können. Bewusst muss man sich als Fotograf darüber sein, dass man relativ viel Zeit benötigt, um die Kamera auf den gewünschten engen Bildausschnitt zu richten. Gerade wenn Superteleobjektive zum Einsatz kommen, sollte man die Anschaffung eines Kardankopfes – auch als Affenschaukel bezeichnet – in Betracht ziehen. Hierbei handelt es sich um spezielle Halterungen, für die Aufnahme bewegter Objekte in der Natur-, Sport- oder Reisefotografie. Der große Vorteil der Affenschaukel liegt darin, dass sich der Schwerpunkt in der Neigungsachse befindet. Wird die Arretierung gelockert, so kippt das Objektiv nicht gleich nach vorne. Hinzu kommt, dass die Affenschaukel dem Fotografen ein hohes Maß an Flexibilität garantiert, denn er kann schnell den Bildausschnitt bestimmen.

Fotografieren in der Praxis 01 / 2014

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1 Kommentare

Sehr gute Aufnahme. An diesem Bild ist nichts auszusetzen! Viele Grüße, Johann knödlseder

von Johann Knödlseder
22. Januar 2014, 23:27:57 Uhr

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