Tierfotografie: Zehn Fototipps, wie man Eichhörnchen fotografiert

Wilfried Jürges, Riskante Mahlzeit, Blende-Fotowettbewerb Bildgalerie betrachten Wilfried Jürges, Riskante Mahlzeit, Blende-Fotowettbewerb

Sie sind flink, sie sehen niedlich aus und neuste Forschung legen den Schluss nahe, dass sie keine Ahnung haben, wo sie ihre Wintervorräte vergraben, sondern sich auf gut Glück auf die Suche machen. Die Rede ist vom Sciurus vulgaris, besser bekannt als Eichhörnchen. Die Tiere haben sich ganz gut mit der menschlichen Zivilisation arrangiert. Sie sind äußert beliebte Fotomotive wie die steigende Anzahl an Bildeinsendungen zum Zeitungsleser-Fotowettbewerb „Blende“ zeigt. Nachstehend zehn Fototipps, wie es gelingt, die flinken Nager perfekt abzulichten.

  1. Wenn Sie Eichhörnchen immer wieder sehen, beispielsweise im Garten oder in einem Park, dann beobachten Sie sie eine Weile und versuchen Sie herauszufinden, wohin sie immer wieder zurückkehren und vor allem wann sie dorthin zurückkehren. Das kann sich auszahlen, wenn Sie wissen, wann und wo Eichhörnchen anzutreffen sind und wie ihre Verhaltensmuster sind.
  2. Wenn möglich, gehen Sie morgens oder abends auf die Fotopirsch. Am hellen Mittag wirken Farben oft blass und gerade bei einem rotbraunen Tierchen wie dem Eichhörnchen spielt die Farbe eine wichtige Rolle für die Bildwirkung.
  3. Unternehmen Sie erst gar nicht den Versuch, einem Eichhörnchen mit der Kamera in der Hand nachzujagen. Das Eichhörnchen wird im höchsten Baum verschwinden und dann auch mit dem besten Teleobjektiv nicht mehr auszumachen sein. Außerdem verschrecken Sie so die Wildtiere, es wird dann umso schwerer, diese vor die Linse zu bekommen.
  4. Auf dem Weg zum Bilderfolg kann man ein wenig nachhelfen, wenn Sie die Eichhörnchen maßvoll anfüttern. Ein paar Nüsse als Köder, die immer wieder an derselben Stelle liegen, können das Fotografenleben leichter machen. Die Chancen stehen nicht schlecht, dass die Eichhörnchen immer wieder kommen, um ihren Vorrat zu vergrößern. Dann haben sie die Tierchen an der richtigen Stelle vor Ihrer Kamera.
  5. Packen Sie das größte Teleobjektiv aus, das Sie haben. Je weiter weg Sie sind, umso ungestörter verhalten sich Wildtiere und umso entspannter können Sie als Fotograf sein. Tierfotografen nutzen oft Brennweiten von 400 Millimetern oder mehr. Denken Sie daran, die Gegenlichtblende mitzunehmen.
  6. Zu einem guten Teleobjektiv gehört auch eine gute Kamera. Wenn Ihre Spiegelreflexkamera beziehungsweise kompakte Systemkamera einen High-Speed-Modus hat, dann nutzen Sie ihn. Mit mehreren Bildern pro Sekunde steigen die Chancen, dass Sie den entscheidenden Moment eingefangen haben. Die Serienbildfunktion verschlingt Speicherplatz. Die Speicherkartenkapazität sollte entsprechend ausgelegt sein. An eine Ersatzspeicherkarte ist ebenso zu denken wie an einen Ersatzakku.
  7. Versuchen Sie, einigermaßen Schärfentiefe zu erhalten, indem Sie die Blende einige Stufen weit schließen (größere Blendenzahl). Gleichzeitig sollten Sie aber auch mit einer kurzen Verschlusszeit arbeiten. Um nicht zu verwackeln, setzen entsprechend die ISO-Zahl nach oben. Moderne Kameras neigen weniger zum Rauschen bei höherer ISO-Einstellung als alte Modelle.
  8. Gönnen Sie sich die Hilfe eines Einbeinstativs. Wenn Sie ein Teleobjektiv längere Zeit halten müssen, kann das ganz schön schwer werden. Außerdem erschrecken Sie die Eichhörnchen womöglich, wenn Sie die Kamera immer wieder absetzen und hochnehmen müssen. Mit einem Einbeinstativ bleiben Sie beweglich, müssen aber trotzdem nicht das ganze Gewicht halten.
  9. Bringen Sie Geduld mit, viel Geduld. Tierfotos macht man nicht mal eben an einem halben Nachmittag. Wenn Sie immer wieder an die gleiche Stelle zurückkehren, dann verringert sich vielleicht sogar die Fluchtdistanz der Tiere. Erfolgreiche Tierfotografen zeichnen sich vor allem durch besonders viel Geduld aus.
  10. Warten Sie nicht immer auf Sonnenschein. Ein nasses Eichhörnchen kann auch reizvoll sein, wenn beispielsweise die Regentropfen im Fell funkeln. Packen Sie nicht nur sich selbst, sondern auch die Kamera wasserfest in eine Kameratasche ein, zumindest für den Transport und für Zweitobjektive sowie anderes Zubehör. Moderne Kameras sind meist gegen normalen Regen geschützt. Trocknen Sie alles nach Ihrer Rückkehr sorgfältig mit einem fusselfreien Tuch ab.

„Blende“ – Der Fotowettbewerb für Fotobegeisterte jeden Alters

„Blende“, ist der Wettbewerb für Fotobegeisterte aller Altersgruppen. Seit Jahrzehnten ist „Blende“ ein Trendbarometer für den Stand der Fotografie und damit ein wichtiges Zeitdokument. Die jährliche Gemeinschaftsaktion von Tageszeitungen und der Prophoto GmbH begeistert Teilnehmer, Veranstalter und Bildgenießer gleichermaßen.

„Blende“ bietet allen Amateurfotografen ein Forum und die große Chance, ihre Schaffenskraft zum Besten zu geben. Dazu gehört auch, mit Gleichgesinnten zu den thematischen Vorgaben in den Wettstreit zu treten. Dabei wachsen die Teilnehmer über sich hinaus und geben Zeugnis über ihr kreatives fotografisches Potential. Ihre Bilder sind allesamt fotografisch konservierte Augeneindrücke, die durch ihre Teilnahme an „Blende“ zudem den Raum der privaten Betrachtung verlassen und den öffentlichen Schauplatz betreten. Nur die Präsentation der „Blende“-Bildeinsendungen in den Galerien auf unserer Homepage erscheint uns ausbaubar. Deshalb zeigen wir – vielfach mit Unterstützung der „Blende“-Fotografen – auf, was notwendig ist, um zu so sehenswerten Aufnahmen, wie hier veröffentlicht, zu gelangen. Damit soll nicht zum Kopieren inspiriert werden, sondern motiviert werden zum eigenen Spiel mit Zeit und Blende. Übrigens: Der Stratschuss zu „Blende 2017“ ist inzwischen gefallen. Weitere Informationen: https://www.prophoto-online.de/fotowettbewerb-blende/blende-2017-startschuss-zur-43-runde-gefallen-10010700

Fotografieren in der Praxis 06 / 2017

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