Tierfotografie - Fuchs, du hast …

© Fotograf: J. C. Krüger, Foxtrott, Blende-Fotowettbewerb
© Fotograf: J. C. Krüger, Foxtrott, Blende-Fotowettbewerb
Füchse, so hat es den Anschein, haben es den Fotografen derzeit angetan. Waren es in den letzten zwei Jahren die Schnecken, so sind es jetzt die Füchse. Strömungen in der Tierfotografie sind immer wieder zu beobachten – Schafe sind beispielsweise als Fotomotiv gänzlich out, wobei sie sich zum Einstieg in die Tierfotografie wunderbar eignen. Aber zurück zum Fuchs – neueste Kameratechnik ist sicherlich förderlich, sie ihn in freier Wildbahn wirkungsvoll fotografisch in Szene zu setzen. Das allein reicht aber nicht aus, denn ebenso wichtig sind Geduld sowie Beobachtungsgabe und natürlich Informationen über das Verhalten von Füchsen. Fotografen – und das wissen die meisten auch – tragen eine große Verantwortung, wollen sie für den Naturschutz sensibilisieren. Es sind ihre Aufnahmen, die uns in Lebensweisen der Natur einführen, die so schützenswert ist, wollen wir sie der Nachwelt erhalten.

© Fotograf: Karl-Heinz Fritschek, Füchsin mit Mäusen und Maulwurf, Blende-Fotowettbewerb
© Fotograf: Karl-Heinz Fritschek, Füchsin mit Mäusen und Maulwurf, Blende-Fotowettbewerb
Der Fuchs ist übrigens ein Vertreter der Familie der Hunde (Canidae) – eventuell versteht er es auch deshalb, uns so zu begeistern und ihn ablichten zu wollen. Der Rotfuchs ist der einzige mitteleuropäische Vertreter und in Europa der häufigste Wildhund. Als Nahrungsopportunist stellt er an seinen Lebensraum keine besonderen Anforderungen. Wälder, Grasland, Äcker und in jüngerer Zeit zunehmend auch Siedlungsgebiete, zu denen in Frankfurt am Main beispielsweise auch der Hauptfriedhof zählt, sind seine Lebensräume. Hier an diesen Orten muss man sich also als Fotograf positionieren. Die Populationsdichte schwankt in Deutschland – sie scheint, geht man von der wachsenden Anzahl der Aufnahmen aus, zu steigen. Dies erhöht natürlich die Wahrscheinlichkeit, selbst einen Fuchs vor die Kameralinse zu bekommen. Bis 1970 ging man übrigens davon aus, dass Füchse Einzelgänger sind – dies sind sie jedoch bevorzugt nur bei der Nahrungssuche. Füchse leben ansonsten in Familiengruppen und diese sind gekennzeichnet von einem ausgeprägten Sozialleben.

Wie wir eingangs schon ausführten, sind Beobachtungsgabe und Geduld, wie auch sonst in der Tierfotografie, die Voraussetzung, um Füchse wirkungsvoll abzulichten. Die Tiere sind mitunter sehr scheu, so dass man als Fotograf aus dem Verborgenen heraus agieren muss. Zunutze kann man sich Fuchsbauten machen. Hier ist während der Aufzucht der Nachwuchs anzutreffen.

Fotoausrüstung

© Fotograf: Martina Göllnitz, Fotoshooting mit einem Füchslein, Blende-Fotowettbewerb
© Fotograf: Martina Göllnitz, Fotoshooting mit einem Füchslein, Blende-Fotowettbewerb
Prädestiniert für das Fotografieren von Füchsen sind Spiegelreflex- und kompakte Systemkameras mit Teleoptik oder auch die sogenannten Bridgekameras. Kompaktkameras mit einem dreifachem Zoom beispielsweise oder auch Smartphones werden keine Aufnahmen liefern, die Sie zufriedenstellen. Ist man im Besitz eines hochwertigen, aktuellen Kamerasystems, die wahre Geschwindigkeitsweltmeister sind, so erhöht dies natürlich die Wahrscheinlichkeit, den entscheidenden Moment einzufangen. Praktisch ist bei immer mehr Kameramodellen auch das Festlegen des Schärfepunktes sowie das Auslösen über das Kameradisplay. Auf die Augen gilt es natürlich scharfzustellen – nicht immer ganz einfach bei so schnellen und scheuen Tieren wie dem Fuchs. Für Fotografen von Vorteil ist jedoch ihr hellbraunes Fell – bei Tieren mit schwarzem Fell ist das Scharfstellen herausfordernder. Als sehr nützlich erweist sich übrigens die Serienbildfunktion. Natürlich sollte man beim Fotografieren von Füchsen auf Augenhöhe zu ihnen gehen. Lichtstarke Teleobjektive spielen gerade in Wäldern, wo die Lichtbedingungen ja nicht immer für den Fotografen optimal sind, ihre großen Stärken aus, so dass mit einer geringeren ISO-Zahl fotografiert werden kann. Weil die besseren Tieraufnahmen am Morgen oder Abend entstehen, kann das wenige Tageslicht zudem mit einem lichtstarken Objektiv kompensiert werden, ohne die Empfindlichkeit zu stark erhöhen zu müssen. Die Kamera sollte auf Zeitautomatik gestellt werden. Man gibt also als Fotograf die Blende vor und die Kamera ermittelt mit ihrer Automatik die passende Zeit. Spot-Belichtungsmessung hilft, dass nicht der Hintergrund richtig, das Tier dafür falsch belichtet wird.

© Fotograf: Gabriele Keusen, Fuchs am Brocken, Blende-Fotowettbewerb
© Fotograf: Gabriele Keusen, Fuchs am Brocken, Blende-Fotowettbewerb
Die meisten Wildtiere, also auch Füchse, haben Fluchtdistanzen. Sobald diese unterschritten werden, suchen die Tiere das Weite, gehen wieder auf sichere Distanz. Es ist also besser, an einem Ort zu warten, bis die Tiere in Reichweite kommen, als ihnen hinterherzugehen. Langes Warten bedeutet aber auch: Die Kamera wird dabei nicht leichter. Zumal in der Regel das größte Teleobjektiv gerade groß genug ist. Wer da nicht stundenlang die Kamera halten oder sie irgendwo unbequem auflegen möchte, nimmt ein Einbeinstativ mit. Ist die Fotolocation erst nach einem längeren Fußmarsch zu erreichen, sollte beim Kauf aufs Gewicht geachtet werden.

Fotografieren in der Praxis 07 / 2015

1 Kommentare

Tolle Bilder

Pauline

von Pauline
30. Juli 2015, 19:40:43 Uhr

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