Fototipp: Tierfotografie - Fuchs im Fokus

Tiere sind bei Amateurfotografen überaus beliebte Motive und zwar nicht nur hinsichtlich der Haustiere Hund, Katze, Maus oder Kuh, Schwein und Schaf. Zu beobachten ist, und das macht auch der Zeitungsleser-Fotowettbewerb „Blende“ augenfällig, dass Fotobegeisterte verstärkt ihre tierischen Motive in der freien Wildbahn suchen, wie der Amateurfotograf J.C. Krüger. Die Gründe dafür sind vielschichtig und ein gewichtiger ist sicherlich auch, das Aufnahmeequipment, das heute Fotobegeisterten zur Verfügung steht. Mit den Features, sei es nun 4K, Multi-Shot, Serienbildfunktionen etc. hat man in Kombination mit bester Optik all das, was aus rein technischer Sicht für beeindruckende Tieraufnahmen notwendig ist. Natürlich reicht die Technik allein nicht aus, denn solch eine sehenswerte Aufnahme wie sie J.C. Krüger gelungen ist, setzt auch fotografische Kenntnisse, Ehrgeiz, Beobachtungsgabe, Geduld, Respekt, Spaß am Motiv und natürlich an der Fotografie voraus. Die Aufnahme von J.C. Krüger, die er zur thematischen Vorgabe „Beine aller Art“ als Wettbewerbsbeitrag zu „Blende 2016“ einreichte, ist ein Sonntagsschuss, der einem nicht alle Tage gelingt – und das macht das Bild nochmals bedeutsamer. Aber nicht nur das. Wenn man weiß, dass so eine Aufnahme einem Fotoamateur gelungen ist, dann weckt das den eigenen Ehrgeiz auch nach so einer tollen Aufnahme.

© Fotograf: J.C. Krüger, Fox on the run, Blende-Fotowettbewerb
J.C. Krüger, „Fox on the run“, Blende-Fotowettbewerb

Aktuell stehen Füchse als Motiv bei Fotobegeisterten, und erst recht bei ambitionierten Fotografen, ganz hoch im Kurs. Neben dem erforderlichen Aufnahmeequipment sind – wie bereits ausgeführt – Geduld, Ausdauer sowie Beobachtungsgabe und natürlich Informationen über das Verhalten von Füchsen Grundvoraussetzung, für sehenswerte Aufnahmen. Geht man auf Fototour und denkt, mit einer Handvoll beeindruckender Aufnahmen nach Hause zu kehren, dann liegt man falsch. Oftmals sind mehrere Anläufe notwendig, damit einem so eine Prachtaufnahme wie J.C. Krüger gelingt. Fotografen – und das wissen die meisten auch – tragen eine große Verantwortung, wollen sie für den Naturschutz sensibilisieren. Dazu gehört, Beobachter und nicht Zerstörer zu sein. Möchte man Füchse – und natürlich alle anderen freilebenden Tiere – nicht in ihrem Lebensraum stören, so muss man sich entsprechend verhalten und den nötigen Abstand wahren. Man muss also Distanzen überwinden.

Prädestiniert für das Fotografieren von Füchsen sind Spiegelreflex- und kompakte Systemkameras mit Teleoptik oder auch die sogenannten Bridgekameras. Kompaktkameras mit einem dreifachem Zoom beispielsweise oder auch Smartphones werden keine Aufnahmen liefern, die Sie zufriedenstellen. Ist man im Besitz eines hochwertigen, aktuellen Kamerasystems, die wahre Geschwindigkeitsweltmeister sind, so erhöht dies natürlich die Wahrscheinlichkeit, den entscheidenden Moment einzufangen. Praktisch ist bei immer mehr Kameramodellen auch das Festlegen des Schärfepunktes sowie das Auslösen über das Kameradisplay. Auf die Augen gilt es natürlich scharfzustellen – nicht immer ganz einfach bei einem so schnellen und scheuen Tier wie dem Fuchs. Für Fotografen von Vorteil ist jedoch ihr hellbraunes Fell – bei Tieren mit schwarzem Fell ist das Scharfstellen herausfordernder. Als sehr nützlich erweist sich übrigens die Serienbildfunktion. Natürlich sollte man beim Fotografieren von Füchsen auf Augenhöhe zu ihnen gehen. Lichtstarke Teleobjektive spielen gerade in Wäldern, wo die Lichtbedingungen ja nicht immer für den Fotografen optimal sind, ihre großen Stärken aus, so dass mit einer geringeren ISO-Zahl fotografiert werden kann. Weil die besseren Tieraufnahmen am Morgen oder Abend entstehen, kann das wenige Tageslicht zudem mit einem lichtstarken Objektiv kompensiert werden, ohne die Empfindlichkeit zu stark erhöhen zu müssen. Die Kamera sollte auf Zeitautomatik gestellt werden. Man gibt also als Fotograf die Blende vor und die Kamera ermittelt mit ihrer Automatik die passende Zeit. Spot-Belichtungsmessung hilft, dass nicht der Hintergrund richtig, das Tier dafür falsch belichtet wird.

Die meisten Wildtiere, also auch Füchse, haben Fluchtdistanzen. Sobald diese unterschritten werden, suchen die Tiere das Weite, gehen wieder auf sichere Distanz. Es ist also besser, an einem Ort zu warten, bis die Tiere in Reichweite kommen, als ihnen hinterherzugehen. Langes Warten bedeutet aber auch: Die Kamera wird dabei nicht leichter. Zumal in der Regel das größte Teleobjektiv gerade groß genug ist. Wer da nicht stundenlang die Kamera halten oder sie irgendwo unbequem auflegen möchte, nimmt ein Einbeinstativ mit. Ist die Fotolocation erst nach einem längeren Fußmarsch zu erreichen, sollte beim Kauf aufs Gewicht geachtet werden.

Fotografieren in der Praxis 12 / 2016

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