Tierfotografie - Schnecken

© Blende, Michelle Eberhardt, Der langsamste Familientransport der Welt Bildgalerie betrachten © Blende, Michelle Eberhardt, Der langsamste Familientransport der Welt

Schnecken, die Gartenfreunde nicht gerade in ihr Herz geschlossen haben, sind überaus beliebte Fotomotive. Wer nun meint, dass die zahlreichen Aufnahmen von Schnecken Langeweile beim Betrachter hervorrufen, der irrt gewaltig. Kein Schneckenbild gleicht dem anderen und das ist nicht nur den unterschiedlichen Schneckenarten zu verdanken, sondern in erster Linie dem Können der Fotografen.

Heute möchten wir alle ermuntern, sich dem Themengebiet „Schnecken“ zu widmen. Der große Vorteil dieser kleinen Tierchen ist, dass sie da sind, wo auch grün ist. Hat es geregnet, so hat man den Eindruck einer Schneckeninvasion. Diese kleinen Tierchen formatfüllend abzulichten, ist für Fotografen meist mit etwas körperlicher Mühe verbunden. Da heißt es ab auf den Boden, und zwar auf dem Bauch liegend, wenn aus der Hand und nicht mit Stativ fotografiert wird. Natürlich hat man als Fotograf auch die Option, die Schnecke auf einen erhöhten Platz zu positionieren. Dies kann humorvoll zum Beispiel auf einem Skateboard sein oder auf einer Unterlage, die dem Lebensraum entspricht. Man sollte in jedem Fall darauf achten, dass man der Schnecke keinen Schaden zufügt und dass sie sich farblich von der Unterlage abhebt.

Ist man im Besitz einer Kompaktkamera mit Makromodus, so gelingen damit in jedem Fall überzeugende Ausnahmen. Mehr fotografischen Spielraum garantieren kompakte System- beziehungsweise Spiegelreflexkameras mit Makroobjektiv. Formatfüllende Aufnahmen setzen eine optimale Arbeitsdistanz voraus – diese bezeichnet übrigens die Entfernung zwischen Motiv und Objektiv. Welche Arbeitsdistanz man einnehmen muss, hängt von der Brennweite des Objektivs ab. Fotografen bevorzugen gern Makroobjektive mit einer Brennweite von 100 mm und mehr, weil sie dann ihrem Motiv nicht zu nahe auf die Pelle rücken müssen und dadurch das natürliche Licht auf das Objekt nicht abgeschirmt wird. Auf die Schärfentiefe gilt es natürlich ebenfalls zu achten. Für alle, die es noch nicht wissen: Bei der Schärfentiefe handelt es sich um die Zone vor und hinter dem Fokuspunkt, die zufriedenstellend scharf abgebildet wird. Einfluss auf die Schärfentiefe, die vielfach auch als Tiefenschärfe bezeichnet wird, haben die Blendenöffnung, Brennweite des Objektivs und Entfernung zwischen Kamera und Motiv. In der Makrofotografie haben Fotografen mit einer geringen Schärfentiefe zu kämpfen. Damit die Aufnahmen auch wirklich einen Schärfepunkt haben, muss präzise fokussiert werden. Empfehlenswert ist es, mit dem Schärfepunkt zu spielen. Der Vorteil an Schnecken ist, dass ihre Bewegungen recht langsam sind und man als Fotograf von ihnen auch die entsprechende Zeit für das Spiel mit den Einstellungen eingeräumt bekommt. Auch, wenn Aufnahmen von Schnecken aus der Hand gelingen, so sollte mit einem Stativ, der dritten Hand des Fotografens, fotografiert werden. Stative wirken übrigens nicht nur der Handunruhe entgegen, sondern man kann, ohne die Position der Kamera zu verändern, andere Einstellungen vornehmen.

Fotografiert man Schnecken mit einer Kompaktkamera, so sollte der Makromodus gewählt werden. Wird mit einer kompakten System- beziehungsweise Spiegelreflexkamera fotografiert, sollte der Modus so gewählt werden, dass die Blende vom Fotografen festgelegt wird. Empfehlenswert ist die Zeitautomatik – der Fotograf wählt die Blende und die Kamera wählt die passende Verschlusszeit aus.

Fotografieren in der Praxis 05 / 2014

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