Tierfotografie - Tiere in der freien Wildbahn vor der Linse

Mit atemberaubenden und authentischen Aufnahmen hat die Tierfotografie in der Amateurfotografie ein neues Level erreicht. Insbesondere Bilder von Tieren in freier Wildbahn haben sehenswerte Qualitäten, die zugleich auch Zeugnis dafür sind, was sich in den letzten zirka drei Jahren im Bereich der Kamera- und Objektivweiterentwicklungen getan hat. Oftmals fallen die Innovationen für sich genommen mitunter vergleichsweise klein aus – In der Summe betrachtet sind die Weiterentwicklungen ein Meilenstein. Tierfotografen – und natürlich auch alle anderen Fotobegeisterten – profitieren insbesondere von der immer rasanter werdenden Serienbildfunktion und 4K beziehungsweise 6K – beides Features, die die Momentfotografie revolutioniert haben. Die Serienbildfotografie hält überdies noch weitere innovativere Aufnahmetechniken parat. So nutzt sie die in kurzer Folge gemachten Einzelaufnahmen, um die besten Details der unterschiedlichen Aufnahmen zu einem neuen, qualitativ perfekten Bild zusammenzusetzen.

Susanne Seiffert, Gefundenes Fressen, Blende-Fotowettbewerb
Susanne Seiffert, Gefundenes Fressen, Blende-Fotowettbewerb

Das richtige Aufnahmeequipment ist die notwendige technische Basis auf dem Weg zum Bilderfolg – natürlich muss der erfolgreiche Tierfotograf darüber hinaus über sehr viel mehr verfügen wie Kenntnisse über die Tierwelt, Beobachtungsgabe, enorme Geduld, Ausdauer und Verständnis für den Naturschutz und somit seine Verantwortung und über das fotografische Knowhow. In der Tierfotografie muss man sich Schritt für Schritt an den Erfolg herantasten, denn solche Tieraufnahmen, von Amateurfotografen zu „Blende“ eingereicht und hier veröffentlicht, sind keine Selbstläufer sondern setzen entsprechende fotografische Erfahrungen voraus. Diese Wettbewerbsbeiträge zeigen aber auch, wie lohnenswert es ist, der Wildlife-Fotografie nachzugehen. Und sie sind eine Werbung für die Fotografie und die Möglichkeiten, die aktuelles Aufnahmeequipment heute bietet.

Heidi Fischer, Huch, falsche Richtung, Blende-Fotowettbewerb
Heidi Fischer, Huch, falsche Richtung, Blende-Fotowettbewerb

Für die Wildlife-Fotografie prädestiniert sind Kameras für Wechseloptik (Spiegelreflex- und kompakte Systemkameras) mit entsprechender Teleoptik mit Brennweiten ab 150 mm bis über 600 mm, die dann als Superteleobjektive bezeichnet werden. Der Umgang mit der Teleoptik will geübt sein, denn je größer die Brennweite von Teleobjektiven ist, mit denen sich nicht nur Entfernungen überbrücken lassen, sondern auch sehr enge Bildwinkel gewählt werden können, desto herausfordernder ist die Fokussierung. Wird mit einem Teleobjektiv fotografiert, muss der Fotograf, einen Mindestabstand zum Motiv einhalten, um es vollständig abzubilden. Je nachdem, was für ein Teleobjektiv zum Einsatz kommt, muss der Abstand zum Motiv bei einem normalen Teleobjektiv bei über einem Meter und bei Superteleobjektiven sogar zwischen vier und sieben Metern liegen. Je länger die Brennweite des Teleobjektivs ist, desto kleiner ist der sichtbare Schärfentiefenbereich. Der gestalterische Vorteil liegt ganz klar auf der Hand, denn dadurch kann der Hintergrund in Unschärfe versinken, wodurch er nicht mehr vom eigentlichen Motiv ablenkt. Hat man jedoch zwei Bildelemente auf die es ankommt, so müssen diese nah beieinanderliegen, sollen sie beide scharf abgelichtet werden. Ein Stativ ist dringend anzuraten – es entlastet nicht nur die Hände und Arme sondern beugt Verwacklungen bei langen Brennweiten vor. Kenntnisse über den Serienbildmodus sowie Autofokuseinstellungen erhöhen die Wahrscheinlichkeit auf bewegende Tieraufnahmen. Diese Kenntnisse sollte man sich bestmöglich schon im Vorfeld aneignen, denn nichts ist frustrierender, als wenn das Tier in der Position ist, in der man es fotografieren möchte und man es aufgrund von fehlender fotografischer Übung nicht scharf abgelichtet bekommt. Dem RAW-Bildformat ist grundsätzlich der Vorzug zu geben – das setzt allerdings anschließende Bildbearbeitung voraus. Sofern die Kamera bereits darüber verfügt hält man sich alles offen, wenn die Bildaufzeichnung sowohl im RAW- als auch im JPEG-Bildformat erfolgt. Selbstredend gilt es, sich für die höchste Bildauflösung in der Kamera zu entscheiden. Auch das beansprucht – wie die gleichzeitige Aufzeichnung in den Bildformaten RAW und JPEG etwas mehr Speicherplatz. An Ersatzakkus sowie Speicherkarten ist zu denken.

Stefan Anders, Grizzly Bär im Yellowstone Nationalpark, USA, Blende-Fotowettbewerb
Stefan Anders, Grizzly Bär im Yellowstone Nationalpark, USA, Blende-Fotowettbewerb

„Blende“ – Der Fotowettbewerb für Fotobegeisterte jeden Alters

„Blende“, ist der Wettbewerb für Fotobegeisterte aller Altersgruppen. Seit Jahrzehnten ist „Blende“ ein Trendbarometer für den Stand der Fotografie und damit ein wichtiges Zeitdokument. Die jährliche Gemeinschaftsaktion von Tageszeitungen und der Prophoto GmbH begeistert Teilnehmer, Veranstalter und Bildgenießer gleichermaßen.

Haike Vetter, Wer bist´n du?, Blende-Fotowettbewerb
Haike Vetter, Wer bist´n du?, Blende-Fotowettbewerb

„Blende“ bietet allen Amateurfotografen ein Forum und die große Chance, ihre Schaffenskraft zum Besten zu geben. Dazu gehört auch, mit Gleichgesinnten zu den thematischen Vorgaben in den Wettstreit zu treten. Dabei wachsen die Teilnehmer über sich hinaus und geben Zeugnis über ihr kreatives fotografisches Potential. Ihre Bilder sind allesamt fotografisch konservierte Augeneindrücke, die durch ihre Teilnahme an „Blende“ zudem den Raum der privaten Betrachtung verlassen und den öffentlichen Schauplatz betreten. Nur die Präsentation der „Blende“-Bildeinsendungen in den Galerien auf unserer Homepage erscheint uns ausbaubar. Deshalb zeigen wir – vielfach mit Unterstützung der „Blende“-Fotografen – auf, was notwendig ist, um zu so sehenswerten Aufnahmen, wie hier veröffentlicht, zu gelangen. Damit soll nicht zum Kopieren inspiriert werden, sondern motiviert werden zum eigenen Spiel mit Zeit und Blende. Weitere Informationen zum laufenden Fotowettbewerb „Blende 2017“.

Robert Waleczek, Der Jäger, Blende-Fotowettbewerb
Robert Waleczek, Der Jäger, Blende-Fotowettbewerb

Fotografieren in der Praxis 08 / 2017

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